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Kultur

Internationale Konferenz zur Vogelgrippe

Ein weiterer Vogelgrippe-Fall ist in Schweden aufgetreten. Gesundheitsminister zahlreicher Länder und Organisationsvertreter wollen sich am Montag auf einem Treffen beraten. Die vier Hauptthemen sind klar.

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Geflügel unter Verdacht

Die Minister und führenden Vertreter internationaler Gesundheitsorganisationen beraten am Montag (24.10.2005) über eine globale Strategie gegen die Vogelgrippe in der kanadischen Hauptstadt Ottawa. Hochrangige Vertreter aus mehr als 30 Ländern wollen darüber diskutieren, wie auf eine mögliche Epidemie der tödlichen Vogelkrankheit reagiert werden soll. Experten sind besorgt, dass das Vogelgrippe-Virus mutieren und auch für Menschen höchst ansteckend werden könnte. Das Treffen war vom kanadischen Gesundheitsministerium einberufen worden.

Todesfall in Thailand

Wissenschaftler befürchten, dass Zugvögel Hausgeflügel mit der Vogelgrippe infizieren und auch den für Menschen höchst gefährlichen Erreger H5N1 weitertragen könnten. Bisher ist bekannt, dass 120 Menschen mit der Vogelgrippe angesteckt wurden, 63 von ihnen starben. Der letzte Todesfall war am Donnerstag in Thailand bestätigt worden. Das gefährliche Virus H5N1 wird nach bisherigen Erkenntnissen nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern nur durch direkten Kontakt mit kranken Tieren, hauptsächlich bei der Schlachtung und Verarbeitung.

Für die USA nimmt Gesundheitsminister Mike Leavitt an dem Treffen in Ottawa teil. Auch die Europäische Union (EU) und die Vereinigung südostasiatischer Staaten (ASEAN) wollten Vertreter schicken. Erwartet werden Jong-Wook Lee von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Jacques Diouf von der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen sowie David Nabarro, UN-Koordinator für Vogelgrippe.

Notfall-Plan ausarbeiten

Kanadische Gesundheitsvertreter betonten, wie wichtig es sei, Lösungsansätze von verschiedenen Quellen zusammen zu tragen, um einen gut koordinierten Notfall-Plan ausarbeiten zu können. "Durch die internationale Zusammenarbeit wollen wir die weltweiten Vorbereitungen verbessern. Am besten funktioniert das, wenn wir internationale Kompetenzen bündeln", sagte Ian Shugart, Kanadas stellvertretender Gesundheitsminister.

Vier Hauptthemen

Das Treffen soll sich auf vier Hautthemen konzentrieren, so Shugart: die Übertragung des Virus von Tieren auf Menschen zu untersuchen, die Entdeckung und Bekämpfung des Virus in den einzelnen Ländern zu verbessern, die Überwachung von Risikofaktoren besser zu koordinieren sowie Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus zu entwickeln. Mexiko wolle darüber hinaus den Vorschlag einbringen, einen internationalen Vorrat von Impfstoffen und Medikamenten aufzubauen, sagte Shugart.

US-Gesundheitsminister Leavitt wollte möglicherweise Anfang der Woche einen umfassenden Plan vorstellen, mit dem dem Ausbruch der Vogelgrippe entgegengewirkt werden soll, sagte seine Sprecherin. Die Weltgesundheitsorganisation und die Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) wollen in diesem Jahr eigene Gipfeltreffen einberufen.

Vogelgrippe-Fall in Schweden

Unterdessen ist auch in Schweden ein Fall von Vogelgrippe nachgewiesen worden. Ob es sich um den auch für Menschen gefährlichen H5N1-Virus handele, sei jedoch noch unklar, teilte das nationale Veterinärinstitut am Samstag in Stockholm mit. Experten des Instituts hatten vier tote Enten untersucht, die am Freitag in der Region Eskilstuna westlich der Hauptstadt entdeckt worden waren. Eine der Enten sei an Vogelgrippe erkrankt gewesen, erklärte eine Sprecherin des Instituts. Dies sei jedoch nicht ungewöhnlich und noch kein Grund zur Besorgnis. Zu dieser Jahreszeit trügen 20 bis 30 Prozent der Entenpopulation das Virus in sich, es handele sich üblicherweise um eine milde Form der Vogelgrippe. (kap)

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