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Politik

Internationale Pressestimmen zu den Anschlägen von Amman

Was bedeutet der erste Selbstmordanschlag in Jordanien für den Kampf gegen den Terrorismus? Wie ist es zu bewerten, dass der Iraker Al-Sarakawi hinter der Tat steht?

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"New York Times"

"Menschen überall auf der Welt fragen sich wieder: Welches wird das nächste Ziel sein? Sollte ich nicht so viel verreisen? Ist irgendein Platz noch sicher? Das ist das Produkt der Angst, was die Terroristen zu verursachen hoffen. Wir alle müssen uns dagegen wehren, wie die New Yorker es seit dem 11. September tun, die Menschen aus Madrid seit dem Anschlag im März 2004 und die Londoner seit den Anschlägen im vergangenen Juli. Wir werden mit dem Terrorismus leben müssen und wir werden bessere Wege finden müssen, ihn zu bekämpfen (...). Terroristen sind Opportunisten. Wenn sie können, greifen sie an - und zwar dort, wo sie glauben, den meisten Schaden anrichten zu können. Die Herausforderung für den Rest von uns besteht darin, ihnen diese Gelegenheiten zu nehmen und die giftige und lähmende Angst, die sie zu streuen suchen, zu bekämpfen."

"La Repubblica" (Rom)

"Die Anschläge von Amman gegen große Hotels beinhalten eigentlich nichts Neues, was wir nicht schon wüssten: Die Verletzlichkeit unserer Welt, die bestürzende Leichtigkeit, mit der der Terrorismus gestörte Psychologien findet und sie in Selbstmordattentäter verwandelt, die anhaltende Aggression gegen westlich ausgerichtete arabische Regimes (...) - wäre da nicht die Tatsache, dass die mit Sprengstoff beladenen Männer aller Wahrscheinlichkeit nach einer Bande mit Sitz im Irak angehören. War der Irak bisher ein großer Importeur von Terroristen, hat er jetzt damit angefangen, auch in der Rolle des Exporteurs aufzutreten."

"The Times" (London)

"Nach der brutalen Logik der El Kaida verkörpert Jordanien alles, was die Islamisten zerstören wollen. Es ist eine Oase der Ruhe und Stabilität in einer von Gewalt erfüllten Region, wobei die Sicherheit durch einen äußerst effizienten Geheimdienst und eine starke Polizei erzwungen wird. Es ist tolerant - begrüßt westliche Touristen, israelische Geschäftsleute und internationale Organisationen, die Jordanien als Basis für ihre Operationen im Irak nutzen. Es hat den von den USA angeführten Sturz Saddam Husseins moralisch und materiell unterstützt und es hat wichtige Hilfe für die Ausbildung der irakischen Armee geleistet. Und es zeigt, dass Islam und Demokratie miteinander verträglich sind, indem es eine gute ausgebildete religiöse Führung unterstützt und moderaten islamischen Gruppen die Teilnahme an Wahlen erlaubt."

"Iswestija" (Moskau)

"Jordanien war das schwache Glied in der Kette der US-Verbündeten. Dass sich die Terroristen als Ziel für diese blutigen Terroranschläge Amman ausgesucht haben, ist nicht weiter verwunderlich. Die Führung des Landes stand schon seit langem auf der 'schwarzen Liste' der arabischen Radikalen. Die islamischen Länder hielten schon König Hussein, den Vater des heutigen Staatsoberhaupts Abdullah II., für ein 'trojanisches Pferd' des Westens im Nahen Osten. Die Nachbarn konnten der jordanischen Führung nicht die guten Beziehungen zu Israel verzeihen." (kas)

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  • Datum 11.11.2005
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