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Asien

Internationale Sorge über Pjöngjang

Mit großer Besorgnis hat das Ausland auf die Ankündigung der selbst ernannten Atommacht Nordkorea reagiert, erstmals einen Nuklearwaffentest durchführen zu wollen. Südkorea erhöht jetzt seine Verteidigungsausgaben.

Auch in Südkorea regt sich Protest

Auch in Südkorea regt sich Protest

UN-Generalsekretär Kofi Annan hat das kommunistische Land zur Mäßigung aufgefordert. Nordkorea werde seine eigene Sicherheit gefährden, wenn es den Atomtest tatsächlich ausführe, sagte Annan in New York. "Die Folge wäre die universale Verdammung durch die internationale Gemeinschaft", kündigte er an. Er forderte Nordkorea zu einer Rückkehr zu den Sechs-Parteien-Gesprächen auf. Am Mittwoch (4.10.2006) hatte sich der UN-Sicherheitsrat erstmals offiziell mit der Ankündigung befasst, sich aber noch nicht auf eine einheitliche Stellungnahme einigen können.

Nordkorea hatte am Dienstag (3.10.) einen Atomtest angekündigt und dies mit der Notwendigkeit zur Selbstverteidigung angesichts eines drohenden Atomkriegs begründet. "Die US-Politik geht so weit, dass sie Nordkorea einer 'Achse des Bösen' zuordnet und als Ziel für Präventivschläge in Betracht zieht", sagte Pjöngjangs stellvertretender Außenminister Choe Su Hon vor der UN-Vollversammlung in New York. Dieses Vorgehen zwinge seine Regierung, zum Schutz eine nukleare Abwehr aufzubauen.


Fehlgeschlagene Raketentests

Kim Jong Il. bleibt bei seiner Ankündigung, Atomwaffentests durchzuführen

Kim Jong Il. bleibt bei seiner Ankündigung

Anfang Juli hatte Nordkorea trotz Warnungen der internationalen Gemeinschaft sieben Raketen getestet. Darunter befand sich auch eine Langstreckenrakete vom Taepodong-2, die im Prinzip einen Atomsprengkopf in die USA tragen könnte. Der Test schlug allerdings fehl. Vor zwei Wochen hatte ein US-Fernsehsender unter Berufung auf Geheimdienstkreise erstmals berichtet, Nordkorea bereite möglicherweise einen unterirdischen Atombombentest vor.

US-Außenministerin Condoleeza Rice sagte während eines Aufenthalts in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, ein Atomversuch würde einen "sehr provokativen Akt" und eine Bedrohung für Südostasien darstellen.

Auch die Europäische Union (EU) hat auf den von Nordkorea angekündigten Atomtest mit großer Besorgnis reagiert: Das Verhalten Nordkoreas sei unverantwortlich und trage zu einer Eskalation der Situation bei, hieß es in einer von der finnischen Ratspräsidentschaft veröffentlichten Stellungnahme. "Diese Ankündigung verschärft die Spannungen und untergräbt die Stabilität in der Region."

China mahnt zur Mäßigung

Eine Zeitungsleserin informiert sich in der U-Bahn in Seoul über die Ankündigung Nordkoreas

Die Ankündigung macht Schlagzeilen

Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun hat am Mittwoch eine "besonnene und strenge" Antwort auf die nordkoreanische Ankündigung eines Atomwaffentests gefordert. Zuvor hatte die südkoreanische Regierung das kommunistische Regime in Pjöngjang aufgefordert, auf einen Atombombentest zu verzichten und im Rahmen der so genannten Sechs-Parteien-Gespräche an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, sonst könne es eine Änderung in den Beziehungen geben. An ein Ende der Politik des Dialogs mit dem Nachbarn sei aber nicht gedacht.

Südkorea rüstet auf

Südkorea hat als Reaktion Norkorea erneut mit einem Stopp seiner Nahrungsmittelhilfen gedroht, sollte das Regime in Pjöngjang an seinem geplanten Raketentest festhalten. "Südkorea könnte seine Reislieferungen an Nordkorea vermindern oder komplett aussetzen", sagte Wiedervereinigungsminister Yang Chang Seok.

Ferner plane das Land, seine Militärausgaben 2007 um knapp zehn Prozent zubsteigern, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Südkorea und Nordkorea befinden sich völkerrechtlich noch immer im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch kein Friedensvertrag zustande gekommen ist. An der schwer bewachten Grenze stehen sich auf beiden Seiten mehr als eine Million Soldaten gegenüber.

Erneute Gespräche

Schon gegen die Raketentests im Juli protestierten Südkoreaner

Schon gegen die Raketentests im Juli protestierten Südkoreaner

Die nordkoreanische Atomdrohung dürfte auch das wichtigste Thema von Gipfeltreffen zwischen Roh und dem neuen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Montag (09.10.) sowie mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao am 13. Oktober sein. Der japanische Regierungschef Abe bekräftigte am Mittwoch im Parlament, sein Land könnte einen nordkoreanischen Atomwaffentest nicht akzeptieren. Die Zeitung "Asahi" berichtete, zwei japanische Spionagesatelliten hätten keinerlei Aktivitäten an einem mutmaßlichen Testplatz in Nordkorea festgestellt.

Bei Sechs-Länder-Gesprächen mit China, Japan, Russland, den USA und den beiden koreanischen Staaten wurde seit drei Jahren versucht, Nordkorea von der Entwicklung von Atomwaffen abzubringen. Die Gespräche liegen jedoch seit November 2005 auf Eis. Die nordkoreanische Seite hatte als Vorbedingung für ihre Rückkehr an den Verhandlungstisch die Aufhebung der gegen Pjöngjang verhängten Wirtschaftssanktionen gefordert. (ina)

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