1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Welt

Informationen zum kleinen Preis

Emails schreiben oder im Internet nach Jobs suchen: Für viele Kenianer ist das unmöglich. Ihnen fehlen das Geld und die Möglichkeiten. Doch in Ukunda an der Küste Kenias können in einem besonderen Kiosk alle ins Netz.

Ein Rural Internet Kiosk in Kenia mit Solarzelle und Satellitenschüssel (Foto: Julia Kuckelkorn / DW)

Einfach, günstig und nah: der Internetkiosk

"Wenn du hier diese Taste drückst, dann kannst du in Großbuchstaben schreiben. Und wenn du hier drückst, dann kannst du einen Absatz einfügen." Unterrichtsstunde im Rural Internet Kiosk in Ukunda: Gideon Mulandi erklärt dem 18-jährigen Ali, wie er auf dem Computer Texte schreiben kann. Er muss alles von Grund auf erklären - denn wie viele Kenianer, die auf dem Land leben, hat Ali keine Erfahrung im Umgang mit Computern.

Internet für alle

Faith Kimanga vor dem Internetkiosk (Foto: Julia Kuckelkorn / DW)

Faith Kimanga ist vom Internetkiosk überzeugt

"Die meisten Menschen, die hierher kommen, sind Computer-Analphabeten", erklärt Mulandi, einer der Gründer der Nichtregierungsorganisation "Voice of Diani". Während in Deutschland über 75 Prozent der Bevölkerung das Internet nutzen, sind es in Kenia laut der staatlichen Regulierungsbehörde rund sechs Prozent, und in den ländlichen Gebieten sogar noch weniger. Die Infrastruktur ist oft zu schlecht und vielen Familien fehlt das nötige Geld.

Für genau diese Menschen sei der Internet-Kiosk gedacht, erklärt Faith Kimanga von "Voice of Diani". Die Nichtregierungsorganisation betreut den Kiosk, der mit Solarenergie und einer Satelliten-Verbindung arbeitet. Der Internetkiosk kann auch in entlegenen Gebieten Kenias aufgestellt werden. Der Kiosk in Ukunda ist der erste im Land. Wenn es nach "Voice of Diani" geht, sollen viele weitere folgen, damit noch mehr Menschen von dem Service profitieren können: Die User zahlen nur die Hälfte von dem, was sie in einem Internetcafé in der Stadt zahlen würden. Eine Minute kostet 50 kenianische Cents, ein halber Euro-Cent. Diese Preise können sich auch die ärmeren Menschen leisten.

Mehr als nur Emails checken

Ein junger Mann am Internetkiosk (Foto: Julia Kuckelkorn / DW)

Der Kiosk bietet drei Usern Platz

Inzwischen sind alle drei Computer-Terminals in Ukunda belegt. Ali tippt noch ein wenig zögernd auf der Tastatur. Etwa zwölf Menschen kommen jeden Tag zum Kiosk, um im Internet zu surfen oder einen Computerkurs zu belegen. Dabei geht es nicht nur um Zeitvertreib oder Spaß: "Bauern kommen her, die im Internet nach Informationen über das Wetter, neues Saatgut oder die Preise für ihre Produkte suchen", erzählt Faith Kimanga. Andere nutzen das Internet, um nach Stellenanzeigen zu suchen.

Es sei wichtig, den Umgang mit Computern zu lernen, sagt Faith. Denn wer sich damit nicht auskenne, habe in der heutigen Welt kaum Chancen. Der Internet-Kiosk in Ukunda wurde im Februar 2010 eröffnet. "Die Leute haben sich sehr darüber gefreut, als sie verstanden haben, was wir hier machen", erinnert sich Faith. Und sie hofft darauf, dass noch mehr Leute von den Internet-Kiosken profitieren werden.

Autorin: Julia Kuckelkorn
Redaktion: Beatrix Beuthner

Die Redaktion empfiehlt

Downloads