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Wirtschaft

Investor fordert Stellenabbau bei VW

Unflexibel, unproduktiv und zu teuer: So die Vorwürfe des britischen Hedgefonds TCI an Volkswagen. VW nahm die Kritik nun teilweise an. Das reicht TCI nicht, der Investor fordert den Abbau von 30.000 Arbeitsplätzen.

Der für seine aktivistischen Kampagnen bekannte britische Hedgefonds TCI hatte Europas größten Autobauer als unflexibel kritisiert und die zu hohen Arbeitskosten bemängelt. TCI will erreichen, dass Volkswagen mehr Geld an seine Aktionäre ausschüttet.

Volkswagen hat der Kritik nun teilweise zugestimmt. Bei mehreren Punkten sei man sich einig, schrieb Finanzvorstand Frank Witter in einem Antwortschreiben an TCI, das der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch vorlag.

"Volkswagen kann und sollte das profitabelste Unternehmen in der Autowelt sein", heißt es darin. Witter bekräftigte in den Schreiben, dass Konzernchef Matthias Müller noch im Sommer seine neue Strategie präsentieren werde. Darin will Müller die Entwicklung von Europas größtem Autobauer bis 2025 vorzeichnen.

Auch bei der Kritik an den Managerboni ging VW in dem Schreiben vom 17. Mai auf TCI ein. Das derzeitige Vergütungssystem müsse geändert werden, dies werde Teil der neuen Strategie sein, so Witter.

Machtverhältnisse

Andere Investoren hatten sich der Kritik von TCI angeschlossen. Für viele stand dabei auch die dominante Stellung der Haupteigner von Volkswagen im Vordergrund. "VW verhält sich nicht wie eine Aktiengesellschaft, sondern wie ein familiengeführtes Unternehmen", kritisierte ein Großaktionär im Gespräch mit Reuters.

Er monierte, dass die Mehrheit der stimmberechtigten Stammaktien bei den Familien Porsche und Piech und dem Land Niedersachen liegt. Die großen Investoren, die vor allem Vorzugsaktien haben, könnten deshalb nur zusehen und warten.

TCI hat laut "Financial Times" einen zweiprozentigen Anteil im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro an Volkwagen aufgebaut, allerdings handele es sich um Vorzugsaktien, die nicht stimmberechtigt sind. Es ist daher unklar, wie TCI seine Forderungen durchsetzen will.

Als ein möglicher Verbündeter gilt das Emirat Katar, das mit 17 Prozent an Volkswagen beteiligten ist. Die beiden Vertreter Katars im VW-Aufsichtsrate haben mehrfach die starke Stellung des Betriebsrats bemängelt, der aus ihrer Sicht eine Restrukturierung des von der Abgaskrise erschütterten Autobauers behindert.

30.000 Stellen abbauen

Ähnlich argumentiert TCI. Fondsgründer Chris Hohn kritisiert, die Produktivität bei VW sei nur halb so hoch wie die des japanischen Konkurrenten Toyota. In einem normalen Jahr wie 2014 seien zwei Drittel der erwirtschafteten Mittel an die VW-Belegschaft geflossen, während die Aktionäre nur einen Bruchteil erhalten hätten.

Am Mittwoch hat TCI die Reaktion von Volkswagen auf seine Kritik begrüßt. Zugleich machte der Fonds deutlich, dass die von VW eingeleiteten Schritte zur Steigerung der Profitabilität nicht ausreichten - und schlug einen deutlichen Stellenabbau vor.

Volkswagen könne ohne weiteres vier bis fünf Prozent der Belegschaft durch natürliche Fluktuation abbauen. Dies wären nach Rechnung von TCI bis zu 30.000 der weltweit rund 610.000 Arbeitsplätze. Allein dadurch könne Volkswagen drei Milliarden Euro einsparen.

bea/hb (reuters)

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