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Justiz

Interpol hebt Vermerk gegen Schriftsteller Dogan Akhanli auf

Der Kölner Schriftsteller, den die Türkei in Spanien festsetzen ließ, kommt womöglich bald nach Hause. Gegen Akhanli liegt kein Festnahme-Vermerk mehr vor - die internationale Polizeibehörde hat die Löschtaste gedrückt.

Spanien Madrid - Dogan Akhanli in der Türkei geborener Schriftsteller (picture-alliance/dpa/E. Rappold)

"Die Türkei will mich mundtot machen": Dogan Akhanli (Archivbild)

Interpol habe die sogenannte "Red Notice" gegen den Kölner Schriftsteller zurückgezogen, bestätigte das Auswärtige Amt. Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" darüber berichtet. Akhanli war während eines Urlaubs in Spanien vorübergehend festgenommen worden - auf Grundlage einer "Roten Ausschreibung", mit der alle Mitgliedstaaten von Interpol um Festnahme der genannten Person ersucht werden. Die Türkei hatte den Vermerk veranlasst.

Nach einer Intervention des Auswärtigen Amtes in Berlin kam Akhanli am Sonntag wieder frei, durfte Spanien aber zunächst nicht verlassen. Ob der Schriftsteller jetzt ausreisen kann, ist noch nicht gewiss. Staatssekretär Walter Lindner stehe hierzu mit seinem spanischen Kollegen in Kontakt, erklärte das Auswärtige Amt.

Räuberpistole als politischer Hebel?

Der Schriftsteller steht der Regierung in Ankara kritisch gegenüber. Er war jahrelang in der Türkei inhaftiert. 1991 floh er nach Deutschland, 2001 nahm er die deutsche Staatsbürgerschaft an.

Die türkische Justiz wirft ihm vor, er sei in einen Raubüberfall verwickelt gewesen. Akhanli vermutet hingegen, er solle mundtot gemacht werden. In seinen Werken setzt er sich unter anderem für eine Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern im Osmanischen Reich ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte ebenso wie Außenminister Sigmar Gabriel gegen die Festnahme des Schriftstellers protestiert.

jj/uh (dpa, spon)