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Bildung

Internationalität zahlt sich aus

Zum zweiten Mal wurde in Deutschland der Preis für "Die internationale Hochschule" verliehen. Sieger ist die Bauhaus Universität Weimar, doch in der engeren Wahl stand auch die international ausgerichtete BTU Cottbus.

Studierende der BTU Cottbus (Foto: BTU Cottbus)

Li He kommt aus China und möchte in Cottbus Architektur studieren. Die junge Frau aus Kamerun hat sich für Elektrotechnik eingeschrieben. Vitali aus der Ukraine studiert Maschinenbau. Auf die Brandenburgische Technische Universität (BTU) sind die beiden im Internet aufmerksam geworden und bei Präsentationen der BTU an deutschen Auslandsschulen. Li wurde die Universität in der Lausitz von einem Freund empfohlen. Nicht sehr groß sei sie, gerade mal zwanzig Jahre alt, bestens ausgestattet und international ausgerichtet. In Forschung, Lehre und auf dem Campus. Denn jeder zehnte der 7000 Studierenden stammt aus dem Ausland.

Zentrales Hörsaalgebäude (ZHG) der BTU Cottbus (Foto: Brandenburgische Technische Universität Cottbus)

Zentrales Hörsaalgebäude (ZHG) der BTU Cottbus

Internationalisierung ist ein wichtiges Markenzeichen der BTU, sagt Nina Wolfeil, die Leiterin ihres Akademischen Auslandsamtes. "Wir waren Vorreiter bei der Gründung von internationalen Studiengängen in Deutschland. Und das ist etwas, was wir weiter aufgebaut haben". Mittlerweile bietet die Technische Universität acht englischsprachige Studiengänge an. Besonders attraktiv sind die für die internationalen Studierenden. Etwa ein Drittel von ihnen ist beispielsweise in "Power Engineering", "Environmental and Resource Management" oder "World Heritage Studies" eingeschrieben.

All dies ist mit ein Grund, warum es die BTU in die engere Auswahl für den Preis "Die internationale Hochschule" geschafft hat. Den Preis haben der Stifterverband der deutschen Wirtschaft und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) zum zweiten Mal ausgeschrieben. Diesmal stand er unter dem Motto "Die internationale Dimension der Lehre". Fünf ausgewählte Hochschulen schafften es dabei in die Endrunde. Neben der BTU gehörte auch die Bauhaus Universität Weimar zur engeren Wahl und konnte die Jury letztendlich überzeugen. Immerhin gehen rund 60 Prozent der Studierenden aus Weimar ins Ausland, 15 Prozent kommen aus der ganzen Welt an die Bauhaus Universität, die wie die BTU Cottbus eine kleine Universtität ist, allerdings mit einer langen Tradition. Die Jury lobte in Weimar besonders die internationale Kommunikation bei der neue Medien an der Uni eine wichtige Rolle spielen. Auch die Technische Universtiät Cottbus kümmert sich um die Kommunikation ihrer Studierenden, sei es mit den Profressoren oder untereinander.

Herzlich willkommen!

Bei Bedarf und Interesse können die jungen Menschen aus aller Welt vor Beginn ihres eigentlichen Studiums an der BTU an einem zweisemestrigen Intensivkurs "Deutsch" teilnehmen. In dem lernen sie weit mehr als nur die Sprache, erläutert Jochen Schöttner, der für die Programme verantwortlich ist. Man habe auch das Ziel, auf die Studienkultur in Deutschland vorzubereiten, also auf die Arbeit in Gruppen und an Projekten, auf Streitgespräche, Diskussionen und Präsentationen, bei denen man seine Ideen verteidigen muss. Insbesondere für die an Frontalunterricht gewöhnten jungen Menschen aus Asien sei das manchmal eine echte Herausforderung.

Beim Einleben in Cottbus helfen ihnen übrigens auch ältere Semester und Cottbusser Bürger. Jeder lernt hier irgendwie von jedem und wird dabei selbst weltläufig. Das setzt sich dann auch im eigentlichen Studium fort – dank der Internationalität der Lehre und weltweiter Forschungskooperationen. BTU Präsident Walther Christoph Zimmerli skizziert das Leitbild der Universität so: "Unsere Philosophie ist zusammengefasst in der Formel vom Reallabor. Und Reallabor heißt, dass wir hier Lösungen für regional aufgefundene Probleme finden, die international übertragbar und anwendbar sind".

Studierende aus dem Vorbereitungskurs der BTU Cottbus (Foto: Jochen Schöttner)

Studierende aus dem Vorbereitungskurs der BTU Cottbus

Das beginnt mit der Forschung zur Rekultivierung von Tagebaulandschaften im Kohleabbau, von denen Cottbus umgeben ist. Es geht weiter mit dem Schwerpunktthema Stadtsanierung und dem Umbau von Plattenbauten und endet noch längst nicht mit der Auseinandersetzung mit großen Herausforderungen wie Abfallverminderung, Klimawandel, Energiewirtschaft und Kreislaufwirtschaft. Für die Studierenden heißt das: regelmäßiges Projektstudium, integrierte Auslandssemester und die Möglichkeit, jede Menge Wissen in Schwellenländer zu transportieren.

An der BTU Cottbus soll Internationalität als selbstverständlicher Bestandteil in Studium und Lehre integriert werden, und zwar in allen Studiengängen. Das ist das erklärte Ziel. Womit die Universität künftig noch weniger als heute auf Studierende aus dem bevölkerungsarmen Bundesland Brandenburg angewiesen sein dürfte und sich auch die kleine Stadt Cottbus weiter internationalisieren wird.Der Sigeruniversität, der Bauhaus Universität in Weimar, bescheinigte die Jury bereits jetzt, dass der internationale Campus dort überzeugend gelebt werde. Alle Hochschulangehörigen seien in einen gemeinsamen Entwicklungsprozess eingebunden, heißt es in der Begründung, und zwar mit ihren spezifischen Kenntnissen und Erfahrungen, die sie letztendlich auch aus ihrer eigenen Kultur mitbringen.

Autorin: Silke Bartlick
Redaktion: Gaby Reucher

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