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Wirtschaft

Insider: Kuka-Großaktionär will verkaufen

Es wäre ein großer Schritt für Midea aus China: Ein Großaktionär des Roboterherstellers Kuka ist laut einem Medienbericht bereit, seine Anteile an die Chinesen zu verkaufen.

Der chinesische Hausgerätehersteller Midea ist bei der Übernahme des Augsburger Roboterbauers Kuka laut Insidern einen großen Schritt vorangekommen. Der schwäbische Anlagenbauer Voith, mit 25,1 Prozent bisher größter Kuka-Aktionär, wolle den Chinesen seine Beteiligung andienen, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Damit hätte das 4,5 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot auf jeden Fall Erfolg. Midea, bereits mit 13 Prozent an Kuka beteiligt, hat die Offerte nur an die Bedingung geknüpft, auf mindestens 30 Prozent zu kommen.

Das "Manager Magazin" berichtete vorab, die Gesellschafter des Familienunternehmens Voith hätten den Verkauf an Midea schon vor gut einer Woche beschlossen.

Ein Voith-Sprecher bestätigte das nicht: "Es gibt keine Beschlusslage über einen Verkauf des Anteils", sagte er. "Wir werden uns zu gegebener Zeit zu dem Angebot von Midea äußern." Die Übernahmeofferte läuft noch bis Mitte Juli. Kuka nahm keine Stellung.

Verlust von Know-how?

Einem Insider zufolge hatte sich Voith-Chef Hubert Lienhard kürzlich in Hongkong mit Midea-Chef Paul Fang und Vize-Chef Andy Gu getroffen. Dort seien Differenzen ausgeräumt und eine mögliche Zusammenarbeit besprochen worden, sagte er.

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Lienhard hatte zuvor Kuka-Vorstandschef Till Reuter kritisiert, weil er sich zu schnell offen für Midea gezeigt hatte. Reuter sieht in der Offerte aus China die Chance, mit Kuka in dem Riesenreich stärker Fuß zu fassen.

Die deutsche Politik befürchtet dagegen, dass mit der Übernahme Know-how aus Deutschland abfließt. Reuter will deshalb weitreichende und langfristige Standort- und Arbeitsplatzgarantien aushandeln. Kuka beschäftigt in Deutschland rund 4500 Menschen, weltweit sind es 12.300.

Trotz Bemühungen aus der Politik ist bisher keine Gegenofferte für Kuka zustandegekommen. Die Branchengrößen Siemens und ABB winkten angesichts des von Midea gebotenen Preises ab. Die Bundesregierung hatte Hoffnungen in Voith gesetzt, die Übernahme durch Midea abzuwehren.

Lohnend für Voith

Voith war im November 2014 bei Kuka eingestiegen, um seine Maschinen und Anlagen mit Hilfe der Kuka-Roboter fit für die Automatisierung unter dem Schlagwort "Industrie 4.0" zu machen.

Laut einem "Handelsblatt"-Bericht haben die Chinesen Pläne von Voith durchkreuzt, mit einem Konsortium selbst die Kontrolle bei Kuka zu übernehmen. Das Familienunternehmen aus Heidenheim habe kurz davor gestanden, entsprechende Pläne umzusetzen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise.

Das Midea-Angebot über 115 Euro je Aktie war nun offenbar zu verlockend für das kapitalschwache Familienunternehmen. Voith kann mit einem Erlös von fast 1,15 Milliarden Euro rechnen und seinen Einsatz damit mehr als verdoppeln. Ende 2014 lag die Kuka-Aktie noch bei 50 Euro, am Donnerstag stieg sie um ein Prozent auf 106,90 Euro.

bea/uhe (reuters, dpa, afp)

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