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Wirtschaft

Infineon-Chef Ziebart geht

Nach einem Milliardenverlust und wochenlangem Machtkampf an der Führungsspitze räumt der Infineon-Chef Wolfgang Ziebart seinen Posten. Nachfolger wird Vorstandsmitglied Peter Bauer.

Wolfgang Ziebart (Quelle: dpa)

Wolfgang Ziebart wirft das Handtuch

Der Manager Wolfgang Ziebart gebe seinen Posten zum 1. Juni 2008 aufgrund "unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige strategische Ausrichtung des Unternehmens" auf, teilte Infineon am Montagabend (26.5.2008) in München mit. Neuer Vorstandssprecher werde der für das Auto- und Industriegeschäft zuständige Vorstand Peter Bauer. Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley sei einstimmig das Vertrauen ausgesprochen worden. Um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, kündigte Infineon außerdem ein weiteres Sparprogramm an.

Der Halbleiterhersteller schreibt seit mehreren Quartalen hohe Verluste, vor allem wegen Qimonda. Die Tochter, an der Infineon 77,5 Prozent hält, hat unter dem Preisverfall bei Speicherchips zu leiden. Alleine von Januar bis März verlor Infineon unter dem Strich so 1,37 Milliarden Euro. Der Konzern will sich deshalb bis zur Hauptversammlung Anfang nächsten Jahres von seiner Mehrheit an Qimonda trennen. Das Unternehmen hatte kürzlich angekündigt, sich von jedem zehnten Mitarbeiter trennen zu wollen.

"Kompromisslose und schnelle Maßnahmen" nötig

Infineon will unter anderem die Herstellungskosten weiter drücken und das Unternehmen straffer organisieren. Nähere Angaben zu den geplanten Einschnitten und Veränderungen im Rahmen des "IFX 10-Plus" genannten Programms machte das Unternehmen zunächst nicht. Einzelheiten würden in den nächsten Wochen erarbeitet und definiert, hieß es.

Der neue an der Spitze von Infineon Peter Bauer (Quelle: dpa)

Der neue an der Spitze von Infineon Peter Bauer

Ziebart leitete Infineon vier Jahre lang. Sein Vertrag lief noch bis September 2009. Er habe den Vorstandsvorsitz in einer "besonders schwierigen Lage übernommen", erklärte Aufsichtsrat Kley am Montag. Ziebart gliederte Qimonda aus und brachte das Unternehmen im Sommer 2006 an die Börse. Ziebarts Nachfolger Bauer werde die strategische Neuausrichtung beschleunigen. Bauer selbst erklärte, er sehe "gute Chancen für eine erfolgreiche Zukunft". Dafür müssten die notwendigen Maßnahmen "kompromisslos und schnell umgesetzt werden". Infineon will die Herstellungskosten senken und die Effizienz steigern.

Infineon beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit rund 43.000 Mitarbeiter, davon etwa 13.500 bei der Tochter Qimonda. (stl)

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