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Volontariat

Internationale Volontäre 2012-2014

Sie sind unser journalistischer Nachwuchs - und sie bringen uns die Welt ins Funkhaus. Diese zehn Volontäre haben unser dreistufiges Auswahlverfahren bestanden und bereichern jetzt das Programm der DW.

Mu Cui, Internationaler Volontär der Deutschen Welle (Foto: DW). Fotos unserer Internationalen Volontäre. Copyright liegt bei der DW. Beschreibung: Internationale Volontäre November 2012 - April 2014.

Mu Cui

Mu Cui
Schon während des Bachelorstudiums in meiner Heimatstadt Shanghai hatte ich erste Verbindungen zum Journalismus geknüpft. Da mein Hauptfach Germanistik für Fremdsprachler war, suchte ich damals nach einer Gelegenheit, durch ein Praktikum das Erlernte in die Praxis umzusetzen. Und so bewarb ich mich erfolgreich beim ARD-Hörfunkstudio in Shanghai. 2008 flog ich nach Deutschland, um ein Übersetzungsstudium in Germersheim zu absolvieren. Da meine Begeisterung für den Journalismus noch nicht verflogen war, begann ich Anfang 2010 ein Praktikum in der SWR-Nachrichtenredaktion in Baden-Baden. Und die Begeisterung brannte weiter, nicht nur weil die von mir geschriebenen Meldungen auch ausgestrahlt wurden.

Ende 2010 absolvierte ich ein Praktikum in der chinesischen Redaktion der Deutschen Welle. Bald darauf wurde ich freier Mitarbeiter. Inzwischen hörte ich sehr oft die Frage: Wieso Journalismus? Darauf wäre "Begeisterung" allein keine gute Antwort. Man braucht Überzeugung für den Beruf des Journalisten - und das gilt auch für mich. Also, warum Journalismus?

Es gibt auf der Welt unendlich viele interessante, aber oft auch komplexe Geschichten, die uns begeistern, die wir erzählen möchten. Dafür müssen wir fleißig recherchieren, kompakt zusammenfassen und schließlich das Komplizierte einfach erklären. Wir müssen durch guten Journalismus überzeugen, damit andere unsere Begeisterungen teilen können. Genau das ist meine Antwort - neben aller Begeisterung für den Journalismus.


Luisa Frey, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Luisa Frey

Luisa Frey
Ich bin in Bahia, im Nordosten Brasiliens, geboren, aber früh nach São Paulo umgezogen. Dort besuchte ich eine deutsche Schule und wurde oft gefragt, woher ich denn komme und ob ich Portugiesisch spreche. Wann immer ich im Ausland unterwegs war, ob beim Schüleraustausch in Mannheim, bei zwei Auslandssemestern in Italien und Spanien und jetzt wieder in Deutschland, bemerkten die Leute schnell meinen Akzent. Aber sie erraten nie, dass die Blondine mit blauen Augen aus Brasilien kommt.

Stereotypen aufzubrechen ist eine der Aufgaben im Berufsbild des Journalisten, der Beruf, den ich gewählt und in Südbrasilien studiert habe. Internationaler Journalismus und Kulturjournalismus bewegen mich besonders, denn mich fasziniert es, andere Weltanschauungen zu entdecken und darüber zu berichten. Wegen meiner deutschen Vorfahren und Erziehung - sowohl in der Schule als auch zu Hause - hatte die Deutsche Welle für mich schon immer einen ganz besonderen Klang. Es ist wunderbar die Chance zu haben, meinen Beruf, meine Sprachkenntnisse, Brasilien und Deutschland hier bei der DW zusammenbringen zu können. Zuerst war ich Hospitantin, dann Praktikantin, freie Mitarbeiterin und jetzt bin ich Volontärin – eine wertvolle Gelegenheit, meine journalistischen Kenntnisse und meine Horizonte zu erweitern, denn noch bin ich nicht am Ziel…


Tarek Elias-Hasse, Internationaler Volontär der Deutschen Welle (Foto: DW).

