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Top-Thema – Podcast

Integration durch Sport

Sport bietet gute Möglichkeiten, fremde Menschen zusammenzubringen. Doch in Deutschland sind in vielen Turnhallen Flüchtlinge untergebracht. Das erschwert oft Integration und sorgt auch bei den Vereinen für Probleme.

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Integration durch Sport – das Top-Thema als MP3

Ahmed Ahmed ist seit 14 Monaten in Deutschland. Im Irak wurde er vom IS verfolgt und ist nach Deutschland geflohen. Dort kam er von einem Flüchtlingsheim ins nächste. Er hatte keine Perspektive und keine Hoffnung – bis er eines Tages gefragt wurde, ob er Lust hätte, regelmäßig Fußball zu spielen. Ahmed hatte auch schon im Irak immer Fußball gespielt. Jetzt ist er im Team des „SG Egelsbach Refugees United“ und macht nebenbei eine Ausbildung. Er ist ein Paradebeispiel für Integration.

Sport kann Barrieren überwinden und spielerisch Werte und Regeln vermitteln. Doch manche Sport-Integrationsprojekte können zurzeit gar nicht umgesetzt werden. Denn viele Flüchtlinge werden in Deutschland in Turnhallen untergebracht. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen sind 400 der 7000 Turnhallen besetzt. Wegen der steigenden Flüchtlingszahlen und des nahenden Winters wird die Zahl wahrscheinlich weiter steigen.

Das macht auch den Sportvereinen in Deutschland Probleme. „Ein Verein ist in seiner Existenz bedroht, wenn er seinen Mitgliedern keine Sportstätten mehr anbieten kann“, sagt Ulrich Jeromin vom Stadtsportbund Bochum. Aus einigen Vereinen sind laut Jeromin in den vergangenen Wochen bis zu 30 Prozent der Mitglieder ausgetreten. Trainer verlieren damit ihre Existenzgrundlage.

8,6 Millionen Deutsche arbeiten ehrenamtlich in Vereinen und helfen oft dabei, Flüchtlinge durch Sport in Deutschland zu integrieren. So auch Thomas Geiß, der Initiator des Projekts „SG Egelsbach Refugees United“. Trotz der wachsenden Probleme durch die steigenden Flüchtlingszahlen bleibt er optimistisch: „Die Flüchtlingsproblematik ist auch eine Chance für uns, auch mal anders zu denken“, sagt er. So bietet sein Verein beispielsweise Mitternachtsfußball an, der auch mal bis spät in die Nacht geht.


Glossar

Integration
(f., nur Singular) – der Prozess, bei dem dafür gesorgt wird, dass jemand zu einer Gesellschaft gehört (Verb: jemanden integrieren)

Turnhalle, -n (f.) – die Halle, in der man Sport macht

Flüchtling, -e (m.) – jemand, der sein Heimatland aus einem bestimmten Grund (z. B. Krieg) verlassen muss (Verb: fliehen)

jemanden irgendwo unter|bringen – hier: jemanden irgendwo wohnen lassen

IS (m., nur Singular) – kurz für: Islamischer Staat: eine religiöse, terroristische Organisation, die vor allem in Syrien und im Irak mit Gewalt für einen Gottesstaat kämpft

jemanden verfolgen – hier: jemanden wegen seiner politischen Ansicht oder seiner Herkunft töten wollen

Perspektive, -n (f.) – hier: die Chance auf eine gute Zukunft

Paradebeispiel, -e (n.) – ein sehr gutes Beispiel dafür, dass etwas geklappt hat

Barrieren überwinden – Schwierigkeiten, die zwischen Menschen (aus verschiedenen Kulturen) bestehen, beseitigen

Werte (hier nur Plural) – die Vorstellungen, die in einer Gesellschaft als wichtig und wertvoll gelten

etwas vermitteln – dafür sorgen, dass jemand etwas lernt

etwas um|setzen – etwas, zu dem man eine Idee hatte, in Wirklichkeit machen

besetzt – hier: voll mit Personen; für einen anderen Zweck benutzt

in seiner Existenz bedroht sein – in Gefahr sein, nicht mehr weiter zu bestehen

Sportstätte, -n (f.) – ein Ort, an dem man Sport machen kann

aus etwas aus|treten – etwas, bei dem man Mitglied ist (z. B. einen Verein), verlassen

ehrenamtlich – so, dass man arbeitet, ohne dafür bezahlt zu werden

Initiator, -en (m.) – eine Person, die sich ein Projekt ausdenkt und es startet

optimistisch – so, dass man glaubt, dass etwas gelingen wird

Problematik, -en (f.) – das Problem; die Schwierigkeit


Fragen zum Text

1. Warum können in vielen Turnhallen keine Sport-Integrationsprojekte durchgeführt werden?
a) Es wollen so viele Flüchtlinge beim Sport mitmachen, dass viele Turnhallen dafür zu klein sind.
b) In vielen Turnhallen ist kein Platz, weil dort Flüchtlinge wohnen.
c) Wegen des kommenden Winters müssen viele Turnhallen umgebaut werden.

2. Wieso sind so viele Menschen aus Sportvereinen ausgetreten?
a) Sie wollen keinen Sport zusammen mit Flüchtlingen machen.
b) Es gibt nur noch wenige Trainer, weil die sich um Flüchtlinge kümmern.
c) Es gibt keinen Ort mehr, an dem sie Sport machen können.

3. Welche Aussage steht im Text?
a) Ulrich Jeromin ist Trainer und hat Angst um seine Existenz.
b) Thomas Geiß denkt trotz der Probleme weiterhin positiv.
c) Ahmed Ahmed ist der Initiator von „SG Egelsbach Refugees United“.

4. Ahmed Ahmed freut sich darüber, wieder …
a) Sport machen.
b) zu Sport machen.
c) Sport zu machen.

5. Es wird nicht einfach, die Schwierigkeiten …
a) überwinden.
b) zu überwinden.
c) überzuwinden.


Arbeitsauftrag
Stellt euch vor, in eure Heimatstadt würden mehrere hundert Flüchtlinge kommen. Welche Orte und welche Gebäude könnte man nutzen, um die Menschen unterzubringen. Was muss man bei diesen Orten beachten? Welche Eigenschaften müssen sie unbedingt haben?

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