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Nahost

Irak, 12. Februar

Der Tag im Irak: Anschläge in Bagdad fordern mindestens 76 Tote. Entgegen aller Proteste wird der Ex-Präsident zum Tode verurteilt. Die USA glauben Beweise für Waffenlieferungen Irans an die Aufständischen zu haben.

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Am 12. Februar traf es einen Großmarkt in Bagdad

Fast 200 Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt, wie ein Mitarbeiter des irakischen Verteidigungsministeriums mitteilte. Die Anschläge ereigneten sich in der Nähe von belebten Märkten in überwiegend von Schiiten bewohnten Vierteln. Zwei Autobomben explodierten am Großmarkt von Schordscha. Mindestens 70 Menschen wurden getötet und 164 verletzt, teilte die Polizei mit. Dutzende Kleidungsstände gerieten durch die Explosion in Brand. Der zweite Anschlag traf demnach den etwa einen Kilometer entfernt liegenden Haradsch-Markt und riss mindestens neun Menschen in den Tod. Mehr als 30 Menschen wurden dabei verletzt.

Urteil Lebenslange Haft für Yassin Ramadan

Menschenrechtsorganisation bezweifelt seine Schuld: Taha Yassin Ramadan

Beweis oder Fälschung?

Die USA beschuldigen den Iran, mit der Lieferung technisch hochwertiger Waffen an irakische Aufständische für den Tod von mindestens 170 US-Soldaten verantwortlich zu sein. Hochrangige US-Militärs präsentierten am Sonntag in Bagdad als Belege für diesen Vorwurf Sprengsätze, Mörsergranaten und Panzerfäuste mit angeblich iranischen Seriennummern. Durch Sprengkörper seien seit Juni 2004 auch mehr als 620 US-Soldaten verletzt worden. Der Iran weißt die Vorwürfe als Propaganda zurück. "Die absurden amerikanischen Unterstellungen entbehren jeder Grundlage und sind lediglich neue Propaganda gegen den Iran", sagte Außenamtssprecher Mohammad Ali Hosseini am Montag in Teheran.

Autobombe Anschlag in Irak 12.02.2007

Eine Doppelbombe zerstörte den Großmarkt

Todesurteil

Sechs Wochen nach der Hinrichtung Saddam Husseins hat das Oberste Gericht im Irak am Montag auch dessen ehemaligen Stellvertreter Taha Jassin Ramadan zum Tode verurteilt. Ramadan stand gemeinsam mit Saddam Hussein sowie sechs weiteren Gefolgsleuten des ehemaligen Diktators wegen des Massakers in Dudschail vor Gericht. Er wurde zunächst zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht hatte jedoch die Todesstrafe gefordert und den Fall zurücküberwiesen. Neben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte auch die UN-Menschenrechtschefin Louise Arbour das Sondertribunal aufgefordert, keine Todesstrafe gegen Ramadan zu verhängen. Human Rights Watch erklärte, das Gericht habe eine direkte Verbindung Ramadans zu den Verbrechen in Dudschail nicht bewiesen. Arbour verwies in einem 38-seitigen Schreiben an das Gericht darauf, dass eine Todesstrafe in diesem Fall illegal sei.