Tarek Elias-Hasse

Tarek Elias-Hasse
18 Jahre meines Leben verbrachte ich in Haifa im Norden Israels. Dort bin ich geboren und aufgewachsen. Also ein Nordlicht, wie man in Deutschland sagt. Ein israelischer Palästinenser - eine Bezeichnung, die mir nicht immer leicht gefallen, die aber selbst gewählt ist. In meiner Heimat lernten wir schon in unserer Kindheit, uns eine Meinung zu bilden. Es waren politische Meinungen, die oftmals nicht frei von Vorurteilen gegenüber anderen waren. Heute weiß ich, dass man Andersdenkenden ihre Meinung lassen und ihnen das Leben nicht erschweren sollte. Jeder darf so sein, wie er möchte.

Der Norden Deutschlands fasziniert mich. Die flache Landschaft, das schöne Licht im Sommer und die schönen Strände mit den schreienden Möwen - sensationell! Die Menschen haben einen trockenen Humor, was mir persönlich sehr gefällt. An der Küste lautet die Ansage: Nicht lang' schnacken, Kopp in' Nacken. Man verwendet diesen Spruch zwar häufig als Trinkspruch, aber auch um auszudrücken: "Jetzt wird nicht gequatscht, sondern die Sache wird angepackt." Ich habe lange gebraucht, bis ich die "Sache" anpackte und mich für den Journalismus entschied. Ich habe einen Teil eines Medizinstudiums hinter mich gebracht, um dann Psychologie zu studieren. Ein langer Weg hin zum Journalismus und zur Deutschen Welle. Aber jetzt bin ich angekommen. Mitgebracht habe ich die Motivation, mich zu entwickeln und zu beweisen. Das kann ich aber nur dann schaffen, wenn ich die "Sache" anpacke und etwas daraus mache - und bloß nicht lang' schnacken, …


Ariana Galindo González, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Ariana Galindo González

Ariana Galindo González
Wenn man meine Schubladen durchsucht, findet man überall Hefte und Notizbücher in allen Größen. Egal ob ich eine Idee habe oder nicht: Unbeschriebenes, gebundenes Papier muss ich einfach immer kaufen. Und die Ideen kommen dann irgendwann schon, egal ob es eine kleine Geschichte ist, ein Märchen, ein Artikel über Feminismus für meinen Blog oder ein ganzes Buch - Hauptsache ich schreibe. So bin ich immer gewesen und diese Lust zu schreiben wird mit der Zeit immer stärker.

Jeden Tag freue ich mich, dass ich Journalismus studiert habe. Journalistin ist für mich genau der richtige Beruf, da ich keine fünf Minuten ruhig sitzen kann. Ich finde es gut, dass man sich als Journalist täglich mit der Flut von Nachrichten und Themen aus aller Welt beschäftigen darf. Da ist Abwechselung garantiert! Ich bin mir sicher, dass ich durch das Internationale DW-Volontariat meinem Berufsziel Journalistin einen entscheidenden Schritt näher gekommen bin.


Carolina Machhaus, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Carolina Machhaus

Carolina Machhaus
Als Tochter einer chilenischen Mutter aus Los Andes und eines Vaters aus dem rheinländischen Boppard lernte ich schon als Kind Spanisch und Deutsch in beiden Kulturen kennen. Ein Geschenk, das ich wirklich sehr zu schätzen weiß. Weitere Sprachen zu lernen und Kulturen zu entdecken ist mir seitdem sehr wichtig. So ging es von Boppard über die Osterinsel nach Lissabon und dann nach Berlin, wo ich Journalismus und Politik studierte und die Stadt lieben lernte.

Die Deutsche Welle begegnete mir erstmals auf einer Reise nach Chile, als ich etwa vier Jahre alt war. Damals beherrschte ich beide Sprachen noch nicht parallel. Ich lauschte einer Sendung der Deutschen Welle und die Sprache, die ich hörte, kam mir irgendwie bekannt vor. Fasziniert versuchte ich zu enträtseln, woher ich sie kannte. Nach einer Weile war mir klar, dass es Deutsch ist. So kamen auf ganz faszinierende Weise meine beiden Heimaten zusammen.

