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Welt

Inmarsat: "Kein Hotspot" bei der Suche nach MH370

Die Suche nach dem vermissten Flugzeug MH370 geht weiter - jetzt im südlichen Indischen Ozean. Doch eine eindeutige Absturzstelle gebe es nicht, sagt der Satellitenbetreiber Inmarsat der DW.

Die Meldung war ein weiterer Rückschlag: Der wahrscheinlichste Absturzort des Anfang März verschwundenen Malaysia-Airlines-Flugs MH370 sei bisher noch nicht untersucht worden. Das sagte ein Mitarbeiter des britischen Satellitenbetreibers Inmarsat der BBC. Stündlich hatte das Flugzeug Signale an einen Satelliten von Inmarsat abgesetzt. Laut der darauf basierenden Berechnungen liege der Absturz-Hotspot im südlichen Indischen Ozean. Ein Gebiet, das bisher bei den Sucharbeiten ausgelassen worden sei. Das Flugzeug war am 8. März kurz nach dem Start in Kuala Lumpur unter rätselhaften Umständen vom Radar verschwunden. Eigentlich war es mit 239 Menschen an Bord unterwegs nach Peking.

Im DW-Interview verteidigt Chris McLaughlin, der stellvertretende Pressesprecher von Inmarsat, das Vorgehen der Suchtrupps, erst die Gebiete zu untersuchen, wo Signale der Blackbox vermutet wurden. Und er warnt, dass die Suche im neuen Gebiet umfangreich und kompliziert werde.

DW: Warum sind Sie der Ansicht, dass der Suchtrupp des vermissten Malaysia-Airlines-Fluges MH370 die wahrscheinlichste Absturzstelle bislang nicht untersucht hat?

Ein Mensch zeichnet mögliche Fundorte für MH370 auf einer Karte ein (Foto: MOHD RASFAN/AFP/Getty Images))

Viele Berechnungen, wenige Erfolge: Anfang März verschwand MH370 bis heute gibt es keine heiße Spur

Chris McLaughlin: Unser Modell und das von vier anderen professionellen Firmen deutet auf eine ununterbrochene, siebenstündige Flugroute nach Süden hin. Demzufolge hat es Kreis sieben auf den veröffentlichten Karten passiert [Das Suchgebiet wurde kreisförmig in Suchzonen unterteilt, Anm. d. Red.].

Wo ist - Ihren Daten zufolge - der Punkt, an dem das Flugzeug vermutlich abgestürzt ist?

Es gibt keinen "Hotspot". Die Aussage von Inmarsat-Wissenschaftler Chris Ashton in der BBC bezieht sich auf ein riesiges Gebiet im Meer. Es sollte nicht als kleiner, klar festgelegter Punkt verstanden werden. Wir können nur eine ungefähre Route ermitteln, die auf dem sehr begrenzten Datenmaterial beruht, das wir aus unserem Netzwerk herausziehen konnten. Das zu untersuchende Gebiet wird sehr groß und sehr schwer zugänglich sein.

Wie ist es Ihnen gelungen, den möglichen Absturzort zu berechnen?

Gar nicht. Wir haben nur eine mögliche Flugroute aufgezeigt. Andere professionelle Institutionen haben sich unabhängig voneinander angesichts der vorliegenden Daten auf diese Route als bestmöglichen Treffer geeinigt.

Die Suchtrupps haben zwei Monate lang an einer anderen Stelle gesucht, von der vermeintliche Blackbox-Signale ausgingen. Inzwischen wird angenommen, dass die aufgefangenen Signale nicht von dem Flugdatenschreiber stammten. Was hielt aus Ihrer Sicht die Suchschiffe davon ab, an der Stelle zu suchen, die zuvor von Inmarsat als eigentlich richtige Stelle identifiziert worden war?

Der Unterwasser-Roboter Bluefin 21 wird zu Wasser gelassen (Foto: REUTERS/Australian Defence Force)

Mit dem Unterwasser-Roboter "Bluefin 21" wurde der Meeresboden gescannt - ohne Erfolg

Die Suchtrupps mussten diese Signale, die aus dem Meer gesendet wurden, untersuchen. Sie haben das Richtige getan.

Die malaysische Luftfahrtbehörde und Inmarsat haben vergangenen Monat neue Satellitendaten veröffentlicht. Warum haben Sie das erst so viele Monate nach dem Verschwinden getan?

Wir haben die Ausgangsdaten innerhalb von drei Tage nach dem Verschwinden an die Ermittler gegeben. Einige Wochen später - nach weiteren Ermittlungen und dem Erstellen von Modellen, angereichert durch unabhängige Berichte von anderen Beteiligten - haben wir unsere Vermutung von einer südlichen Flugroute bekannt gegeben. Das haben die malaysischen Behörden auch im Anschluss veröffentlicht. Die Daten gehörten den Ermittlern - nicht Inmarsat. Wir haben uns gefreut, den Ermittlungen zu helfen, als entschieden wurde, unsere Daten öffentlich zu machen.

Chris McLaughlin ist stellvertretender Pressesprecher des britischen Satellitenbetreibers Inmarsat.

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