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Aktuell Europa

Internationale Polizeimission soll Ermittler schützen

Die Niederlande haben 40 Militärpolizisten in die Ostukraine entsendet. Sie sollen die internationalen Experten bei der Untersuchung der Absturzstelle von Flug MH17 unterstützen. Auch ein bewaffneter Einsatz ist möglich.

Rund eine Woche nach dem Flugzeugabsturz der malaysischen Boeing 777-200 in der umkämpften Ostukraine wird dem internationalen Expertenteam ein ungehinderter Zugang zum Ort der Katastrophe noch immer verwehrt.

Die Niederlande, die die internationale Untersuchung offiziell leiten, schließen einen bewaffneten Militäreinsatz zur Sicherung der Untersuchung nicht aus - sollte der Schutz der Experten in dem Katastrophengebiet von den prorussischen Separatisten nicht endlich gewährleistet werden. Für einen solchen Einsatz sei aber die Zustimmung sowohl der Regierung in Kiew als auch der Separatisten nötig, sagte Ministerpräsident Mark Rutte in Den Haag.

Am Freitagabend flogen bereits 40 niederländische Militärpolizisten von Eindhoven aus in die Ostukraine ab. Sie seien aber zunächst nicht bewaffnet und sollen auch keine Uniformen tragen, betonte Rutte. Mit an Bord der Militärmaschine waren auch 20 forensische Experten der niederländischen Polizei. Sie sollen die internationalen Experten bei der Untersuchung der Absturzstelle von Flug MH17 im Osten der Ukraine unterstützen und auch bei der Suche nach weiteren Opfern helfen.

Auch Australien schickt Sicherheitskräfte

Auch Australien entsendet Einsatzkräfte zum Schutz der Ermittler in die Ukraine. Premierminister Tony Abbott sprach von 190 Soldaten und Polizisten, die "zum Teil bewaffnet sein könnten". Es gehe um eine "humanitäre Mission", deren Bedingungen noch in einem Abkommen mit Kiew festgelegt würden.

Ermittler entdeckten an der Absturzstelle unterdessen ein neues großes Wrackteil sowie weitere Leichen. Bis Freitag wurden bereits insgesamt 189 Särge in die Niederlande ausgeflogen. Auch an diesem Samstag soll es einen weiteren Flug geben.

Beim Absturz der malaysischen Boeing 777-200 starben 298 Menschen, unter ihnen 193 Niederländer, 28 Australier und auch vier Deutsche. Das Flugzeug war in Amsterdam gestartet und wurde dann über dem Kampfgebiet in der Ostukraine vermutlich mit einer Rakete abgeschossen. Die Regierung in Kiew und die USA machen prorussische Separatisten dafür verantwortlich.

kis/wl (dpa, afp)