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Asien

Internationaler Druck auf Karsai wächst

Der afghanische Präsident soll einen Zeitplan für die Übernahme von Sicherheitsaufgaben in seinem Land vorlegen, fordert der britische Premier Brown. US-Medien nennen erste Details von Obamas neuer Afghanistan-Strategie.

Afghanisatans Präsident Hamid Karsai (Quelle: AP)

Soll einen Plan vorlegen: Afghanisatans Präsident Hamid Karsai

Der britische Premier Gordon Brown kündigte am Wochenende die internationale Afghanistan-Konferenz für den 28. Januar in London an, bei der Zielvorgaben vereinbart werden sollten. "Wir benötigen eine politische Anstrengung, die der militärischen Anstrengung entspricht", sagte der britische Premier Brown in Trinidad und Tobago am Rande des Treffens der Commonwealth-Staaten. Auf der Afghanistan-Konferenz Ende Januar müssten für jeden Distrikt konkrete Bedingungen formuliert werden, wann die Afghanen dort Führungsverantwortung übernehmen könnten, sagte Brown. Ziel sei es, einen entsprechenden Zeitplan für das kommende Jahr und darüber hinaus festzulegen. Präsident Karsai müsse akzeptieren, dass er Zielvorgaben der internationalen Gemeinschaft erfüllen müsse und daran gemessen werde, betonte Brown.

Zur Konferenz eingeladen sind demnach die afghanische Regierung, die Vereinten Nationen, die NATO-Verbündeten, Afghanistans Nachbarstaaten, regionale Mächte und wichtige internationale Organisationen. Binnen weniger Monate soll ein Treffen in Kabul folgen, sagte Brown.

Briten wollen Abzug

Brown und Ban Ki-Moon sitzen nebeneinander (Quelle: AP)

Brown verkündete die Afghanistan-Konferenz am Rande des Commonwealth-Treffens, wo er auch mit UN-Generalsekretär Ban sprach

In Großbritannien wächst die Forderung nach einem Abzug der am Hindukusch stationierten britischen Soldaten. In diesem Jahr starben nach Zählung der Website icasualties.org bereits 483 britische und US-Soldaten. Damit ist das Jahr 2009 eines der blutigsten seit Beginn des internationalen Afghanistan-Einsatzes im Jahr 2001. Einen konkreten Zeitplan für einen Abzug der britischen Truppen wird dem britischen Premier zufolge erst dann vorgelegt, wenn die afghanische Armee und Polizei gezeigt hätten, dass sie die Sicherheit im Land gewährleisten könnten.

Deutschland, Frankreich und Großbritannien hatten die internationale Afghanistan-Konferenz im September in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon vorgeschlagen, um den weiteren Kurs für die Mission am Hindukusch abzustimmen. Auch die Bundesregierung dringt auf konkrete Ziele, die bis zu einem Abzug der internationalen Truppen erreicht sein sollen. Deutschland ist nach den USA und Großbritannien der drittgrößte Truppensteller in Afghanistan.

Obamas Afghanistan-Strategie

US-Präsident Obama will am Dienstag in einer Rede in der Militärakademie West Point im US-Bundesstaat New York seine neue Afghanistan-Strategie erläutern. Medienberichten zufolge will Obama dabei eine deutliche Aufstockung der bislang 68.000 US-Truppen bekannt geben. Die Rede ist von bis zu 30.000 zusätzlichen Soldaten. In der Grundsatzrede dürften aber auch langfristige Abzugspläne zur Sprache kommen.

Einem Bericht der "Washington Post" zufolge soll bereits kurz nach der Rede Obamas allein in der südlichen Provinz Helmand, einer Hochburg der radikalislamischen Taliban in der Grenzregion zu Pakistan, die Truppenstärke auf 9000 Mann verdoppelt werden. Den zusätzlichen Marineinfanteristen sollen dem Bericht zufolge rund tausend Armeeausbilder nachfolgen, diese allerdings wohl erst im Februar.

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