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Aktuell Welt

Internationale Gemeinschaft verdoppelt Hilfe für Südsudan

Teilerfolg in Oslo: Die internationale Gemeinschaft hat dem Südsudan neue Hilfe im Wert von mehr als 600 Millionen Dollar zugesagt. Das ist deutlich mehr als bisher zu Verfügung stand, aber weit weniger als nötig.

Um eine Hungersnot in dem Bürgerkriegsland noch abzuwenden, haben die Geberstaaten aus aller Welt beschlossen, dem Südsudan mit mehr als 600 Millionen Dollar zu helfen. Die Summe sei praktisch eine Verdoppelung der bislang bereit gestellten Gelder, sagte der norwegische Außenminister Börge Brende (im Artikelfoto rechts) nach der Geberkonferenz in Oslo. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen werden für die Menschen im Südsudan aber noch in diesem Jahr insgesamt 1,8 Milliarden Dollar benötigt.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte zu, der deutsche Beitrag für 2014 werde um sechs Millionen Euro auf 12,5 Millionen Euro nahezu verdoppelt. Entscheidend sei, "dass Hilfsgüter und Saatgut die Menschen im Land nun schnell erreichen", so der Minister. Die Felder müssten mit der einsetzenden Regenzeit bestellt werden. Der Minister appellierte erneut an die Konfliktparteien, "die Waffen ruhen zu lassen und Hilfsleistungen der internationalen Gemeinschaft zu schützen".

Flüchtlingselend im Lager Malakal (Foto: Reuters)

Flüchtlingselend im Lager Malakal

Laut Steinmeier kommen zu diesem Betrag noch Hilfsleistungen in Höhe von 1,7 Millionen Euro für südsudanesische Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Uganda und Äthiopien hinzu. Damit würden Projekte internationaler Organisationen und Nichtregierungsorganisationen unterstützt.

Drohende Hungersnot

Dem Südsudan droht eine Hungersnot, die durch den blutigen Konflikt zwischen Regierungstruppen und Aufständischen mit verursacht wird. Bei Kämpfen wurden in den vergangenen Monaten tausende Menschen getötet. Wegen der Gewalt haben Millionen Menschen ihre Felder verlassen und können nun nicht säen. Derzeit sind etwa vier Millionen Menschen und damit ein Drittel der Bevölkerung von Hunger bedroht.

Auslöser der jüngsten Gewaltwelle war ein politischer Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Stellvertreter Riek Machar. Beide gehören zwei unterschiedlichen Volksgruppen an, den Dinka und den Nuer. Der Südsudan hatte erst Mitte 2011 nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg seine Unabhängigkeit vom Sudan erlangt.

Norwegen und Dänemark gehen voran

In der norwegischen Hauptstadt hatten sich am Dienstag Vertreter von mehr als 40 Ländern und 50 Organisationen versammelt, um eine Lösung für die Krise im Südsudan zu beraten. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos (im Artikelfoto links) rief die internationale Gemeinschaft zu großzügiger Hilfe auf. Die anhaltende Gewalt habe die Aussaat auf den Feldern verhindert. Es drohten der Ausfall der Ernte und eine Hungersnot. Millionen Männer, Frauen und Kinder seien akut von Hunger bedroht, warnte Amos in Oslo. Verschlimmert werde die Lage durch den Ausbruch der Cholera in der Hauptstadt Juba.

Gastgeber der Konferenz sind Amos und der norwegische Außenminister Börge Brende. Dieser sagte schon am Montag eine Finanzhilfe von 63 Millionen Dollar (rund 46 Millionen Euro) zu. "Wir befürchten, dass sich die Krise in den kommenden Monaten erheblich verschärft", so Brende zur Begründung. Die dänische Regierung kündigte eine Spende von zehn Millionen Dollar an.

UNICEF: 50.000 Kindern droht Hungertod

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF sieht rund 50.000 Kinder im Südsudan vom Hungertod bedroht, wenn nicht schnell mehr Hilfe zu den Flüchtlingen gelange. In den überfüllten Flüchtlingslagern in der Hauptstadt Juba drohe sich die Cholera rasant auszubreiten. Schätzungsweise 9000 Minderjährige würden von den Konfliktparteien als Kindersoldaten missbraucht. Das Hilfswerk CARE beklagte zugleich eine Zunahme der sexuellen Gewalt in dem Land. Frauen und Mädchen würden systematisch vergewaltigt und erschossen.

kle/qu (afp, rtr, epd, kna, dpa)