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Wissen & Umwelt

Intelligente Hubschrauber - Flug ohne Kollision

Wissenschaftler entwickeln den Hubschrauber ohne Pilot. Ohne menschliches Eingreifen soll er Straßenschluchten, Alpentäler und Waldgebiete meistern, zum Beispiel bei Rettungseinsätzen oder plötzlicher Schlechtwetterlage.

Der Kurs ist ganz schön riskant. Wenn 'Artis' durch die Häuserschluchten der Großstadt jagt, hält der Zuschauer unwillkürlich den Atem an. Doch mit unbeirrbarer Sicherheit und ohne mit Hochhäusern, Bäumen oder Stromleitungen zusammenzustoßen, findet der Hubschrauber seinen Weg.

Selbständig Hindernisse erkennen

Ort der Schauspiels: ein Computer-Bildschirm in Braunschweig, im Entwicklungslabor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Jörg Dittrich ist der Projektleiter. Er hat das Programm entwickelt, das den computersimulierten Forschungshelikopter steuert. "Der Hubschrauber", erklärt Dittrich, "ist mit einem Kamerasystem ausgestattet, das Hindernisse vor dem Hubschrauber dreidimensional entdecken kann." Deshalb fliegt die Maschine nicht in solch ein Hindernis hinein, sondern wählt selbständig eine andere Flugroute.

Die Forscher im Entwicklungslabor des DLR (Foto: DW-TV)

In der Computersimulation funktioniert die Kollisionsvermeidung schon sehr gut

Spektakuläre Manöver

Die Aufgabe, die sich Dittrich und sein Ingenieurteam gestellt haben, ist es, eine Art intelligenten Autopiloten für Hubschrauber zu entwickeln. Für Situationen, in denen Piloten aus Fleisch und Blut überfordert sind. Dann kann ein unbemannter Flugroboter seine Stärken ausspielen. Sei es bei der Überwachung von Gebieten, die Menschen nicht betreten können oder nach Naturkatastrophen, Großbränden oder Chemieunfällen. Dittrich: "Das Entscheidende ist, dass sämtliche Entscheidungen während des Fluges vom Hubschrauber selbst, das heißt an Bord, getroffen werden." Auch Industrie und Polizei sind interessiert. Ein Hubschrauber, der selbständig Hindernisse erkennt und ausweichen kann, wäre in vielen heiklen Situationen einsetzbar.

Jörg Dittrich, DLR, Leiter des Projekts (Foto: DW-TV)

Jörg Dittrich von Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt leitet das Projekt

Auch mit Passagieren?

Doch 'Artis' funktioniert mittlerweile nicht mehr ausschließlich auf dem Bildschirm: Mit immerhin drei Metern Rotordurchmesser hat er auch in der Realität schon erste Flugmanöver erfolgreich hinter sich gebracht. Entwickler Dittrich: "Er vermeidet alle Gebäudeecken. Auf dem Weg von einem Punkt in der Stadt zum anderen fliegt er automatisch und in sicherem Abstand um die Gebäude herum."

Auch andere Flieger soll er erkennen. "In der Praxis funktioniert das noch nicht ganz", gibt Dittrich zu, "da werden noch einige Jahre Forschung ins Land gehen." Am Ende aber sollen auch ganz normale Hubschrauber mit Flugpassagieren an Bord diese Technologie nutzen können.

Autor: Klaus Dartmann

Redaktion: Judith Hartl

Das Video dazu finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Projekt Zukunft, dem Wissenschaftsmagazin auf DW-TV.

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