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Sport

Inter gegen Bayern im Finale

Nach einer wahren Abwehrschlacht hat Inter Mailand trotz einer 0:1 Niederlage in Barcelona das Finale der Champions League gegen Bayern München erreicht – obwohl sie eine Stunde mit nur zehn Mann spielten.

Zweikampf (Foto: ap)

Irgendwie schaffte es Inter meistens vor den Ball zu kommen, wie hier Diego Milito gegen Yaya Toure

Der Traum ist geplatzt: Auch Barcelona kann als erster Klub seit Einführung der Champions League vor 18 Jahren den Titel nicht verteidigen. Inter Mailand reichte am Mittwoch (28.04.2010) in einem emotionalen und hektischen Halbfinal-Rückspiel in Camp Nou beim FC Barcelona eine 0:1 (0:0) Niederlage. Die Italiener konnten somit nach dem 3:1 vor einer Woche in Mailand erstmals seit 38 Jahren wieder in das Endspiel des wichtigsten europäischen Vereinspokals einziehen.

Rot für Motta

Seine Hand im Gesicht seines Gegenspielers (Foto: ap)

Dafür sah Thiago Motta Rot - eine umstrittene Entscheidung

Vom Anpfiff weg feuerten die Katalanen vor gut 96.000 Fans im ausverkauften Camp Nou ihr Team frenetisch an. Jeder gelungene Pass, jeder erfolgreiche Zweikampf wurde mit ohrenbetäubendem Jubel gefeiert - doch vergeblich. Die Katalanen ließen sich von den erwartet defensiv eingestellten Italienern über weite Strecken den Schneid abkaufen. Dabei spielten sie über 60 Minuten in Überzahl: Inters Mittelfeldspieler Thiago Motta sah nach einem Schlag bereits nach 28 Minuten gegen den Hals von Pedro Rot - und würgte beim Gang vom Feld auch noch Gegenspieler Sergio Busquets. Im Finale wird er Inter sicher fehlen, ihm droht aber sogar eine Sperre, die möglicherweise die komplette Champions-League-Hinrunde der nächsten Saison umfassen könnte.

Wie beim Handball

Im zweiten Durchgang glich die Partie teilweise einem Handballspiel. Die Mannschaft von Startrainer Jose Mourinho verschanzte sich mit den verbliebenen neun Feldspielern in und um den eigenen Strafraum und ließ Barcelonas doppelt und dreifach gedeckten Strategen Xavi und Lionel Messi kaum ein Schlupfloch. Barca war zwar fast ausschließlich in Ballbesitz, kam aber kaum zu wirklich klaren Torchancen. Die beste vergab zunächst der eingewechselte Bojan Krkic freistehend (83.). Ein Zauber-Tor von Verteidiger Gerard Pique (84.) kam zu spät.

"Wir haben einen tollen Job hier gemacht und zweimal die richtige Taktik gewählt. Das wird ein überragender Tag", sagte Inters Mittelfeldspieler Wesley Sneijder zum Finale.

Portraitaufnahme (Foto: ap)

Sieht bessere Chancen: Louis Van Gaal

Bayern-Coach Louis van Gaal, dessen Team am Dienstag gegen Olympique Lyon das Endspiel erreicht hatte, trifft somit am 22. Mai in Madrid auf seinen früheren Assistenten Mourinho, der zu gemeinsamen Zeiten in Barcelona als Dolmetscher fungierte. Zudem kommt es im Estadio Bernabeu für die Bayern zum Wiedersehen mit dem brasilianischen Innenverteidiger Lucio, der im vergangenen Sommer von München nach Mailand gewechselt war.

Van Gaal: Mehr Chancen

Der FC Bayern München rechnet sich gegen Inter Mailand gute Aussichten auf den zweiten Gewinn der Champions League aus. "Gegen Inter haben wir etwas mehr Chancen als gegen Barcelona", sagte van Gaal nach dem 3:0-Sieg seiner Mannschaft bei Olympique Lyon: "Inter Mailand spielt nicht so auf Angriff wie Barcelona."

Barcelona: Victor Valdes - Dani Alves, Pique, Gabriel Milito (46. Maxwell), Keita - Xavi, Toure, Busquets (63. Jeffren) - Pedro, Ibrahimovic (63. Krkic), Messi. - Trainer: Guardiola
Mailand: Julio Cesar - Maicon, Lucio, Samuel, Zanetti - Cambiasso, Thiago Motta - Eto'o (86. Mariga), Sneijder (67. Muntari), Chivu - Diego Milito (81. Cordoba). - Trainer: Mourinho
Schiedsrichter: Franck de Bleeckere (Belgien)
Tor: 1:0 Pique (84.)
Zuschauer: 96.214 (ausverkauft)
Rote Karte: Thiago Motta nach einer Tätlichkeit (28.)

Autor: Oliver Samson

Redaktion: Gerhard Friese

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