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Schauspieler im Gespräch

Interview mit Iris Berben - Januar 2008

"Wenn man nicht kritikfähig ist, ist man isoliert" - Iris Berben über ihren Umgang mit Kritik

Iris Berben in den Buddenbrooks als Konsulin Bethsy Buddenbrook

Iris Berben in den "Buddenbrooks" als Konsulin Bethsy Buddenbrook

Blättert man in den Zeitungsartikeln aus der Mitte der 90er-Jahre, die über sie schreiben, so stößt man vor allem auf eine Feststellung, die in fast allen Gazetten die Runde machte: Iris Berben galt als "Deutschlands erotischste Schauspielerin", mit der laut einer Umfrage jeder vierte deutsche Mann sich ein Rendezvous vorstellen könnte. Doch ihre Popularität rührt nicht nur von dieser Ausstrahlung her – Iris Berben kann heute auf ein umfangreiches schauspielerisches Werk blicken, das sie zu einer der populärsten Schauspielerinnen Deutschlands macht.

Von der APO auf die Leinwand

Iris Berben bei der Verleihung des Quadriga Preises in Berlin

Iris Berben bei der Verleihung des Quadriga Preises in Berlin

Geboren wurde Iris Berben am 12.08.50 in Detmold. Nach dem Umzug ihrer inzwischen geschiedenen Mutter nach Hamburg besuchte sie dort die Grundschule. Mehrere Internate waren es, mit denen sie dann Bekanntschaft machte, bis sie noch vor dem Abitur die Schule verließ und sich bei der Hamburger APO engagierte. Und auch ihre schauspielerische Karriere sollte bald ihren Anfang nehmen: als Siebzehnjährige begann sie zunächst in verschiedenen Kurzfilmproduktionen der Hamburger Kunsthochschule aufzutreten, bis sie ein Jahr darauf in ihrem ersten Kinofilm zu sehen war. "Detektive" hieß der Krimi aus dem Jahr 1968, über den etwa die "Süddeutsche Zeitung" vom 23.05.69 urteilte: "Ein Film, der wichtig ist, der schön ist, der ernst ist, der spielerisch ist, der anmutig ist, der radikal ist… ." Und er erwies sich zugleich für die junge Schauspielerin, die eine Tanz- und Bewegungsausbildung in London sowie eine Sprech- und Gesangsausbildung bei Hoffmann de Boer in Berlin absolvierte, als ein Glücksfall: der Streifen war für Iris Berben der Startschuss für eine weitere Karriere.

Iris Berben mit ihrem neuen Buch in München Frauen bewegen die Welt (10.02.09)

Iris Berben mit ihrem neuen Buch in München "Frauen bewegen die Welt" (10.02.09)

Eine unaufhaltsame Karriere

Iris Berben spielte nun in weiteren Kino- und Fernsehproduktionen, doch insbesondere zwei Fernsehserien steigerten ihre Popularität: "Zwei himmlische Töchter", in der sie zusammen mit Ingrid Steeger agierte und die ARD-Serie "Sketchup", die sie mit Dieter Krebs drehte. Doch bald sollte sie sich auch als Charakterdarstellerin beweisen: in dem ZDF-Fernsehspiel "Die Baronin" von 1981 erhielt sie ihre erste Charakterrolle. Dort spielte sie die Rolle der jungen Elisabeth von Plotho. Nun folgten weitere unzählige Rollen, die die Popularität von Iris Berben steigerten und festigten. So etwa die Serie "Das Erbe der Guldenburgs", sowie solche Filme wie "Ein naheliegender Mord", "Karambolage" oder auch "Das Geheimnis der gelben Geparden", um nur einige wenige zu nennen. Auch als ZDF- Kommissarin Rosa Roth, die seit 1994 in der Berliner Mordkommission zahlreiche Fälle klärte, spielte sich Iris Berben die in die Gunst des Fernsehpublikums. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" titelte am 08.11.94: „Polizistinnen werden schöner“. Diese Rolle brachte ihr auch eine Auszeichnung mit der Goldenen Kamera. Knapp 150 Filme zählt das Filmportal ofdb.de, in denen die Schauspielerin mitwirkte. Und da ist sicherlich noch nicht das letzte Wort gesprochen. Ihre Wandlungsfähigkeit stellt Iris Berben immer wieder unter Beweis – sehr zur Freude ihrer großen Fangemeinschaft. Und so umfangreich die Liste ihrer Rollen ist, so imposant stellt sich auch die Anzahl der Preise und Auszeichnungen dar, mit denen Iris Berben geehrt wurde. Neben dem Bundesverdienstkreuz sollte unter anderem die Auszeichnung mit dem Verdienstorden der BRD Êrster Klasse für ihr Engagement gegen Rassismus und Antisemitismus erwähnt werden.

Im Januar 2008 unterhielt sich DW-Redakteur Ramon Garcia-Ziemsen mit Iris Berben unter anderem über ihr soziales Engagement und den Umgang mit der Kritik.

Autor: Andreas Zemke

Redaktion: Diana Redlich

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