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Aktuell Nahost

Irak: Über 30 Tote bei Anschlagsserie

Bei einer Reihe von offenbar koordinierten Anschlägen im Irak wurden mindestens 32 Menschen getötet. Bei den Angriffen von Kirkuk im Norden des Landes bis nach Kut im Süden explodierten Autobomben und Sprengfallen.

Ziel der Anschläge, bei denen auch mehr als hundert Menschen verletzt wurden, waren vor allem von Schiiten bewohnte Viertel und irakische Sicherheitskräfte. Die meist durch Autobomben verübten Anschläge trafen neben dem Herzen der irakischen Hauptstadt auch die nahegelegenen Städte Tadschi, Tarmija und al-Madain. In der südlich von Bagdad gelegenen Ortschaft Al-Madain starben laut Augenzeugen vier Zivilisten, als eine Autobombe vor einem schiitischen Schrein explodierte. Unter weiteren neun Verletzten waren auch Pilger aus dem Iran.

Der schwerste Anschlag ereignete sich in Tadschi, rund 20 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Dort rissen drei Autobomben elf Menschen in den Tod und verletzten 24 weitere. In der Stadt befindet sich einer der größten Militärstützpunkte des Landes, die Bomben explodierten aber in einem Wohngebiet, in einem mehrheitlich schiitischen Viertel. In Kirkuk im Norden explodierte eine Autobombe, als Sicherheitskräfte versuchten, sie zu entschärfen. In Kut im Süden rammte ein Selbstmordattentäter in einem mit Sprengstoff beladenen Kleinbus einen Kontrollposten.

Al-Kaida ist "weiter im Geschäft"

#video#Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand, doch die Anschlagsserie wirft ein Schlaglicht auf die Probleme der irakischen Behörden, nach dem Abzug der internationalen Truppen die Lage unter Kontrolle zu halten. Der Abgeordnete Hakim al Samili, Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung, sagte, die Anschläge seien Anzeichen dafür, dass die Terrororganisation Al-Kaida "weiter im Geschäft" sei. Der irakische Al-Kaida-Ableger Islamischer Staat im Irak (ISI) hatte im Sommer eine Offensive zur Befreiung gefangener Angehöriger des Netzwerks angekündigt.

Sicherheitsexperten zufolge nutzt die Gruppe den Konflikt im benachbarten Syrien als Argument, um von sunnitischen Politikern und Stämmen noch mehr Geld und Waffen für ihre Anschläge zu fordern. Zuletzt waren die Sicherheitsvorkehrungen im Irak noch erhöht worden, nachdem Dutzende von Häftlingen - darunter verurteilte Al-Kaida-Mitglieder - am Freitag aus einem Gefängnis im nordirakischen Tikrit ausgebrochen waren.

Im September starben im Irak bei Anschlägen und anderen Angriffen nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP mindestens 252 Menschen, mehr als 800 weitere wurden verletzt.

GD/wa (afp dpa, rtr)