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Studieren in Deutschland

Internetportal hilft bei Stipendien-Suche

Nur wenige Studenten in Deutschland bekommen ein Stipendium. Wohl auch, weil die Suche nach einer Förderung schwierig ist. "MyStipendium.de", eine neue Internetplatform, will das ändern.

Knapp 800 Euro gibt der Durchschnittsstudent in Deutschland jeden Monat aus. Für Miete und Telefon, Krankenversicherung und Kleidung. Die meisten Studierenden in Deutschland bekommen Geld von ihren Eltern, um ihr Studium zu finanzieren. Viele jobben neben dem Studium. Doch nur magere drei Prozent bekommen ein Stipendium. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Suche nach einem passenden Stipendium gar nicht so einfach ist. Das muss sich ändern, dachte sich die heute 27-jährige Mira Maier. Sie ist die Gründerin und Geschäftsführerin der Internetplattform "MyStipendium.de". Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft hat die Plattform ausgezeichnet. "MyStipendium.de" sei "mit 1200 Stipendienangeboten die erste wirklich umfassende und zugleich die größte Stipendienübersicht Deutschlands".

DW: Frau Maier, nur drei Prozent aller Studierenden in Deutschland bekommen ein Stipendium. Gibt es denn nur so wenige Stipendiengeber in Deutschland?

Dr. Mira Maier, Gründerin und Geschäftsführerin von MyStipendium.de (Foto: Mira Maier)

Mira Maier hat selbst mit einem Stipendium promoviert

Mira Maier: Nein, es gibt eine ganze Reihe an Anbietern. Es gibt auch Studien, die sagen, dass nicht alle Stiftungen ihre Fördergelder vergeben können. Das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Ich habe mit Stiftungen gesprochen, die nicht alle ihr Gelder vergeben können, weil es nicht ausreichend viele oder zumindest nicht die passenden Bewerber gibt. Und gleichzeitig beobachte ich, dass das Thema Stipendium in Deutschland eine immer größere Bedeutung bekommt. Man sieht jetzt auch mit der Einführung des Deutschlandstipendiums zum Sommersemester 2011, dass auch seitens der Politik offenbar ein größeres Augenmerk auf dieses Thema gelegt wird.

Sie selbst haben kürzlich promoviert. Ihre Promotion haben sie durch ein Stipendium fördern lassen. Wie haben Sie das passende Stipendium gefunden?

Ich wollte ein Stipendium abseits der Begabtenförderungswerke finden. Dabei habe ich herausgefunden, dass es auch kleinere Stiftungen gibt, die Studierende und Promovierende fördern. Ich habe mich im Internet wochenlang durch die Portale der unterschiedlichen Anbieter gekämpft, um die Stipendien zu identifizieren, die auf meinen persönlichen Lebenslauf passen. Das waren dann auch nur einige wenige. Auf diese Weise habe ich eine Stiftung gefunden, die mich gefördert hat. Und so ist dann auch die Idee zu "MyStipendium.de" geboren: Ich habe mir gedacht, dass man diese Suche abkürzen kann.

Aber auf Ihrer Internetplattfom gibt es insgesamt 1200 Förderangebote. Ist das nicht auch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen?

Ein Hörsaal im Hauptgebäude der RWTH Aachen (Foto: Peter Winandy)

Die Fördermöglichkeiten in Deutschland sind vielfältig

Wir haben tatsächlich mit 1200 Fördermöglichkeiten die umfassendste Stipendiendatenbank in Deutschland. Aber wir haben erstmals in Deutschland einen Matching-Algorithmus entwickelt. Wir erfassen das Profil unser Nutzer nach 34 Bewerbungsvoraussetzungen. Diese 34 Kriterien sind Auswahlkriterien, nach denen Stiftungen ihre Stipendiaten auswählen. Wir haben eine Stiftungsdatenbank erstellt, in der alle Fördermöglichkeiten nach diesen selben 34 Kriterien klassifiziert sind. Die Angaben des Nutzers werden dann vollautomatisch mit den bei uns hinterlegten Stiftungsprofilen abgeglichen, sodass nur die Stipendien angezeigt werden, auf die das Profil des Nutzers wirklich zutrifft. Das sind im Durchschnitt je Bewerber etwa 15 Angebote.

Viele Stipendien sind vor allem für Studierende mit sehr guten Leistungen. Hat man denn nur als Einserkandidat die Chance auf ein Stipendium?

Natürlich ist es von Vorteil, wenn man gute Noten schreibt. Aber es ist nicht so, dass es nur Stipendien für leistungsstarke Studierende gibt. Es gibt auch eine große Bandbreite an Stiftungen, die andere Schwerpunkte bei den Auswahlkriterien setzen. Dort zählt zum Beispiel, wenn man sich sozial engagiert, finanziell bedürftig ist oder einen Migrationshintergrund hat. Andere wollen Frauen in naturwissenschaftlichen oder technischen Fächern fördern. Und es gibt Anbieter, die möchten, dass der Bewerber am selben Ort geboren wurde wie der Stifter. Die Bandbreite ist so groß, dass man nicht zwingend gute Noten haben muss, um ein Stipendium zu erhalten.

Wie gut sind die Chancen für ausländische Studierende, gefördert zu werden?

Internationale Austauschstudenten in einer Vorlesung an der Handelshochschule Leipzig (Foto: Jan Woitas)

Für ausländische Studierende gibt es spezielle Stipendien

Da gibt es eine große Bandbreite an Fördermöglichkeiten. Es gibt zum Beispiel Stiftungen, die speziell Studierende aus dem Ausland fördern, die in Deutschland studieren möchten. Manche Stiftungen fördern junge Menschen, die aus einem bestimmten Land kommen und dort ein bestimmtes Fach studieren. Und gerade bei Stiftungen, die noch nicht so bekannt sind, ist die Chance dann groß, für ein Stipendium infrage zu kommen.

Wann ist denn eine gute Zeit, die Bewerbung loszuschicken?

Die Stiftungen haben unterschiedliche Bewerbungsfristen. Am besten verschafft man sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen Fristen. Ich kann jedem ans Herz legen, frühzeitig mit der Bewerbung zu beginnen. Denn manche Stiftungen verlangen Gutachten zum Beispiel von Professoren. Und diese Gutachter möchte man als Bewerber in der Regel nur ungern zeitlich unter Druck setzen.

Und wie lange muss ich dann warten, bis ich die Zu- oder Absage erhalte?

Auch das ist unterschiedlich. Bei großen Stiftungen, wie den Begabtenförderungswerken, kann das bis zu sechs Monate dauern. Bei kleinere Stiftungen geht das häufig schneller.

Das Interview führte Svenja Üing.

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