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Geschichte

Internet, Satellitenfernsehen und Befreiung aus Kigali

Als erste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt verfügt die Deutsche Welle über ein Angebot im Internet. Über Satellit verbreitet sie weltweit ein Informations- und Nachrichtenprogramm.

1993: DW-TV und DW-Radio via Satellit für Bundeswehrsoldaten in Somalia

DW-TV und DW-Radio via Satellit für Bundeswehrsoldaten in Somalia

1990 / Rundfunkneuordnung

Die politischen Veränderungen nach dem Mauerfall und der deutschen Wiedervereinigung wirken sich auch auf die DW aus: Am 3. Oktober übernimmt sie 21 Mitarbeiter sowie Sendefrequenzen und Sendeanlagen von Radio Berlin International (RBI), dem Auslandsrundfunk der DDR. 1992 integriert sie RIAS-TV und baut es zum deutschen Auslandsfernsehen via Satellit aus. Das „Gesetz über die Neuordnung der Rundfunkanstalten des Bundesrechts und des RIAS Berlin – Rundfunkneuordnungsgesetz“ trägt den Veränderungen am 20. Dezember 1993 auch formal Rechnung.

1992 / Neue Fremdsprachen

Der Krieg im zerfallenen Jugoslawien und die Schwierigkeiten beim Transformationsprozess in den postkommunistischen Gesellschaften prägen die DW-Arbeit für Südosteuropa. Im Juni beginnt die Ausstrahlung eines Hörfunkprogramms auf Albanisch, anfangs mit 15, ab September mit 30 Minuten Länge. Das Programm mit seiner Mischung aus deutschen, internationalen und Balkan-Informationen stößt auf breite Zustimmung in Albanien und im Kosovo, wo die albanische Bevölkerungsmehrheit praktisch über keine eigenen Medien verfügt.

1992 / Satellitenfernsehen

Am 1. April startet die DW in Berlin ein tagesaktuelles Auslandsfernsehen. Um 15 Uhr MEZ drückt Berlins Regierender Bürgermeister symbolisch den roten Knopf. Das Programm soll helfen, den ständig steigenden Bedarf an Informationen aus Deutschland und über das wiedervereinigte Land zu befriedigen. Über den Satelliten Eutelsat II-F1 ist das sechsstündige Informations- und Nachrichtenprogramm auf Deutsch und Englisch zunächst in Europa zu sehen ist. Mitte 1995 ist es rund um die Uhr und rund um die Welt zu empfangen. Als dritte Sendesprache ist Spanisch hinzugekommen. Hervorgegangen ist das Programm aus dem früheren Berliner Sender RIAS-TV.

1994 / Befreiung aus RL Kigali

In Ruanda wütet der Bürgerkrieg. Die DW-Mitarbeiter auf der Relaisstation in der Hauptstadt Kigali sind eingeschlossen. Im April werden die elf deutschen Kollegen von einer Spezialeinheit der belgischen Streitkräfte ausgeflogen. In Köln stellen sich die Befreiten mit Intendant Dieter Weirich der Presse. Nachdem sich die Lage im August beruhigt hat, kehren vier DW-Mitarbeiter zur Station zurück. Die neue Regierung hatte um Hilfe gebeten, den zur Landesversorgung wichtigen KW-Sender wieder in Betrieb zu nehmen. Die Situation auf der Station ist bedrückend: Etwa 40 Prozent der einheimischen Mitarbeiter sind umgekommen, 30 Prozent leben in Flüchtlingslagern, nur 30 Prozent kehren auf die Station zurück. Die DW kann zunächst nur eingeschränkt und mit reduzierter Leistung senden.

1994 / Start Internet

Leuchtreklame wirbt für ein Internetcafe, aufgenommen am 17.12.2003 in Gütersloh.

Neuer Übertragungsweg für Texte, Töne und Bilder.

