IOC sperrt fünf weitere russische Athleten | Sport | DW | 28.11.2017
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Doping

IOC sperrt fünf weitere russische Athleten

Erstmals begründet das Internationale Olympische Komitee die Strafe in einem der insgesamt 19 Fälle ausführlich. In einer Woche entscheidet das Exekutivkomitee über einen Start Russlands in Pyeongchang. Ein Fingerzeig?

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Viererbob-Olympiasieger Alexej Negodajlo und Dmitri Trunenkow sowie drei weitere russische Wintersportler wegen Dopings lebenslang für alle olympischen Wettbewerbe gesperrt. Neben den Bob-Piloten suspendierte das IOC die Biathletin Olga Wiluchina, zweimalige Olympia-Zweite in Sotschi 2014, und ihre Teamkollegin Jana Romanowa, die mit der Staffel ebenfalls Silber gewonnen hatte. Beide haben ihre aktive Karriere inzwischen beendet. Auch Skeletonfahrer Sergej Tschudinow, Fünfter in Sotschi, wurde lebenslang gesperrt. Damit hat das IOC bereits für 19 russische Wintersportler in fünf Sportarten (Bob, Skeleton, Skilanglauf, Eisschnelllauf und Biathlon) lebenslange Sperren verhängt und deren Resultate von den Winterspielen 2014 annulliert. Das IOC begründete die Sanktionen mit "forensischen und analytischen Dopinguntersuchungen" der Kommission unter dem Vorsitz des Schweizers Denis Oswald. Dessen Kommission hat insgesamt 28 Fälle untersucht.

Zugleich lieferte das IOC  die erste ausführliche Urteilsbegründung im Fall des lebenslang gesperrten Skilanglauf-Olympiasiegers Alexander Legkow. Das IOC sah es demnach als erwiesen an, dass zwei Dopingproben Legkows manipuliert wurden. "Der Nachweis, dass seine Proben wirkungsvoll manipuliert wurden, stellt einen objektiven direkten Beweis dar, dass der Athlet in das System verwickelt war", heißt es in der 46 Seiten umfassenden Begründung unter anderem. 

Entscheidung fällt am 5. Dezember

Kronzeuge Grigorij Rodtschenkow - ehemaliger Leiter des Moskauer Anti-Doping-Zentrums - wurde als "glaubwürdiger Zeuge" bezeichnet. Inwiefern diese Argumentation auch bei der Bewertung des IOC zum Tragen kommt, ob der Betrug von staatlichen russischen Stellen gelenkt wurde, ist unklar. Oswald erwähnt in der Urteilsbegründung zumindest ein Urteil des Internationalen Sport-Gerichtshofes CAS, das McLarens Schlussfolgerung auf einen "staatlich diktierten Doping-Plan" stützte, wertete dies aber nicht weiter. Dennoch sprach die Kommission auch deutlich von einer "Verschwörung, die die Olympischen Spiele auf die schlimmstmögliche Weise infiziert und untergraben" habe. Aus der Perspektive der Olympischen Bewegung und der sauberen Athleten, so hieß es weiter, seien "bislang noch keine adäquaten Konsequenzen gezogen worden".

Olympsiche Winterspiele 2018 in Pyeongchang (Reuters/Kim Hong-Ji)

Werden russische Sportler bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang in Südkorea dabei sein?

Am 5. Dezember wird die IOC-Exekutive auf Grundlage der Erkenntnisse einer weiteren Kommission unter Leitung des ehemaligen Schweizer Spitzenpolitikers Samuel Schmid über einen Start Russlands bei den Winterspielen in Pyeongchang im kommenden Februar entscheiden. In der vorigen Woche war auch der zweimalige Bob-Olympiasieger Alexander Subkow, zugleich Präsident des russischen Bobverbandes, auf Lebenszeit von Olympischen Spielen ausgeschlossen worden. Der russische Bob-Verband hat die neuen Sanktionen scharf kritisiert. "Wir können nur wiederholen, dass wir das für die Höhe der Ungerechtigkeit halten", teilte der Verband auf seiner Webseite mit. "Alles ist nach dem schon bekannten Muster abgelaufen." Trunenkow verurteilte den Schritt des IOC als politisch motiviert. "Russland soll der große Sieg genommen werden, den es bei den Spielen in Sotschi errungen hat", sagte er der Agentur Tass.

sw/sn (dpa, sid)

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