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Wirtschaft

Internationale Börsenübersicht Freitag, 16. November 2001

Die deutschen Aktien standen am Freitagmittag vor der Vertrauensabstimmung im Bundestag im Plus

In Frankfurt hat der Deutsche Aktienindex DAX am Freitagvormittag Marke von 5000-Punkten verteidigt. Nach einem kurzen Ausflug in negatives Terrain legte der Index am Mittag um 57 Punkte oder 1,2 Prozent auf 5.064 Zähler zu. Am Neuen Markt präsentierte sich der NEMAX 50 Index mit einem Aufschlag von zehn Punkten oder 0,8 Prozent auf 1,247 Punkte ebenfalls fester. Das lag wohl daran, dass heute morgen eine Probeabstimmung bei den Grünen für die Vertrauensabstimmung eine Kanzlermehrheit gebracht hat. Im übrigen: Politische Börsen haben kurze Beine, heißt es. Deshalb haben die meisten Beobachter im Vorfeld der Vertrauensabstimmung im Bundestag heute mittag höchstens mit einem kurzen Ausschlag beim DAX nach oben oder nach unten gerechnet.

Ansonsten aber sind die Anleger zum Tagesgeschäft übergegangen, und das ist heute eher ruhig. Denn erstens waren die Vorgaben aus den USA ziemlich uneinheitlich, und zweitens gibt es heute keine neuen Quartalszahlen von DAX-notierten Unternehmen, wir hatte ja diese Woche wirklich genug - elf DAX- Unternehmen hatten in dieser Woche Zahlen vorgelegt.

Entsprechend wenig gibt es zu erzählen: Degussa-Papiere verteuerten sich um 3,2 Prozent und profitierten damit unter anderem von einer Studie von Goldman Sachs, sagte ein Börsianer. Die Bank habe ihre Einschätzung mit "Market Performer" beibehalten. Die Degussa-Mutter, der E.ON-Konzern, hatte Anfang der Woche Zahlen vorgelegt. Der Titel des Energie- und Chemiekonzerns verbesserte sich um 1,4 Prozent.

Auf der Verkaufsliste standen dagegen SAP: Die amerikanische
Investmentbank Merrill Lynch hatte das SAP-Papier am Vortag mit
der Begründung heruntergestuft, dass die Lizenzerlöse im Vergleich
zum Vorjahr um 35 Prozent auf 686 Millionen Euro sinken würden. Die
Aktie verbilligte sich um anderthalb Prozent auf 128, 02 Euro.

Insgesamt glauben die Händler, dass der DAX in den nächsten Handelstagen durchaus noch auf 5.200 bis 5.300 Punkte steigen kann, doch dann wird eine entscheidende Hürde kommen. Denn die Anleger, die sich vor dem September eingedeckt haben und dann böse überrascht worden sind, die sehen dann ihre Aktien wieder bei ihren Einkaufspreisen und werden das Zeug abstoßen, weil sie froh sind, Plus Minus Null rauszukommen. Wenn der Markt diese Stücke problemlos aufnimmt, dann sei der Weg frei nach oben, heißt es - aber das sind nur Spekulationen, kommen wir lieber zu den Fakten:

Die Standardwerte an der New York Stock Exchange (NYSE) sind am Donnerstag gut behauptet aus dem Handel gegangen. Die Stimmung am Markt habe sich verbessert, sagten Händler. Jedoch hätten Gewinnmitnahmen deutlichere Kursgewinne verhindert. Wichtigste Gründe für die anhaltende Kurserholung an den Aktienmärkten seien aber die niedrigen Leitzinsen sowie die positiven Nachrichten aus Afghanistan. Der DOW JONES gewann 48 Punkte oder 0,5 Prozent auf 9.872 Zähler. Die an der US-Technologbörse NASDAQ gehandelten Aktien sind am Donnerstag knapp behauptet aus dem Handel gegangen. Auch hier hätten Gewinnmitnahmen den Markt belastet, heißt es. Der alle Werte umfassende NASDAQ-Composite fiel um knappe drei Zähler auf 1.900,59 Punkte.

In Tokio ging es nach dem kräftigen Kurssprung vom Donnerstag heute weiter nach oben. Vor allem Technologie- und Finanztitel konnten zulegen, heißt es. Der Nikkei Index konnte 159 Punkte oder 1,5 Prozent zulegen auf 10.649 Punkte.

Der Euro hat gestern in New York wieder etwas nachgegeben auf 88,16 amerikanische Cents, in Tokio stand er bei 88,13, während der Euro in Frankfurt am Mittag bei 88,39 stand, was 2, 21 27 Mark entspricht.

Hier die laufenden Dax-Kurse, wie immer in Euro und ohne Gewähr:

Wertpapier Kurs Veränderung

Adidas 71,39 0,88
Allianz 262,80 2,80
BASF 40,75 0,45
Bayer 35,05 0,90
Hypovereinsbank 37,85 0,75
BMW 38,60 -0,12
Commerzbank 20,72 0,61
DaimlerChrysler 45,46 1,26
Degussa AG 27,10 0,85
Deutsche Bank 73,90 -0,25
Deutsche Post 15,57 -0,30
Deutsche Telekom 20,05 0,23
E.ON 58,05 0,79
Epcos 61,50 0,50
Fresenius 68,65 -0,53
Henkel 66,60 0,10
Infineon 23,05 -0,40
Linde 45,62 -0,58
Lufthansa 15,37 -0,03
MAN 24,28 0,38
Metro 37,55 0,40
MLP 82,05 1,82
Münchner Rück 300,99 3,29
Preussag 30,03 -0,09
RWE 43,25 0,19
SAP 128,02 -1,98
Schering 60,63 0,05
Siemens 68,47 1,97
Thyssen-Krupp 15,55 0,21
Volkswagen 49,87 1,23


  • Datum 16.11.2001
  • Autorin/Autor Rolf Wenkel
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1Nc1
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