1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Inflation legt im Euroraum stark zu

Die Inflation in der Euro-Zone nähert sich dem von der Europäischen Zentralbank angepeilten Idealwert. Der Grund für die raschen Anstieg sind die späten Osterfeiertage.

Die Inflationsrate im Euroraum ist im April überraschend stark gestiegen. Die Verbraucherpreise seien um 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat geklettert, teilte das Statistikamt Eurostat am Freitag nach einer ersten Schätzung in Luxemburg mit. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg auf 1,8 Prozent gerechnet.

Bemerkenswert ist der starke Anstieg der Kerninflationsrate, die schwankungsanfällige Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt. Sie legte von 0,7 Prozent im Vormonat auf 1,2 Prozent im April zu. Maßgeblich für diese starken Schwankungen sei die Lage von Ostern, meint Commerzbank-Analyst Christoph Weil. "So erfolgte der feiertagsbedingte Preissprung bei Pauschalreisen und Hotelübernachtungen in diesem Jahr im April und nicht wie 2016 im März", schreibt Weil in einer Analyse.

EZB sieht keinen Handlungsbedarf

Die Energiepreise zogen mit 1,3 Prozent zum Vorjahr stärker an als im März, als diese Kosten nur um 0,9 Prozent stiegen. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,8 Prozent, Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak um 1,5 Prozent. Im März war die Inflationsrate mit 1,5 Prozent noch niedriger ausgefallen als der EZB lieb ist. Sie strebt einen Wert von knapp unter zwei Prozent an, den sie als optimal für die Konjunktur ansieht.

EZB-Chef Mario Draghi hat jedoch nach der Zinssitzung am Donnerstag deutlich gemacht, dass er trotz der anziehenden Inflation an der ultra-lockeren Geldpolitik festhalten will. Die EZB werde weiterhin über "vorübergehende Ausschläge" bei der Teuerung hinwegsehen. Die bisherigen Hinweise genügten nicht, um den Ausblick für die Inflation zu ändern.

zdh/ul (rtr, dpa)