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Aktuell Nahost

Interimsregierung will Ägypten versöhnen

Die vom Militär installierte Übergangsregierung in Kairo muss ihr Land schleunigst befrieden. Folgerichtig verliert das neue Personal keine Zeit und legte erst die Finanzlage offen – und dann ein Versöhnungsangebot vor.

Das Amt des ägyptischen Übergangspräsidenten Adli Mansur (Artikelbild rechts) hat eine Initiative zur Beendigung der Gewalt angekündigt. Die Präsidentschaft wolle sich mit allen politischen Kräften in der kommenden Woche treffen, um einen Plan zur Vermeidung des Blutvergießens aufzustellen, heißt es in einer Erklärung vom Dienstagabend. Außerdem habe die Initiative "Eine Nation" das Ziel, die Spaltung in der ägyptischen Gesellschaft zu überbrücken, schreibt die Zeitung "Al-Ahram" online.

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Ägypten hat neuen Interimspremier

Der neue Chef der Übergangsregierung, Hasem al-Beblawi (im Bild links), will auch Vertreter der Partei für Freiheit und Gerechtigkeit an der Regierung beteiligen. Die Partei ist der politische Arm der Muslimbruderschaft des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Mena weiter schrieb, sollen auch Mitglieder der ultra-konservativen Nur-Partei der Übergangsregierung angehören. Der frühere Finanzminister Al-Beblawi war wenige Stunden zuvor von Übergangspräsident Adli Mansur mit dem Posten des Regierungschefs betraut worden. Im Fernsehen beschrieb der gelernte Ökonom zudem die prekäre Finanzlage Ägyptens.

Geld aus den Golfstaaten

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate werden dem krisengeschüttelten Land mit insgesamt acht Milliarden Dollar unter die Arme greifen. Die saudische Wirtschaftshilfe in Höhe von fünf Milliarden Dollar setze sich aus einer zinslosen Einlage in Ägyptens Zentralbank in Höhe von zwei Milliarden Dollar, einer Spende in Höhe von einer Milliarde Dollar sowie Gas- und Öllieferungen im Gegenwert von zwei Milliarden Dollar zusammen, meldet die staatliche Nachrichtenagentur SPA. Die Vereinigten Arabischen Emirate kündigten Hilfszahlungen in Form einer Spende und einer zinslosen Einlage in Höhe von zusammen drei Milliarden Dollar an.

Durch das Geld solle die ägyptische Wirtschaft angesichts der derzeitigen Herausforderungen des Landes unterstützt werden, sagte der saudiarabische Finanzminister Ibrahim al-Assaf. König Abdullah hatte die Entmachtung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi begrüßt und als erstes Staatsoberhaupt dem neuen Übergangspräsidenten Adli Mansur gratuliert.

Zwei Tote auf Sinai

Mansur sucht mit einem Fahrplan für Verfassungsänderungen und Neuwahlen binnen sechs Monaten einen Ausweg aus der schweren innenpolitischen Krise. Die ehemals regierende Muslimbruderschaft lehnt alle Vorschläge ab und verlangt stattdessen, dass Mohammed Mursi wieder in sein Präsidentenamt eingesetzt wird. Zwar beginnt an diesem Mittwoch in Ägypten der Fastenmonat Ramadan, aber ein Ende von Protesten und Gewalt ist damit nicht in Sicht.

Noch am späten Dienstagabend haben islamistische Extremisten im Norden der Halbinsel Sinai wieder ägyptische Sicherheitskräfte angegriffen und zwei Menschen getötet. Sicherheitskräfte berichten von sechs verletzten Menschen. Die Extremisten nutzen den Zusammenbruch der staatlichen Autorität seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak 2011 zu verstärkten Angriffen auf das benachbarte Israel oder ägyptische Sicherheitseinrichtungen.

rb/re (afp, dpa, rtr)

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