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Volontariat

Internationale Volontäre | Jahrgang Mai 2007 - Oktober 2008

Neun Frauen und ein Mann: Aus der ganzen Welt sind sie nach Bonn gekommen - um das Redakteurshandwerk zu lernen. Die Internationalen Volontäre des Jahrgangs 2007 stellen sich vor.

DW Akademie IMS 6

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DW Volontäre Blagorodna Grigorova

Blagorodna Grigorova

Blagorodna Grigorova, Bulgarien
Um Politik zu studieren, bin ich vor acht Jahren nach Bonn gezogen - eine Stadt, in der Menschen aus der ganzen Welt leben. Für mich war das neu und spannend, denn in meiner Heimatstadt Plovdiv trifft man nur selten Menschen aus anderen Ländern. Als ich erfahren habe, dass die Deutsche Welle nach Bonn umzieht, habe ich mich an meine Kindheit erinnert. Denn die Deutsche Welle hat mich während meiner Sommerschulferien begleitet. Die verbrachte ich immer bei meiner Oma. Und wenn es sehr warm war, saß man mittags zu hause und hörte das Bulgarische Programm der Deutschen Welle. Zwar habe ich damals sicher nicht alles verstanden, aber die Deutsche Welle war immer präsent.

Hier in Deutschland habe ich auch erfahren, welchen kulturpolitischen Auftrag die Deutschen Welle hat. Und der passt gut zu meinem persönlichen Wunsch, mich auch weiterhin für den Dialog der Kulturen einzusetzen. Deshalb habe ich mich um das Internationale Volontariat beworben.


DW Volontäre Chamselassil Ayari

Chamselassil Ayari

Chamselassil Ayari, Tunesien
Aufgewachsen in einem multikulturellen Umfeld zwischen Tunesien und Frankreich habe ich mich früh für andere Kulturen interessiert und immer davon geträumt, fremde Länder zu bereisen, um spannende Geschichten zu schreiben. Denn die Erzählungen von Tausend und einer Nacht, die meine Kindheit begleiteten, klingen noch in meinen Ohren.

Zuerst wollte ich Diplomatin werden, doch während meines Jurastudiums in Poitiers und nach einigen Praktika - unter anderem in der Türkei und Brüssel - hat sich der Wunsch verfestigt, Journalistin zu werden. Meine Reise nach Deutschland begann mit einem Austauschjahr in Marburg, wo ich Germanistik, Politikwissenschaft und Italienisch studierte. Nach Studienstationen in Perugia und Urbino (Italien) und meinem Studienabschluss habe ich in der arabischen Redaktion der Deutschen Welle in Bonn ein Praktikum gemacht. Im Anschluss daran wurde ich feste Freie Mitarbeiterin. So habe ich auch vom Internationalen Volontariat erfahren und mich beworben. Nun heißt es für mich: Berichte schreiben, Reportagen machen und Geschichten erzählen. Die Welt ist ja "zu Gast" bei der Deutschen Welle, und um die Ecke bei der UNO ist sie daheim!


DW Volontäre Julia Carneiro

Júlia Carneiro

Júlia Carneiro, Brasilien
In meiner Heimatstadt gibt es nur drei Schulen, in denen Deutsch unterrichtet wird. Meine Eltern kamen auf die Idee, mich auf eine davon zu schicken. Damals war ich elf Jahre alt. Die Deutschstunden haben mir zwar Spaß gemacht, aber ich hatte keine Ahnung, wie sie mein späteres Leben beeinflussen würden.

Ich bin in Rio de Janeiro aufgewachsen, wo ich auch studiert habe. Schon während des Studiums habe ich mit einem DAAD-Stipendium einen Deutschkurs an der Universität Essen besucht. Nach dem Studium fing ich in Rio an, als Journalistin zu arbeiten. Ich habe bei der Tageszeitung "O Globo" gearbeitet - erst als Praktikantin, dann als Trainee, schließlich mit einer festen Stelle.

2006 nahm ich an einem Austausch der Internationalen Journalisten-Programme (IJP) teil. Während meiner viereinhalb Monate in Berlin habe ich für "O Globo" aus Deutschland berichtet und ein Praktikum bei der Tageszeitung "Die Welt" gemacht. Nach dieser Erfahrung fand ich es selbstverständlich, mich um das Internationale Volontariat bei der Deutschen Welle zu bewerben. Meinen Job in Brasilien habe ich sofort gekündigt, als die Zusage der Deutschen Welle kam. Die Chance, mich in den Welten des Radios, Internets und vielleicht sogar des Fernsehens herumtreiben zu können, war einfach zu reizvoll.