Mit den Jahren entstand für mich ein gleichberechtigtes Nebeneinander der Sprachen und mein Berufswunsch wurde immer klarer. Mit der Deutschen Welle war mein Ziel gefunden. Die Möglichkeit, die eigenen Sprach- und kulturellen Kenntnisse mit der journalistischen Arbeit zu verbinden, erscheint mir perfekt. Heute freue ich mich, ein Teil davon zu werden und meine bisher gewonnenen Erfahrungen zu erweitern, um als professionelle Journalistin in verschiedenen Kulturräumen arbeiten zu können.


Sella Oneko, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Sella Oneko

Sella Oneko
Als Kind wollte ich immer Geschichtenschreiberin werden. Mit meiner deutsch-kenianischen Herkunft war meine Kindheit und das spätere Erwachsenenleben von einem Hin und Her zwischen Afrika und Europa geprägt. Als 'story-writer' könnte ich diese ganzen Erfahrungen sicher gut unter einen Hut kriegen.

Während meines späteren Ethnologie- und Politikstudiums in Frankfurt (Main) galt mein Interesse der Entwicklungspolitik. Ich arbeitete ein Jahr lang an einem HIV/AIDS-Projekt in Malawi für den Deutschen Entwicklungsdienst und merkte dann, dass ich gerne ein praktisches Handwerk jenseits meiner akademischen Ausbildung erlernen möchte.Erste journalistische Erfahrungen hatte ich inzwischen bei der Zeitschrift "Entwicklung + Zusammenarbeit" gesammelt. Und so entschied ich mich für ein Journalismusstudium in London. Neben Reisen, Kaffeetrinken und Bergsteigen ist Essen nach wie vor eines meiner Lieblingsbeschäftigungen. Um die hektische Londoner Zeit zu entschleunigen, schlenderte ich an Wochenenden über die Märkte und befragte für meine Abschlussarbeit dort schließlich auch verschiedene Interviewpartner zum Thema Landwirtschaft.

Mein Ziel 'story-writer' aus der Kindheit hat sich über die Jahre natürlich geändert. Themen wie Politik und Wirtschaft gehören jetzt auch zu meinen Interessen. Dem ursprünglichen Wunsch komme ich jetzt als Volontärin bei der Deutschen Welle vielleicht ein Stück näher.


Iryna Shpakouskaya, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Iryna Shpakouskaya

Iryna Shpakouskaya
Als Journalist ist man es gewohnt, eher im Hintergrund zu bleiben, deswegen fällt mir die Aufgabe, über mich selbst zu erzählen, sehr schwer. Ich bin zum Journalismus gekommen, weil das Schreiben mir gefiel und meine Stärke war. Natürlich basiert das Erzählen von journalistischen Geschichten streng auf den Fakten. Aber auch wenn wir sie selbst nicht ausdenken dürfen, na und? Es geht im Journalismus um Geschichten, die vom Leben geschrieben sind und die sind sowieso viel besser.

Ich habe Internationale Journalistik in Minsk studiert. Die Studentengruppen waren aufgeteilt in Print, Radio, TV und PR. Es wurde schon damals viel über das Konzept des universellen Journalisten diskutiert, der sich zwar spezialisiert, aber sich bei Bedarf in allen Medienbereichen wohl fühlt. Alle fanden es richtig - von den Studenten bis zu den Dozenten. Aber in der Realität bekam ich kaum etwas von der Arbeit im Radio- oder im TV-Bereich mit - das war ja nicht die "Spezialisierung" meiner Gruppe. Ich wollte aber wirklich multimedial arbeiten können: Mal ein Video produzieren, in der Lage sein, einen Radiobeitrag zu schreiben, moderieren und Onlineartikel richtig gestalten. Ich war mir bewusst, dass ich eine zusätzliche Ausbildung brauchte, um Wissenslücken zu schließen. Doch zuerst sammelte ich journalistische Erfahrungen bei einer privaten Zeitung in Minsk.