Am 1. September geht die DW mit einem Informationsangebot ins Internet – als erste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland. Die Berichterstattung zur Bundestagswahl 1994 ist die erste einer Rundfunkanstalt überhaupt. Drei Minuten nach Schließung der Wahllokale ist die erste Prognose-Grafik im Netz. 65.000 Aufrufe der Grafiken, Berichte und Hintergrundinformationen verzeichnet die DW in der Wahlnacht – damals ein beachtlicher Wert. Die Webseite auf Deutsch und mehreren anderen Sprachen wird in den folgenden Jahren immer weiter ausgebaut.

1995 / Digitalisierung von Produktion und Ausstrahlung im Hörfunk

Mit einem Pilotprojekt im Englischen Programm beginnt die DW die Digitalisierung im Hörfunk. Audio-Work-Stations halten Einzug in den Redaktionsalltag. Die Digitalisierung führt nicht nur zu neuen technischen Anlagen, Geräten und Übertragungsverfahren, sondern auch zu neuen Arbeitsabläufen und –methoden. Die digitale Produktion und Ausstrahlung verspricht eine bessere Sende- und Empfangsqualität auf der einen, geringere Produktionskosten auf der anderen Seite.

1997 / Bosnisch

Der Rundfunkrat der DW beschließt die Schaffung eines bosnischen Radio-Programms. Wegen des Kriegs in Bosnien hatte die DW im April 1993 eine tägliche halbstündige Sondersendung für Suchmeldungen bosnischer Flüchtlinge eingerichtet. Das Echo auf diesen Service – monatlich rund 500 Suchmeldungen und Grußbotschaften – ist überwältigend. Ab Juni 1995 werden aktuelle Informationen und Berichte zur Lage im Krisengebiet in die Sendung integriert. Bis Ende 1997 übernehmen ein Dutzend unabhängiger, privater bosnischer Radiosender die DW-Sendung auf ihren UKW-Frequenzen.

1997 / Einstellung Fremdsprachen

Zum Ende des Jahres stellt die DW die Sendungen auf Dänisch, Norwegisch, Niederländisch und Italienisch ein. 1993 waren sie im Zuge der Rundfunkneuordnung vom Deutschlandfunk übernommen worden – zusammen mit dem Polnischen, Tschechischen, Slowakischen, Slowenischen, Schwedischen Programm. Mit den Mitarbeitern der eingestellten Redaktionen und den freigesetzten Mitteln verwirklicht die DW zusätzliche Aktivitäten in anderen Bereichen, etwa im Englischen Programm.

1998 / Reformen

Nach den Bundestagswahlen geht die Rechtsaufsicht über die DW nach fast 40 Jahren vom Bundesinnenministerium auf den Staatsminister für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt über. Gemäß dem neuen DW-Gesetz legt die DW erstmals eine „mittelfristige Aufgabenplanung“ vor. Sie basiert auf einem „Zehn-Punkte-Programm zur Zukunft des deutschen Auslandsrundfunks“ des Intendanten – eine Fortschreibung des Reformkonzepts „DW 2000“ von 1993. Ziele der Aufgabenplanung sind unter anderem: Stärkung der Fremdsprachenprogramme im Hörfunk, Ausbau des Internetangebots, Profilierung des TV-Programms, Fortsetzung der Digitalisierung, Aufbau eines deutschsprachigen Auslandsfernsehens gemeinsam mit ARD-Landesrundfunkanstalten und ZDF, sowie Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

1999 / Etatkürzungen

Der Deutsche Bundestag beschließt im März, den DW-Etat für das laufende Haushaltsjahr um 30 Millionen auf 606 Millionen DM zu kürzen. Die Mittelfristige Finanzplanung bis 2003 sieht sogar Kürzungen um insgesamt 89 Millionen DM vor. Die DW verabschiedet ein Maßnahmenpaket, wie die Kürzungen umgesetzt werden können. Strukturelle Maßnahmen wie die Konzentration der TV-Aktivitäten am DW-Standort Berlin oder die Einstellung von sechs Fremdsprachenprogrammen, verbunden mit einem entsprechenden Personalabbau, lassen sich nicht vermeiden. Am 31. Dezember schließt die DW die japanische, slowakische, slowenische, spanische und tschechische Redaktion. Gleichzeitig investiert sie freiwerdende Mittel in zukunftsträchtige Bereiche.

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