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Wirtschaft

Inflation niedrig, Arbeitslosigkeit hoch

Die Inflation im Euroraum bleibt extrem niedrig, dagegen ist die Arbeitslosigkeit vor den Wintermonaten in der Eurozone unverändert hoch geblieben. Beides betrachtet die Politik mit großer Sorge.

Die Inflationsrate betrug im Oktober 0,4 Prozent - 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vormonat. Das teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mit, die später noch korrigiert werden kann. Dienstleistungen wirkten mit 1,2 Prozent am stärksten preistreibend, während sinkende Energiepreise (minus 1,8 Prozent) die Inflation in den Euro-Ländern auf weiter sehr niedrigem Niveau halten. Die Mini-Inflation setzt die Europäische Zentralbank (EZB) unter Druck. Deren Leitzins liegt bereits bei 0,05 Prozent.

Denn eine zu geringe Inflation kann unter anderem dazu führen, dass Unternehmen nur zögerlich investieren, weil sich die Investitionen nicht rentieren, und Verbraucher in der Hoffnung auf weiter sinkende Preise Anschaffungen zurückstellen. Das würde das Wirtschaftswachstum hemmen.

Arbeitsmarkt stagniert

Eurostat teilte am Freitag auch mit, dass die Arbeitslosigkeit vor den Wintermonaten in der Eurozone unverändert hoch geblieben ist. Im September hatten 11,5 Prozent der Männer und Frauen in den 18 Euro-Ländern keinen Job. Damit hat sich die Quote seit Juni nicht mehr verändert. In der Währungsunion sind den Berechnungen zufolge 18,3 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Weiterhin am stärksten betroffen sind den letzten verfügbaren Zahlen zufolge Griechenland (26,4 Prozent) und Spanien (24 Prozent). Deutschland (5,0 Prozent) und Österreich (5,1 Prozent) haben im Vergleich die geringsten Arbeitslosenquoten. Gestern hatte die Arbeitsagentur in Nürnberg aufgrund einer anderen Berechnungsgrundlage für Deutschland eine Arbeitslosenquote von 6,3 Prozent bekannt gegeben.

Hohe Jugendarbeitslosigkeit

Die beiden Staaten stehen auch bei der Jugendarbeitslosigkeit am besten da: In Deutschland haben 7,6 Prozent der Menschen unter 25 Jahren keine Arbeit, in Österreich sind es 9,1 Prozent.

Auch bei der Jugendarbeitslosigkeit haben Spanien und Griechenland in der gesamten EU die größten Probleme. In Spanien hat mehr als jeder zweite Jugendliche (53,7 Prozent) keine Arbeit, in Griechenland liegt die Quote bei 50,7 Prozent. Ebenfalls hart betroffen sind Italien (42,9 Prozent) und Kroatien (41,8 Prozent). Insgesamt haben in den 28 EU-Ländern 24,5 Millionen Menschen keinen Job, davon knapp fünf Millionen Jugendliche.

ul/wen (dpa, afp, rtr)

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