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Sport

Inzaghi schießt AC Mailand zum Finalsieg

Der AC Mailand hat die größte Schmach seiner Vereinsgeschichte getilgt: Durch zwei Tore von Filippo Inzaghi besiegte der Verein den FC Liverpool im Champions-League-Finale.

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Cafu von AC Mailand freut sich über den Sieg

Alessandro Nesta gegen Liverpools Steven Gerrard, Quelle: AP

Alessandro Nesta gegen Liverpools Steven Gerrard

Der AC Mailand hat dank "Super Pippo" Inzaghi die viel beschworene Rache am FC Liverpool genommen und sich zum siebten Mal die begehrteste Trophäe des europäischen Vereinsfußballs gesichert. In der Neuauflage des von den Engländern gewonnenen Champions-League-Endspiels von 2005 setzten sich die Rossoneri am Mittwoch glücklich mit 2:1 (1:0) durch.

Vor 63.800 Zuschauern im ausverkauften Olympiastadion, darunter 40.000 Engländer und 17.000 Italiener, machte Inzaghi mit seinen Treffern kurz vor der Pause und in der 82. Minute nach einem Pass von Superstar Kaka den Sieg für die Elf von Trainer Carlo Ancelotti perfekt. Beim ersten Tor hatte er einen 20-Meter-Freistoß von Andrea Pirlo unhaltbar für Liverpools Keeper Pepe Reina abgefälscht. Dirk Kuyt (89.) schaffte nur noch den Anschlusstreffer für Liverpool. Der deutsche Referee Herbert Fandel (Kyllburg) zeigte eine souveräne Vorstellung.

Vorsichtiges Defensivspiel

"Die Niederlage von vor zwei Jahren ist nicht zu revidieren, aber heute sind wir dran mit dem Feiern", sagte Mailands Gennaro Gattuso. Trainer Carlo Ancelotti freute sich mit seinen Spielern: "Natürlich sind wir überglücklich. Es ist etwas ganz besonderes, mit diesem Verein diesen Pokal zu gewinnen", sagte er.

Jamie Carragher zieht gegen Mailands Kaka die Notbremse, Quelle: AP

Jamie Carragher zieht gegen Mailands Kaka die Notbremse

Die Partie erreichte aber lange nicht die Dramatik wie vor zwei Jahren in Istanbul. Anders als damals, als Mailand die Engländer in der ersten Halbzeit an die Wand spielte, ehe Liverpool innerhalb von "sechs chaotischen Minuten" (Ancelotti) einen 0: 3-Rückstand wettmachte und das Spiel im Elfmeterschießen für sich entschied, begannen beide Mannschaften diesmal vorsichtig und setzten auf eine kompakte Defensive.

Sieben Spieler, die auch schon bei der "Schwarzen Nacht" von Istanbul im Mai 2005 bei der bitteren Niederlage im Elfmeterschießen dabei gewesen waren, bot Ancelotti in seiner Startformation auf, doch von großer "Vendetta" war vorerst nichts zu spüren. Äußerst

vorsichtig gingen die Italiener zu Werke und wurden von Liverpool sogar taktisch dominiert. Doch Mailand stand sicher in der Defensive, den Engländern fehlten die zündenden Ideen. Damit durfte Milan, das im Viertelfinale den FC Bayern und in der Vorschlussrunde den englischen Meister Manchester United ausgeschaltet hatte, nach 1963, 1969, 1989, 1990, 1994 und 2003 wieder die wichtigste Vereinstrophäe der Welt in Empfang nehmen.

"Damit fertig werden"

Die Überlegenheit gerade in der ersten Halbzeit nützte dem FC Liverpool nichts. "Damit müssen wir jetzt fertig werden. Wir haben es nicht geschafft, die Trophäe zu holen, aber wir haben trotzdem viel geleistet, in dieses Finale zu kommen", sagte Liverpools Xabi Alonso.

Mit dem dritten Sieg seit Einführung der Champions League nach 1994 und 2003 zog der AC Mailand, Viertelfinal-Bezwinger des FC Bayern München, mit Rekordsieger Real Madrid gleich und sorgte zudem für den elften Erfolg eines italienischen Teams im einstigen Landesmeister-Cup. Der Berlusconi-Club setzte mit dem Sieg in einem intensiven aber keineswegs hochklassigen Finale doch noch einen krönenden Abschluss unter eine turbulente Saison, in der der Verein nach der Verwicklung in den Manipulationsskandal in Italiens Serie A nur gnadenhalber an der Champions League hatte teilnehmen dürfen. (stu)

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