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Bürgerkrieg in Syrien

Internationale Syrien-Diplomatie in Rom

Kerry und Lawrow führen getrennte Gespräche im Vatikan. Der eine beim Papst, der andere beim Kardinalstaatssekretär. Dann beraten die Außenminister direkt miteinander - ihr Thema: der Krieg in Syrien.

Nach dem Treffen mit seinem russischen Ressortkollegen Sergej Lawrow sagte US-Außenminister John Kerry, es sei über neue Wege beraten worden, wie die Beteiligten aus der "diplomatischen Blockade" im Syrien-Konflikt herauskommen könnten. Es gebe neue "Ideen", die in der kommenden Woche in Diskussionen zwischen amerikanischen und russischen Diplomaten weiter ausgearbeitet werden sollten.

Beide Seiten wollen Verhandlungsblockade lösen

Des weiteren herrsche Einvernehmen darüber, dass im Syrien-Konflikt dringend gehandelt werden müsse. Bis zur Amtsübernahme der neuen US-Regierung dürfe nicht gewartet werden, ergänzte Kerry. Er selbst werde in der kommenden Woche seine Gespräche mit Lawrow fortsetzen, bei der Europäischen Sicherheitskonferenz in Hamburg. Es sei dann an der nächsten US-Administration - der Regierung von Donald Trump - die Verhandlungen zu einem Ende zu führen.

"Die Zeit ist reif für einen Kompromiss", sagte Lawrow. Russland befürworte den Dialog: Dass der Friedensprozess in Syrien derzeit nicht voran komme, liege an den Gegnern des syrischen Machthabers Baschar al-Assad, zitiert die italienische Nachrichtenagentur ANSA den russischen Außenminister.

Mit Blick auf die katastrophale Lage in der nordsyrischen Stadt Aleppo sagte Lawrow in Rom zu, humanitäre Hilfskonvois erhielten "sicheres" Geleit auf dem Weg nach Aleppo. Darüber habe Russland auch die Vereinten Nationen informiert.

Moskau ist im inzwischen fast sechs Jahre andauernden Syrien-Konflikt Assads engster Verbündeter und unterstützt das Regime im Bürgerkrieg mittlerweile nicht mehr ausschließlich mit Luftangriffen, sondern auch mit Spezialkräften am Boden.

Anlass für die Reise der beiden Außenminister nach Rom war eine vom italienischen Außenministerium organisierte Konferenz, das Mediterranean Dialogues Forum, bei dem es unter anderem um Sicherheit und Migration im Mittelmeerraum ging.

"Inspiration" vom Papst

Im Vatikan sprach Lawrow mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dem faktischen Außenminister des Papstes. Kerry wurde von Papst Franzikus empfangen.

USA Außenminister John Kerry bei Papst Franziskus im Vatikan (Reuters/Osservatore Romano)

Privataudienz beim Papst

Wie das US-Außenministerium mitteilte, wollte Kerry mit dem Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche internationale Fragen und Friedensbemühungen erörtern, unter anderem die humanitäre Krise in Syrien sowie die Lage in der Ukraine und in Venezuela. Die Vereinigten Staaten schätzten den Einsatz des Papstes zugunsten der Migranten und für Maßnahmen gegen den Klimawandel, weiter auch zum Schutz religiöser und ethnischer Minderheiten in Konfliktgebieten und für friedliche Konfliktlösungen weltweit, hieß es. Kerry twitterte nach der Begegnung, er fühle sich "inspiriert" von den Worten des Papstes zu Klimawandel und Flüchtlingen.

qu/myk (dpa, rtre, ape, kna)

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