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Sport

IOC: 2018 vier neue Winterdisziplinen

Vor dem IOC-Exekutivkomitee präsentieren sich die Bewerber für die Winterspiele 2022, Almaty und Peking. Das Programm wird ab 2018 um vier neue Disziplinen erweitert. Zudem überschattet die FIFA-Krise das Treffen.

Bei den nächsten Olympischen Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang wird das Programm durch vier neue Wettbewerbe ergänzt. Das entschied das Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei seiner Sitzung in Lausanne. Ein Teamwettbewerb für Männer und Frauen im Alpinski, ein Mixed-Doppel im Curling, ein Massenstart im Eisschnelllaufen und der sogenannte "Big Air"-Wettbewerb im Snowboarden wurden ins Olympische Programm aufgenommen. Der Parallelslalom im Snowboard wird dagegen aus dem olympischen Programm gestrichen.

"Diese Neuerungen reflektieren die kontinuierliche Weiterentwicklung der Olympischen Winterspiele und bauen auf dem Erfolg der bisherigen Spiele auf", teilte das IOC mit. Außerdem fuße die Erweiterung auf den Reformen der Olympischen Agenda 2020, die darauf abzielten, mehr Flexibilität ins Olympia-Programm zu bringen.

Neben der Entscheidung über die Erweiterung des Disziplinen-Kanons nahm auch die Präsentation der beiden Bewerberstädte für die Winterspiele im Jahr 2022 viel Raum in der Tagesordnung ein.

Neujahrsfeier im Pekinger Olympiastadion mit riesiger Olympiafahne (Foto: dpa)

Peking hofft auf die Winterspiele 2022

Nur zwei Bewerber

Mit der chinesischen Metropole Peking und Kasachstans Hauptstadt Almaty sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen. Zuvor zogen Oslo, St. Moritz, Stockholm, Lemberg und Krakau ihre Bewerbungen zurück, oder sahen davon ab, eine Bewerbung einzureichen, da es an Unterstützung in der Bevölkerung oder finanziellen Möglichkeiten fehlte. Auch München sollte ins Rennen gehen, eine Volksbefragung verhinderte das allerdings.

Am 30. Juli wird bei der IOC-Vollversammlung in Kuala Lumpur darüber abgestimmt, wer den Zuschlag für 2022 erhält. Obwohl Almaty eher die Voraussetzungen einer Wintersport-Stadt erfüllt, werden allgemein Peking bessere Chancen eingeräumt, da davon ausgegangen wird, dass die besseren Vermarktungsmöglichkeiten in China für das IOC den Ausschlag geben könnten.

FIFA-Skandal sehr präsent

Neben den die Olympischen Spiele betreffenden Entscheidungen führte im IOC-Hauptquartier am FIFA-Skandal kein Weg vorbei. Wer in die Kantine wollte, blickte auf Zeitungsartikel, die über die Empfehlung von IOC-Präsident Thomas Bach berichten, dass der Fußball-Weltverband sich nach Vorbild der olympischen Familie reformieren soll.

"Es gibt eine generelle Diskussion unter allen IOC-Exekutivmitgliedern", erklärte IOC-Sprecher Mark Adams zur FIFA-Krise. "Wir werden die weiteren Entwicklungen sehr genau beobachten."

Während das in Lausanne tagende IOC-Exekutivkomitee laut Adams keine konkreten Entscheidungen treffen oder Empfehlungen zum FIFA-Korruptionsskandal geben wollte, wurde Bach-Nachfolger Alfons Hörmann deutlicher.

Hörmann: "Begrenzte Amtszeiten"

DOSB-Präsident Alfons Hörmann (Foto: Christoph Schmidt/dpa)

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

"Am Beispiel des IOC kann man wunderschön erkennen, wie man Themen regeln kann und wie man sie regeln muss, um wieder Glaubwürdigkeit zu erlangen", sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) der Deutschen Presse Agentur in Berlin. "Man sieht aber auch, wie lange es dauert, bis dann ein anderes Bild vermittelt wird."

Das IOC war Ende der 90er Jahre selbst durch einen Bestechungsskandal vor den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City erschüttert worden. Dabei waren zehn IOC-Mitglieder ausgeschlossen worden oder zurückgetreten. Daraufhin wurde eine Null- Toleranz-Politik in der Olympischen Agenda verankert und der Kampf gegen Korruption gestärkt.

Als Folge des Skandals sind seitdem Visiten von IOC-Mitgliedern in Olympia-Bewerberstädten verboten. Zudem wurde die Amtszeit des Präsidenten auf zwölf Jahre begrenzt und das Höchstalter der IOC-Mitglieder auf 70 Jahre limitiert.

"Alles, was mit den Regeln der Transparenz zu tun hat, wird nach meinem Verständnis im IOC-Bereich mustergültig gelebt", meinte Hörmann. Auch für die FIFA könnte eine Beschränkung der Amtszeit des Präsidenten eine Reformmaßnahme sein: "Dass man sagt, acht plus vier Jahre, wie im IOC, wäre vielleicht eine denkbare Variante."

FIFA-Präsident Joseph Blatter war bis zu seinem Rücktritt nach der Wiederwahl 17 Jahre im Amt. "Wenn Dinge möglich sind, wie es bei der FIFA der Fall ist, bei denen stark über finanzielle Zuwendungen gestaltet wird, ist die Gefahr sehr groß, dass ein Amtsinhaber Möglichkeiten hat, das Wohlwollen sehr kreativ so zu gestalten, wie er das für richtig hält", sagte Hörmann. Dann könne eine Amtszeitbeschränkung Sinn machen.

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