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Deutlicher Preisanstieg

Inflation auf höchstem Stand seit vier Jahren

Die Verbraucher in der Eurozone müssen höhere Preise zahlen. Auch wenn damit das Inflationsziel der EZB greifbarer wird, bleibt sie bei ihrem Ausgabenprogramm. Größter Preistreiber waren Energiekosten.

Die Inflation im Euroraum hat im Januar einen überraschend großen Sprung nach oben gemacht. Die Verbraucherpreise stiegen um 1,8 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat, wie das europäische Statistikamt Eurostat am Dienstag mitteilte. Dies ist die höchste Rate seit Februar 2013. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise noch um 1,1 Prozent gestiegen. Volkswirte hatten lediglich mit einem Anstieg der Rate im Januar auf 1,5 Prozent gerechnet.

Deutlich teurer als vor einem Jahr waren Energie und Lebensmittel. Stärkster Preistreiber im Januar waren die Energiepreise, die im Vorjahresvergleich um 8,1 Prozent zulegten. Auch Nahrungsmittel, Alkohol und Tabakwaren verteuerten sich mit 1,7 Prozent deutlich. Für Dienstleistungen mussten die Verbraucher 1,2 Prozent mehr zahlen und für Industriegüter 0,5 Prozent. Dagegen lag die Kernrate der Inflation, also die
Rate ohne schwankungsanfällige Energie- und Nahrungsmittelpreise, im Januar unverändert bei 0,9 Prozent.

Mehr Wachstum

Auch die Wirtschaft in der Eurozone hat im vergangenen Jahr zugelegt, um 1,7 Prozent, wie die Eurostat weiter mitteilte. Das Wachstum der 19 Länder der Währungsunion lag damit unter dem Vorjahr 2015, als ein Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von zwei Prozent verzeichnet wurde. In der gesamten EU aus 28 Staaten wuchs die Wirtschaft 2016 um 1,9 Prozent; 2015 waren es 2,2 Prozent gewesen.

EZB bleibt bei Ausgabenprogramm

Angesichts steigender Inflation und verbessertem Wirtschaftswachstum hatte die Kritik an der Niedrigzinspolitik und am Anleihekaufprogramm der EZB zuletzt deutlich zugenommen. Mit dem jüngsten Preisanstieg ist die Inflation fast bei der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) angekommen. Die EZB strebt für den Euroraum eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, die sie aber seit etwa drei Jahren nicht mehr erreicht hat. Dies ist ein Grund, warum die Notenbank ihre Geldpolitik in den vergangenen Jahren extrem gelockert hat. Bislang macht die Notenbank keine Anstalten, wegen des stärkeren Preisauftriebs eine Straffung ihrer Geldpolitik zu signalisieren.

So war bei der ersten Sitzung im neuen Jahr eine Drosselung des milliardenschweren Anleihekaufprogramms kein Thema, wie EZB-Präsident Mario Draghi am 19. Januar nach der Ratssitzung in Frankfurt am Main mitteilte. Die EZB bliebe auch ihrer Nullzinspolitik weiter treu. Erst im Dezember hatte die Zentralbank das milliardenschwere Kaufprogramm von Unternehmens- und Staatsanleihen bis Ende 2017 verlängert, gibt dafür ab April aber weniger Geld aus.

iw/hb (dpa, afp)