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Top-Thema – Podcast

Internet - die neue Droge?

Es ist fast wie beim Alkohol: Zu viel kann süchtig machen. Das gilt nach einer aktuellen Untersuchung auch bei einer Überdosis Internet. Aber es ist noch unklar, wann der Aufenthalt im Netz gefährlich wird.‎

Die Zahlen klingen dramatisch: Über eine halbe Million Deutsche sollen internetsüchtig sein – doppelt so viele wie beim Glücksspiel. Allerdings fehlen noch genaue Daten darüber, was genau unter Internetsucht zu verstehen und welches Verhalten problematisch ist. Die Forschung steckt auf diesem Gebiet noch in den Kinderschuhen.

Eine Befragung durch das Bundesgesundheitsministerium von etwa 15.000 Internetnutzern zwischen 14 und 64 Jahren hat erste interessante Ergebnisse gebracht. Überraschend ist vor allem, dass 14- bis 16-jährige Mädchen mit fast fünf Prozent etwas stärker als internetsüchtig eingeschätzt werden als gleichaltrige Jungen.

Der Lübecker Suchtexperte und Verantwortliche für die Untersuchung Hans-Jürgen Rumpf vermutet als Grund dafür die besondere Anziehungskraft von sozialen Netzwerken auf weibliche Jugendliche. Sie sind empfänglicher für positive Reaktionen auf ihre Person und verbringen daher mehr Zeit dort als Jungen. Bei denen haben dagegen Online-Spiele das größte Suchtpotenzial.

Doch wie kann Internet-Sucht behandelt werden? Eine totale Abstinenz halten sowohl Rumpf als auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Mechthild Dyckmans für unrealistisch. Zu wichtig ist das Internet im Alltag geworden. Dyckmans findet, dass Hilfsbedürftige vielmehr in Therapien einen kontrollierten Umgang mit dem Internet erlernen müssen.


Glossar

etwas macht süchtig – etwas (z.B. Drogen) ist so, dass man mehr davon haben muss

Überdosis, die – eine zu große, ungesunde Menge von etwas (z.B. Medikamente)

etwas klingt dramatisch – etwas hört sich schlimm an; etwas scheint schlimm zu sein

Glücksspiel, das – ein Spiel, bei dem man Geld gewinnen oder verlieren kann

Daten, die (Plural) – hier: die Informationen

Sucht, die – die Tatsache, dass man ohne etwas/jemanden nicht mehr leben kann

etwas steckt in den Kinderschuhen – etwas steht noch ganz am Anfang

Bundesgesundheitsministerium, das – das Ministerium für Gesundheit

einschätzen – hier: vermuten

gleichaltrig – so, dass jemand im gleichen Alter ist wie jemand

Anziehungskraft, die – die Tatsache, dass etwas jemanden besonders interessiert und deshalb zu sich zieht

soziale Netzwerk, das – eine Internetseite, auf der man Leute kennen lernen kann (z.B. Facebook, Twitter, Linkedin)

empfänglich für etwas sein – offen für etwas sein, auch wenn es negativ ist

Suchtpotenzial, das – die Möglichkeit, schnell → süchtig zu machen

Abstinenz, die – die Tatsache, dass man auf etwas (z.B. Alkohol) ganz verzichtet

etwas für etwas halten – eine Ansicht über etwas haben, auch wenn diese falsch ist

Drogenbeauftragter/Drogenbeauftragte, der/die – jemand, der/die beruflich für das Thema Drogen (z.B. Alkohol, Heroin u.a.) zuständig ist

Hilfsbedürftige, der/die – jemand, der/die ein Problem hat und Hilfe braucht

kontrollierter Umgang, der – die Tatsache, etwas in Maßen zu nutzen


Fragen zum Text

1. Internetsüchtig sind Menschen, die …
a) auch süchtig nach Glücksspielen sind.
b) ohne Internet nicht leben können und zu lange im Internet sind.
c) gerne Online-Spiele spielen und Facebook nutzen.

2. 14- bis 16 jährige Mädchen sind gerne in sozialen Netzwerken aktiv, weil …
a) sie interessanter als Online-Spiele sind.
b) sie nicht süchtig machen.
c) sie dort mit anderen in Kontakt treten und sich präsentieren können.

3. Gegen Internetsucht …
a) hilft nur ein striktes Internetverbot.
b) hilft die Kontrolle durch die Bundesregierung.
c) helfen Gespräche mit Ärzten und Therapeuten, die den Betroffenen einen neuen Umgang mit dem Internet zeigen.

4. Suchtexperte Rumpf und Drogenbeauftragte Dyckmans halten nichts … einem kompletten Internet-Verzicht.
a) von
b) für
c) vor

5. Ein Leben … Internet können sich viele Menschen nicht mehr vorstellen.
a) mit
b) ohne
c) für das


Arbeitsauftrag
Rollenspiel: Ihr Sohn/ Ihre Tochter surft in seiner/ihrer Freizeit nur im Internet. Er/sie hat kein Interesse mehr daran, sich mit Freunden zu treffen. Führen Sie ein Gespräch mit ihr/ihm über sein/ihr Verhalten und diskutieren Sie darüber, wie viele Stunden Internet-Nutzung Sie für sinnvoll halten. Überlegen Sie auch, wie Sie ihm/ihr dabei helfen können, weniger Zeit im Internet zu verbringen. Spielen Sie das Gespräch anschließend in der Klasse vor.


Autoren: Marcel Fürstenau/Stephanie Schmaus
Redaktion: Raphaela Häuser

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