DW Volontäre Marta Barroso

Marta Barroso

Marta Barroso, Portugal
Mein Lieblingsort: irgendwo in Afrika. Mein Lieblingsziel: Afrika. Was mache ich dann in Bonn? Hier ist vom Geruch klebender Luft und übergroßer Natur nichts zu spüren. Hier verkaufen keine Frauen gekochtes Fleisch an den Straßenrändern, und die Fähren brauchen keine sieben Stunden, um an der anderen Rheinseite anzukommen. Das erste Mal war ich 1998 in Afrika, auf den Kapverden. Einen Monat danach sollte ich mit meinem Germanistik- und Anglistik-Studium an der Universität Porto anfangen. Später zog es mich dann nach Deutschland, wo ich erste Einblicke in unterschiedliche Medien bekommen habe.

Hier im Norden bin ich "weit weg" von Afrika. Doch heute könnte ich nirgendwo glücklicher sein als in Bonn, bei der Portugiesischen Redaktion für Afrika der Deutschen Welle. Denn das, was mich immer wieder fasziniert, gehört jetzt zu meinem Alltag - hier berichte ich nämlich für Afrika und über Afrika. Und jeden Abend weiß ich, dass ich am nächsten Morgen wieder da bin: dem entfernten Süden ein kleines Stück näher.


DW Volontäre Mantegaftot Sileshi Siyoum

Montegaftot Sileshi Siyoum

Montegaftot Sileshi Siyoum, Äthiopien
In drei Anläufen nach Deutschland: Als ich im Jahr 2001 im vierten Jahr der Universität war, gewann ich mit einem Artikel die Teilnahme an einer internationalen Veranstaltung in Ilmenau. Doch ich bekam kein Visum. Im gleichen Jahr schrieb ich zusammen mit einem Hamburger Studenten ein interkulturelles Theaterstück. Es sollte in Hamburg aufgeführt werden, aber auch diesmal wurde aus der Reise nichts. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Deutsch-Äthiopischen Beziehungen produzierten ein Berliner Filmemacher und ich einen Film, in dem wir genau den Weg dokumentierten, den 100 Jahre zuvor die ersten deutschen Delegierten gereist waren. Der Film "Eine Reise in die Sabure Wüste" half mir, meinen Weg in die DW Akademie zu finden, denn mit einem Artikel über diese Reise gewann ich ein dreimonatiges Praktikum bei der DW. Nach drei Monaten harter Arbeit bewarb ich mich für das Internationale Volontariat und wurde genommen. Ein Mann und neun Frauen. Ich mag es, Geschichten zu erzählen, und dies ist die Geschichte darüber, wie ich zur Deutschen Welle gekommen bin.


DW Volontäre Olga Sosnytska

Olga Sosnytska

Olga Sosnytska, Ukraine
Eigentlich hätte ich Viktoria heißen sollen, denn meine Eltern planten, mich zum Fanfarenstoß am Tag des Sieges zur Welt zu bringen. In der Sowjetunion wäre Viktoria dann der Name der Wahl für dieses Geburtsdatum gewesen. Allerdings überlegte ich es mir anders und spazierte eigenwillig ein paar Tage früher in die Welt - am Tag des Radios. Im sowjetischen Berufstagekalender gab es nämlich für jedes mögliche Gewerbe einen professionellen Feiertag. Meine Eltern mussten sich damit zufrieden geben und mich anders nennen. Dass ich mal Journalistin werden sollte, war somit aber noch lange nicht klar.

In der Schule entdeckte ich meine Leidenschaft für die deutsche Sprache und studierte dann Germanistik in meiner Heimatstadt Donezk in der inzwischen unabhängigen Ukraine. Nach Deutschland brachte mich der Wunsch, das Land der aus der Distanz gelernten Sprache live zu erleben. Erst hier ging es mit dem Interesse an den Medien richtig los, denn vorher hatte ich nur die zurechtfrisierten Inhalte der Sowjetzeit oder den desorientierenden Sensationsjournalismus der ersten postsowjetischen Jahre kennen gelernt.

Während des Publizistikstudiums in Bochum machte ich die ersten Praxiserfahrungen im Journalismus - und sie gefielen mir. Mich reizt das Gefühl, am Puls der Zeit zu leben und die Möglichkeit, verantwortungsbewusst mit Informationen umzugehen und natürlich die Sprache aktiv einzusetzen. Was wäre wohl geworden, wenn ich an einem anderen Tag das Licht der Welt erblickt hätte -zum Beispiel am Tag der U-Boot-Marine oder des Kosmonauten?


DW Volontäre Renate Krieger

Renate Krieger

Renate Krieger
In der Küche blubberte morgens die Kaffeemaschine im Rhythmus einer Doppelmoderation von Rádio Jovem Pan. Wirklich wach wurde ich jedoch nur mit dem täglichen Bericht des Europa-Korrespondenten Reali Júnior, der heute noch in Paris lebt und arbeitet. Damals wurden die Grundlagen gelegt für meine Liebe zu Paris, mein Fernweh und meinen Wunsch, vielleicht einmal internationale Korrespondentin zu werden. Verschiedene Länder und Kulturen kennen zu lernen und darüber "von innen" zu berichten, ist mein Traumberuf. Eine so genannte "doppelte Identität" hatte ich schon immer: In São Paulo wuchs ich zweisprachig als Enkelin deutscher Großeltern auf. In Brasilien bezeichnet man meine Art manchmal als "deutsch", in Europa gelte ich als Brasilianerin.

