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Ostmitteleuropa

Institut für Nationales Gedenken untersucht Verfolgung von Künstlern und Wissenschaftlern in den siebziger und achtziger Jahren in Polen

Warschau, 12.7.2003, IAR - Informationsagentur des Polnischen Rundfunks, poln.

Der Vorsitzende des Instituts für Nationales Gedenken (IPN), Professor Leon Kieres, teilte mit, dass das IPN ein Untersuchungsverfahren eingeleitet hat, das sich auf die Verfolgung von Künstlern (darunter auch populärer Schauspieler) und Wissenschaftler durch den ehemaligen Staatssicherheitsdienst SB in den siebziger und achtziger Jahren bezieht.

Ferner bestätigte Professor Kieres die früheren Informationen des Fernsehsenders POLSAT über eine Aktion des Sicherheitsdienstes SB, die gegen Künstler und Wissenschaftler gerichtet war, die damals als Systemgegner galten.

In einem Gespräch mit der Informationsagentur des Polnischen Rundfunks betonte Professor Kieres, dass diese Aktionen auch damals rechtwidrig waren und dass sie eine Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Betroffenen darstellen konnten. Während dieser Aktionen wurden u. a. die Wagen der Betroffenen beschädigt. Sie bekamen außerdem Anrufe, bei denen ihnen mit dem Tod gedroht wurde. Eine dieser Personen erklärte gegenüber dem IPN, dass ihr Wagen vollständig verbrannt wurde.

Professor Leon Kieres kündigte an, dass das IPN feststellen möchte, ob diese Aktionen wirklich die Tötung oder Gesundheitsschäden bei den Verfolgten zum Ziel hatten.

Zu den Verfolgten zählen u. a. Jacek Fedorowicz, Maja Komorowska, Gustaw Holubek, Daniel Olbrychski und Krystyna Janda.

Professor Leon Kieres sagte außerdem, dass der Sicherheitsdienst SB auch Aktionen durchführte, die dem Ansehen dieser Personen schaden sollten. Es wurden z. B. Flugblätter gefertigt und verteilt, die Lügen oder kompromittierende Informationen über das Privatleben dieser Personen beinhalteten.

Von den Ergebnissen dieses Verfahren ist es abhängig, ob Ermittlungen gegen die Beamten des Sicherheitsdienstes und ihre Vorgesetzten eingeleitet werden.

Professor Kieres fügte hinzu, dass die Namen der Verfolger auf Dokumenten zu finden sind, die die Durchführung dieser Aktionen in Auftrag gaben. Diese Dokumente wurden als "geheim" eingestuft und können in dieser Phase der Untersuchung noch nicht veröffentlicht werden. (Sta)

  • Datum 14.07.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3rIR
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