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Presse

Intendant in Guatemala: „Tabus brechen“

Auf seiner Reise durch Zentralamerika hat Intendant Erik Bettermann am Mittwoch, 16. Mai, ein Jugendradioprojekt der DW Akademie in Guatemala besucht. Eine weitere Station der Reise war El Salvador.

Begegnung in Guatemala: DW-Intendant Erik Bettermann beim Jugendsender Radio Joven

Begegnung in Guatemala: DW-Intendant Erik Bettermann beim Jugendsender "Radio Joven"

„Warum brauchen wir einen Jugendsender?“ Um diese Frage ging es im Gespräch zwischen Erik Bettermann und Mitarbeitern des Jugendsenders „Radio Joven“, ein Projekt der DW Akademie. Radio sei das richtige Instrument, so Bettermann, um Jugendlichen in Guatemala den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Dies müsse in der Sprache junger Menschen vermittelt werden.

„Radio Joven“ verfolgt dieses Ziel. Jugendliche produzieren Programme für ihre Altersgruppe. Bettermann ermunterte die Jugendlichen, die unterschiedlichen Perspektiven von Stadt- und Landjugend sowie die der indigenen Bevölkerung zu berücksichtigen. Davon zeigte sich auch die junge Radiomoderatorin Yesenia Pérez überzeugt. Sie selbst trägt die traditionelle Maya-Tracht: einen bunt-gewebten Rock und eine bestickte Bluse. „In der Stadt werde ich damit oft schief angesehen. Wir haben nicht die gleichen Chancen wie weiße Jugendliche“, bedauerte sie.

„Ihr könnt die Ungleichheit ausgleichen“

Gerade hier könne, so Bettermann, ein Jugendradioprojekt ansetzen. Je mehr die kulturelle Vielfalt der Jugend sichtbar werde, ums größer sei die Chance, Rassismus und Vorurteile abzubauen. „Auch die jungen Menschen auf dem Land sind die Zukunft des Landes. Ihr könnt mit einem gut gemachten Sender die Ungleichheit ausgleichen.“
Der DW-Chef ermunterte die Jugendlichen, auch Tabu-Themen aufzugreifen, beispielsweise das Thema Vergangenheitsbewältigung. Über den Bürgerkrieg in Guatemala, der mehr als 30 Jahre dauerte, werde den Jugendlichen zufolge gern geschwiegen.

Bettermann erzählte von seiner Erfahrung in der Nachkriegszeit: Seine Generation habe den Eltern Erklärungen abverlangt und das Thema der Aufarbeitung des Nationalsozialismus auf die Tagesordnung gesetzt. Ziel des Jugendradioprojekts der DW Akademie ist es, in Guatemala ein Produktionszentrum für Jugend-Radioformate und eine Multimediaplattform ins Leben zu rufen.

El Salvador plant öffentlich-rechtlichen Rundfunk

In San Salvador, der Hauptstadt El Salvadors, nahm Bettermann an einer Diskussion der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Wie kann man freien und unabhängigen Journalismus in Zentralamerika gewährleisten?“ mit über 80 Gästen teil. Unter der Leitung von DW-Moderator Gonzalo Caceres sprachen die salvadorianische Journalistin Jimena Aguilar („El Faro“), Martin Rodriguez („Plaza Publica“) aus Guatemala sowie Manuel Torres (freier Journalist) aus Honduras mit dem DW-Intendanten über den Zusammenhang von Sicherheit, Presse- und Meinungsfreiheit sowie über soziale und wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten in Mittelamerika.

An der staatlichen Universität San Salvador referierte Bettermann vor über 100 Studierenden über das deutsche Mediensystem und die Bedeutung unabhängiger Medien für die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft. Im Gespräch mit dem Rektor der Universität ging es um Möglichkeiten, die Ausbildung und Professionalisierung von Medienschaffenden im Land zu verbessern.

Bei einem Treffen mit Bettermann kündigte der in der Regierung El Salvadors für Kommunikation zuständige Staatssekretär David Rivas, dessen Ressort auch das nationale Fernsehen und Radio untersteht, an, dass er die Schaffung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunks plane. Er bat den DW-Chef um Unterstützung für diesen Prozess.

Letzte Station der Mittelamerika-Reise ist Kuba, wo Bettermann Gespräche mit Medienvertretern sowie Medien-Fakultäten an Hochschulen führt.

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