Nach drei Jahren Praxis landete ich im Programm "Journalisten International" in Berlin. Später verbrachte ich fünf Monate im Bundestag als IPS-Stipendiatin. Das Volontariat bei der Deutschen Welle betrachte ich aber als mein größtes Glück, denn hier geht es genau um das, was ich immer wollte: multimediales Arbeiten in verschiedenen Bereichen der DW. Alles darf in Theorie und Praxis ausprobiert werden. Besser konnte es für mich gar nicht kommen....


Elizabeth Shoo, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Elizabeth Shoo

Elizabeth Shoo
"In meinem Land bin ich die Deutsche." Mit diesem Satz einer DW Kiswahili-Redakteurin, machte die Deutsche Welle Werbung auf Bonner Bussen. Als Kind und Jugendliche wurde ich in Tansania ebenfalls häufig "die Deutsche" genannt. Denn geboren wurde ich 1988 in Bergisch Gladbach und lebte dort bis zu meinem sechsten Lebensjahr, bis meine Familie zurück nach Tansania zog. Nach meinem Abitur machte ich ein dreimonatiges Praktikum bei einem lokalen Radiosender, der auch das Kiswahili-Programm der Deutschen Welle ausstrahlte. Zeitgleich erhielt ich einen Studienplatz an der Fachhochschule Köln für den Studiengang "Online-Redakteur". Meine Bewerbung um ein Praktikum klappte nahtlos und Schritt für Schritt kam ich so meinem Ziel näher, irgendwann für die Deutsche Welle arbeiten zu dürfen.

Als ich schließlich meinen Kommilitonen an der Fachhochschule von meinen Plänen erzählte, mich für ein DW Volontariat zu bewerben, löste das Begeisterung aus. "Die haben die beste Kantine in Bonn", lautete der erste Kommentar eines Mitstudenten. Während meines Praktikums wurde mir aber schnell klar, dass die Deutsche Welle neben dem "Casino" noch mehr zu bieten hat. Die Vielfalt der Sprachen und Kulturen, das professionelle Umfeld und die netten Kolleginnen und Kollegen beeindruckten mich sehr.

Nach meinem Praktikum konnte ich glücklicherweise weiterhin als freie Mitarbeiterin für die Deutsche Welle arbeiten. Mittlerweile hat mein Volontariat begonnen und ich freue mich auf die Aufgaben und Erlebnisse, die auf mich und die anderen Volontäre warten. Ich sehe mein Volontariat als einmalige Chance, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Sprachkenntnissen zusammenarbeiten zu können.


Jan Philip Verminnen, Internationaler Volontär der Deutschen Welle (Foto: DW). Fotos unserer Internationalen Volontäre. Copyright liegt bei der DW. Beschreibung: Internationale Volontäre November 2012 - April 2014.

Jan Philip Verminnen

Philip Verminnen, Brasilien
An der Schweizerschule in São Paulo, Brasilien, läutete die Glocke zur Unterrichtspause. Während die meisten Kinder so schnell wie möglich aus den Klassenzimmern rasten und die Kantine oder den Spielplatz stürmten, war es für mich ein anderes Zeichen: Jetzt wird seriös gearbeitet! Einsam, aber mit voller Konzentration, hockte ich mich an den Rand des Sportplatzes und versuchte, meine Idole aus dem Radio nachzuahmen, indem ich das Fußballspiel der Gymnasiasten moderierte, kommentierte und sogar mit dem Reporter-Blick hinter die Tore meine "Zuhörern" zu fesseln versuchte.

Radio hat mich schon immer fasziniert. Jeden Sonntag hörte ich eifrig alle Sport-Übertragungen von Radio Jovem Pan (Jornada Esportiva), von 11 Uhr morgens bis tief in die Nacht. Diese Magie, bei einer Fußballübertragung ein kristallklares Bild im Kopf der Zuhörer zu kreieren, indem tausende von Wörtern mit voller Schnelligkeit, Kreativität und Emotionen rausgespuckt werden, empfindet jeder sportbegeisterte Brasilianer als eine Kunst für sich. Und mir ging es nicht anders.

