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Wirtschaft

Investoren halten sich weltweit zurück

Auslandsinvestitionen sind ein Gradmesser für die Weltkonjunktur. Laut UN-Bericht sind sie 2014 deutlich zurückgegangen. Deutsche Investoren machen allerdings einen großen Sprung nach vorn.

Angesichts vieler Krisen und konjunktureller Unsicherheiten haben sich die Investoren im vergangenen Jahr weltweit deutlich zurückgehalten. Die so genannten ausländischen Direktinvestitionen (Foreign Direct Investments, FDI) sind im vergangenen Jahr um 16 Prozent auf 1,23 Billionen US-Dollar (umgerechnet rund 1,09 Billionen Euro) zurückgegangen. Das geht aus dem Weltinvestitionsbericht der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung (Unctad) hervor, den die Organisation seit 1991 regelmäßig vorlegt.

"Die Erholung der Weltwirtschaft verläuft seit der Finanzkrise sehr holprig", sagte ein Unctad-Sprecher am Mittwoch in Genf. Trotz des generellen Rückgangs verbuchten die Entwicklungsländer laut Bericht mit 681 Milliarden Dollar (plus zwei Prozent) an Investitionen ihr bisher bestes Ergebnis.

Große Beschäftigungswirkung

Ausländische Direktinvestitionen umfassen - anders als bloße Geldanlangen - den Aufbau von Produktionsstätten, die Gründung von Filialen und Tochterunternehmen sowie den Erwerb von Unternehmensbeteiligungen. Sie haben damit eine große realwirtschaftliche Bedeutung, da mit ihnen in der Regel auch neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Zudem gelten sie - neben dem Außenhandel - als ein Gradmesser der Weltkonjunktur.

Der Unctad-Bericht untersucht auch regelmäßig die beschäftigungspolitischen Effekte der FDI. Generell sei zu beobachten, das die Auslandstöchter internationaler Konzerne schneller wüchsen als ihre Mütter im Inland, heißt es. Zur Zeit beschäftigten diese Konzerne in ihren Auslandstöchtern rund 75 Millionen Menschen, heißt es in dem Report - allein im vergangenen Jahr seien durch FDI eine Million neue Jobs entstanden.

Spitzenreiter China

Unter den zehn beliebtesten Investitionsstandorten befinden sich laut UN-Report inzwischen fünf Entwicklungsländer: Brasilien, China, Hongkong, Indien und Singapur. Der Report zeigt außerdem, dass China im vergangenen Jahr mit 129 Milliarden Dollar die meisten Auslandsinvestitionen angelockt hat, gefolgt von Hongkong mit 103 Milliarden und den USA mit 93 Milliarden Dollar. Unter den Top-20-Ländern bei Direktinvestitionen musste Russland den größten Rückgang im Jahresvergleich hinnehmen. Statt 69 Milliarden Dollar (2013) flossen 2014 nur noch 21 Milliarden Dollar nach Russland.

Der Unctad-Bericht stellt auch fest, dass in vielen Ländern die politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen für ausländische Direktinvestitionen verbessert worden sind. So haben 37 Staaten insgesamt 63 handels- und investitionsbezogene Maßnahmen ergriffen, von denen nur neun Maßnahmen restriktiver Natur waren, heißt es in dem Bericht. Begründet wurden sie in der Regel mit der nationalen Sicherheit oder dem Schutz der heimischen Industrie.

Deutsche auf Einkaufstour

Deutsche Unternehmen nutzten ihre oft vollen Kassen zu einer deutlichen Steigerung ihrer Investitionen im Ausland. Zu den wichtigsten Akquisitionen zählten dem Bericht zufolge der Erwerb des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania durch Volkswagen und der Kauf des US-Pharmaunternehmens Merck durch Bayer.

Insgesamt hat Deutschland 2014 seinen Platz unter den größten Investoren weltweit deutlich verbessert. Deutsche Unternehmen rückten mit Investitionen von rund 112 Milliarden Dollar von Platz zehn auf Platz fünf vor. Deutschland habe seine Investitionen verdreifacht und sei nun größter Investor unter den Europäern, heißt es in dem Bericht. Nur die USA, China, Hongkong und Japan haben noch mehr Geld im Ausland investiert.