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Aktuell Asien

Industrieprojekt nach Protesten gestoppt

Chinas Behörden geben nach: Zehntausende Demonstranten in der Stadt Qidong verhindern die Einleitung von Abwässern aus einer Papierfabrik ins Meer. Immer häufiger gehen Menschen für eine saubere Umwelt auf die Strasse.

Die Demonstranten in der nahe Shanghai gelegenen Hafenstadt im Osten des Landes stürmten ein Regierungsgebäude und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei. Aus dem Gebäude trugen aufgebrachte Anwohner Kisten voller Alkohol und Zigaretten. Mit diesen Produkten werden in China üblicherweise Beamte bestochen.

Zunehmende Umweltproteste

Die Protestierenden wehren sich nach eigenen Angaben gegen die Einleitung von täglich bis zu 150.000 Tonnen verseuchten Wassers aus einem Papierwerk der japanischen Firma Oji Papier in den Fischereihafen Qidong. Das Unternehmen teilte der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press mit: "Das eingeleitete Wasser ist geklärt und entspricht den örtlichen Umweltschutznormen." Dennoch war der Betrieb des Papierwerkes von den Behörden gestoppt worden und soll nach Polizeiangaben nun auch nicht wieder aufgenommen werden.

Demonstranten besetzen kurzfristig ein Regierungsgebäude in der stadt Qidong und stellen ein Polizeifahrzeug auf den Kopf.(Foto: Reuters)

Bei den Protesten kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei

In China gehen die Menschen mittlerweile häufiger auf die Straße, um gegen umweltbedrohende Industrieprojekte der Regierung zu protestieren. Dies ist die Folge des rasanten aber oft unregulierten Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahrzehnte. Anfang Juli gaben die Behörden in der Provinz Sichuan den Bau eines Stahlwerks auf, nachdem die Bürger über mehrere Tage hinweg gegen die befürchteten Umweltbelastungen demonstriert hatten. Im Sommer 2011 konnten Demonstranten zwei große Industrieprojekte in den Ortschaften Haining (im Osten) und Dalian (im Nordosten) verhindern.

GD/se (dapd, rtr, afp)

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