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Aktuell Nahost

Internationale Gemeinschaft sagt Syrern Milliardenhilfe zu

Seit vier Jahren herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Das Elend der Bürger und Flüchtlinge wird immer größer. Die Weltgemeinschaft hat neue Hilfen zugesagt. Doch reicht das Geld?

Die internationale Gemeinschaft will ihre Hilfen für Syrien aufstocken. Auf einer Geberkonferenz in Kuwait sagten Regierungen finanzielle Unterstützungen in Höhe von 3,8 Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) zu. Dies seien "sehr großzügige Zusagen", sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon (Artikelbild), zum Abschluss der Konferenz in Kuwait-Stadt.

Allerdings liegt der Betrag deutlich unter den 8,4 Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro), die nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR benötigt werden, um die Syrer in Not ausreichend zu versorgen. Vor einem Jahr hatten die Regierungen rund 2,4 Milliarden Dollar zugesagt.

Deutschland verspricht 255 Millionen Euro

Von den zugesagten Geldern kommen 1,1 Milliarden Euro von der Europäischen Union. Damit übernehme die EU ihren Anteil der Verantwortung für die Linderung der Not in dem Bürgerkriegsland, sagte EU-Kommissar Christos Stylianides.

Interaktive Karte zur Entwicklung der Flüchtlingsströme aus Syrien seit 2011

Die Summe setzt sich aus Beiträgen aus dem Gemeinschaftshaushalt der EU und denen einzelner Mitgliedsländer zusammen. Deutschland steuert dazu 255 Millionen Euro – 155 Millionen kommen vom Entwicklungshilfeministerium, vom Auswärtigen Amt 100 Millionen Euro als humanitäre Hilfe.

Kuwait und die USA wollen jeweils 500 Millionen Dollar geben, Saudi-Arabien versprach, seine Hilfen um 60 Millionen auf 150 Millionen Dollar aufzustocken. An der Geberkonferenz nahmen mehr als 70 Staaten teil.

UN-Hilfen stark unterfinanziert

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte zum Auftakt der Geberkonferenz gesagt, die Syrer seien Opfer der schlimmsten humanitären Krise der heutigen Zeit. Vier von fünf Syrern litten unter Armut und Mangel. Sie fragten nicht nach Mitleid, sondern nach Unterstützung.

Auch das UNHCR hatte die Weltgemeinschaft zu mehr Hilfe aufgerufen. "Wir erreichen gerade einen Wendepunkt, die Situation ist dabei, untragbar zu werden", sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards der Deutschen Presse-Agentur. Hilfsorganisationen beklagen, dass sie für ihre Einsätze in Syrien und den Nachbarländern nicht genug Geld erhalten. Im vergangenen Jahr waren die UN-Hilfen nur zu 57 Prozent finanziert.

Laut UNHCR sind 3,9 Millionen Syrer vor dem Krieg in Nachbarländer geflohen. Rund 600.000 syrische Flüchtlingskinder erhalten keine Schuldbildung. In Syrien selbst brauchen dem UNHCR zufolge rund zwölf Millionen Menschen Hilfe. Seit Beginn des Konflikts vor mehr als vier Jahren sind mindestens 220.000 Menschen umgekommen.

gmf/haz (afp, dpa, rtr)