Nach meiner Schulzeit fiel meine Entscheidung für ein Studium zuerst auf Jura. Argumentieren, diskutieren und einen kritischen Blick auf die Dinge werfen, hatten sich als fester Bestandteil meiner Persönlichkeit bewiesen. Letztlich alles Merkmale, die auch ein Journalist in sich tragen sollte. Und da war doch dieser kleine Junge, der unbedingt moderieren wollte…

Deshalb wechselte ich Mitte 2003 zur "Universidade Presbiteriana Mackenzie" in São Paulo und begann das Studium der Medienkommunikation und Sozialwissenschaft. Natürlich spielte Radio immer noch die Hauptrolle, aber während des Studiums entdeckte ich auch eine Vorliebe für eindrucksvolle Reportagen. Ende 2007, nach einem erfolgreichen Studienabschluss, traf ich eine radikale Entscheidung. Aufgrund meiner zweisprachigen und bi-kulturellen Erziehung und den daraus resultierenden Bezug zu Europa, packte ich einfach zwei Koffer und begann das Abenteuer Deutschland.

Nach vielen Umwegen und einigen Stolpersteinen bin ich jetzt Internationaler Volontär der Deutschen Welle. Dank dieser beispiellosen Ausbildung darf ich endlich den von mir ausgewählten Beruf ausüben, meine Muttersprache Portugiesisch sprechen und den Traum wahr werden lassen, in Deutschland zu leben. Und das Allerwichtigste zum Schluss: Ich werde diese Zeit vollkommen genießen!


Yalda Zarbakhch, Internationale Volontärin der Deutschen Welle (Foto: DW).

Yalda Zarbakhch

Yalda Zarbakhch
Wo komm ich her? Wo gehöre ich hin? Wo will ich hin, wenn ich mal groß bin? Diese Fragen ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Sie sind eine Art Hintergrundmusik, deren Antworten immer wieder neu komponiert werden. Nur eine Melodie bleibt stets unverändert und hat sich schon sehr früh zur Vordergrundmusik entwickelt: Der Wunsch Journalistin zu werden.

Ich komme aus dem Iran und ich war gerade einmal vier Monate auf der Welt, als wir das Land verlassen mussten. Meine neue Heimat ist seither Deutschland, aber irgendwie auch der Iran. Mit den Fragen, was ich bin, und was Heimat ist, habe ich mich lange und intensiv auseinandergesetzt. Heute komme ich zu dem Schluss, dass ich sowohl deutsch als auch iranisch bin. Ich fühle mich kölsch und bin in mehreren Kulturen und Sprachen zu Hause. Mit dieser Perspektive blicke ich auf journalistische Themen.

"Die Nachrichten" - das war eines meiner ersten Worte auf Persisch. Mit zwei Jahren habe ich begriffen, wie bedeutend Nachrichten sind. Denn sie zogen die volle Aufmerksamkeit meiner gesamten Familie auf sich - und damit von mir ab. So brauchte ich nur noch "Nachrichten" zu rufen, wann immer ich meine "zu Bett geh Zeit" nach hinten verschieben wollte.

Mit 16 Jahren hat es mich in die USA verschlagen. Während meines Highschool-Semesters war mein Lieblingsfach schnell klar: TV Productions. So gestaltete ich mein Schuljahr in Phoenix mit dem Präsentieren der Schulnachrichten, der sogenannten "School Announcements". Weitere journalistische Einblicke gewann ich während der Schulzeit beim BBC Worldservice in London. Die Faszination Auslandsrundfunk hat mich seitdem nicht mehr losgelassen.

Darauf folgte ein Studium der Medienwissenschaften in der Wahlheimat Köln und in Rom mit diversen Zwischenstationen bei Hörfunk und Fernsehen im In- und Ausland. Meine Abschlussarbeit brachte mich wieder zurück in den Iran, zu meinen Wurzeln - während der Unruhen um die Präsidentschaftswahlen 2009. Seither setze ich mich noch intensiver mit iranischer Politik, Kultur und Gesellschaft auseinander.

Die Nachrichten sind also bedeutend geblieben. Zum Glück nicht mehr nur als Mittel zum Zweck. Ich bin da angelangt, wo ich immer hin wollte: Qualitativen Journalismus (er)leben, verbunden mit kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit. Und "last but not least" habe ich noch eine neue Heimat hinzugewonnen: die Deutsche Welle.

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