Meine Liebe zu Sprachen und zu Frankreich führte mich endlich nach meinem Journalismus-Studium nach Paris. Dort schloss ich 2004 mein Magister-Studium in Kommunikationswissenschaften an der Universität Sorbonne ab. Dann arbeitete ich als freie Journalistin für verschiedene brasilianische Medien, hauptsächlich im Print-Bereich. Bei der Fußballweltmeisterschaft 2006 brachten mich Radiobeiträge dem Korrespondenten-Traum ein wenig näher. Danach arbeitete ich für das brasilianische Programm von Radio France Internationale - unter anderem als Moderatorin. All das kann ich während meines Volontariats bei der Deutschen Welle weiterführen und ausbauen. Mit Sprachen und Kulturen komme ich hier voll auf meine Kosten.


Amira Sanaee, Iran
Für mich begann der Weg zum Internationalen-Volontariat der Deutschen Welle vor zwei Jahren an einem Septembertag in Bonn, als ich selbst von einer Journalistin der Deutschen Welle interviewt wurde! Damals habe ich als Germanistikstudentin einen Sprachkurs in Deutschland gemacht. Bei einem Besuch der persischen Redaktion der Deutschen Welle habe ich vom Internationalen Volontariat erfahren. Eine Woche später, auf dem Rückflug nach Teheran, war mir ganz klar, was genau ich nach meinem Studium im Iran machen wollte - Journalistin werden!

Geboren in einem Land, wo Journalisten meist als "Spione" bezeichnet werden, war mir vom Anfang an bewußt, wie schwierig und wichtig dieser Beruf ist. In Ländern wie dem Iran bezahlt ein Journalist manchmal sehr viel für sein "Wissen" und für das Weitergeben dieses "Wissens". Die wichtigste Motivation für die Arbeit ist für uns das Vertrauen der Landsleute. Das ist ein schönes Gefühl, das ich auch bei der Deutschen Welle genießen kann.


DW Volontäre Shabnan Nourian

Shabnam Nourian

Shabnam Nourian, Iran
Geboren und aufgewachsen bin ich in Teheran. Ein Jahr nachdem ich für eine Weiterbildung nach Deutschland kam, besuchte ich die Deutsche Welle, wo ich arbeiten wollte. "Nein, du willst da nicht arbeiten! Du hast andere Pläne: An einer der besten Universitäten Europas in Molekularbiologie promovieren, quer durch Europa reisen und andere Kulturen kennen lernen. Leb' dein Leben. Es gibt hier nichts zu retten und auch nichts zu ändern. Faule Vögel sind im Käfig glücklicher, sie wollen nicht wissen was es draußen gibt. Verstehst du das?" So hat man auf mich eingeredet.

Und genau das habe ich nie verstanden. Weglaufen ist keine gute Idee, um zu vergessen. Durch die Deutschen Welle habe ich ein großes Fenster gefunden, einen Zugang zur Welt, eine Gelegenheit zu zeigen, dass das Leben anders sein kann.


DW Volontäre Yordanka Yordanova

Yordanka Yordanova

Yordanka Yordanova, Bulgarien
Geboren und aufgewachsen bin ich in Bulgarien, in der Stadt Burgas am Schwarzen Meer. Und als ein typisches Meereskind saß ich oft am Ufer, genoss das Rauschen der Wellen und wählte mir immer eine aus - meine Welle, die ständig im Wettkampf mit den anderen auf ihrem Weg zum Ufer war. Ich betrachtete die grünblaue Unendlichkeit vor mir… Da spürte ich jedes Mal das unverwechselbare Gefühl der Freiheit zu träumen, zu denken… Ohne Grenzen!

Mein Wunsch, Teil der DW zu werden, bestimmte schon früh meine Studien- und Berufswahl. An der Sofioter Universität St. Kliment Ochridski studierte ich Journalistk. Nebenbei absolvierte ich Praktika bei regionalen Fernsehsendern und arbeitete bei der Burgaser Zeitung "Tschernomorski far". Die Arbeit in regionalen Medien machte mir großen Spaß, doch mir fehlte der internationale Kontext. Das Ziel - Deutsche Welle - bewog mich zu meinem Magisterstudium in Germanistik mit Schwerpunkt Übersetzen und Dolmetschen.

Dann habe ich mich um das Internationale Volontariat beworben und wurde angenommen. Jetzt bin ich bei der DW, verfolge die Ereignisse überall auf der Welt und berichte über Themen, die hohe Wellen schlagen. Ich betrachte die bunte Unendlichkeit vor mir und bin ständig dabei, diese Unendlichkeit kennen zu lernen… Da spüre ich jedes Mal das unverwechselbare Gefühl der Freiheit zu träumen, zu denken und die Gedanken zu äußern… Ohne Grenzen! Denn hier spricht die Deutsche Welle. Ich glaube, ich habe die perfekte Welle gefunden!