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Alemannisch

Internationale Mundart

Man nehme germanische Sprachen, keltische und galloromanische Sprachreste und ein wenig Französisch, Italienisch und Hebräisch – und schon hat man Alemannisch. Dem internationalen Dialekt fehlt nur eins: der Genitiv.

Alemannisch ist eine Sprache, so international wie kaum eine andere in Europa. In sechs Staaten – in Deutschland, im französischen Elsass, im österreichischen Vorarlberg, in Liechtenstein, in der Schweiz und in kleinen Sprachinseln Norditaliens – wird alemannisch gesprochen.

Die Mundarten aus diesen Gebieten unterscheiden sich zwar stark voneinander, sind aber trotzdem eng miteinander verwandt. Der Überbegriff des Alemannischen ist noch gar nicht so alt: Johann Peter Hebel hat dem Begriff mit seiner 1803 erschienenen Sammlung "Alemannische Gedichte" erst zum Durchbruch verholfen.

das Freiburger Münster

Den Alemannen auf der Spur
So weit so gut. Wer aber sind oder waren die Alemannen? Sie waren – so viel weiß die Forschung heute – kein einheitliches Volk, sondern eine Art Patchwork-Volk, eine Viel-Völker-Gemeinschaft, die sich in den ersten Jahrhunderten nach Christus im heutigen alemannischen Sprachraum ansiedelte.

Das heutige Alemannisch ist eine Mischung aus germanischen Sprachen, keltischen und galloromanischen Sprachresten und Einflüssen aus dem Französischen, dem Italienischen und dem Hebräischen.

Ein Weihnachtsmarkt in Baden-Württemberg

Ohne Genitiv
Das Alemannische kennt nur drei Fälle: Den Nominativ, den Dativ und den Akkusativ – der Genitiv fehlt völlig. Es heißt also nicht des Mannes, sondern vom ma (vom Mann) und nicht der Frau, sondern vo de frau (von der Frau). Im Alemannischen unterscheidet sich in vielen Fällen das Genus der Wörter vom Hochdeutschen. Es heißt also der Butter, der Luft, der Ecke, der Taxi oder auch das Käfig.

Besonders auffällig ist die Verkleinerungsform im Alemannischen: Wo im Hochdeutschen mit –chen oder –lein verkleinert wird, steht im Alemannischen ein –le oder, je nach Region, ein –li. Es heißt also Brötle, Schränkle, Kindle, Autole oder eben Zetteli, Männli und Hüüsli (für Häuschen).

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