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Ruhrpottsprache

Industriekultur: Grau war gestern!

Lange Zeit haben viele Menschen einen großen Bogen um den "Kohlenpott" gemacht – naserümpfend. Andere wiederum sind hierher zum Arbeiten gekommen. Heute ist alles anders als früher.

Der Pott kocht! Denn hier ist einiges los. Nirgendwo gibt es so viel Unterhaltung und Kultur auf einem Fleck. So etwa könnte ein Samstag im Revier aussehen: Morgens Frühstück am Ruhrufer in Mülheim, vormittags Wasserskifahren auf dem Duisburger Wedausee, mittags Fußballspiel "Auf Schalke", abends Oper in Essen, nachts Bermudadreieck, die Bochumer Kneipenmeile ... bis in die Puppen.

Der Schmelztiegel
Ende des 19. Jahrhunderts: Langsam wächst das ländliche Gebiet zu einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas heran. Arbeitsplätze in der Hüttenindustrie und im Bergbau ziehen innerhalb weniger Jahrzehnte Hunderttausende von Menschen in die Region an Rhein und Ruhr, viele kommen aus dem heutigen Polen. Später gesellen sich Türken, Italiener und Griechen hinzu – die so genannten Gastarbeiter. Viele bleiben. Das Ruhrgebiet ist international.

Grau in grau? Schnee von gestern!
Radwege ohne Ende, kilometerlanger Wald, Seenplatten, saubere Flüsse – das ist kein Märchen, das ist das Ruhrgebiet heute – zumindest ein Teil davon. Die Zechen stehen still. Der Ruß ist aus der Luft verschwunden. Man kann seine weiße Wäsche wieder ohne Bedenken draußen trocknen lassen.

Aber Stahlwerke, Zechen, Schächte und Fördertürme sind immer noch die Wahrzeichen der Region. Nur "malocht" wird dort nicht mehr: Wo früher die Kumpel auf den Pütt gingen, entstanden Restaurants, Theater, Museen, kurz: Industriekultur.

Rennpferde des kleinen Mannes

Bude, Schrebergarten und Taubenschlag – das sind drei "Institutionen" mit Kultcharakter. Klischeebeladen aber doch authentisch, denn man findet sie praktisch an jeder Ecke. Am "Büdken" deckt sich der Potti mit "Klümpkes" (Bonbons), Illustrierten und Pils (Bier) ein. Und was geht über einen Grillabend im Schrebergarten mit Oma Lieschen und Onkel Heinz? Schließlich sind da noch die Tauben – sie gelten als die Rennpferde des kleinen Mannes.

Total panne, Mann!
Der Ruhrgebietsmensch spricht Klartext. Was ihm nicht passt, das wird gesagt – ohne Umschweife. Diplomatie ist seine Stärke nicht. Wenn es auch mal ruppig klingt, er meint's nicht böse. Nicht erschrecken, wenn zwei Kollegen sich mit "Na, du beschmierten Pannemann" begrüßen – hier ist große Sympathie im Spiel.

Eine Quasselstrippe ist er und außerdem auch sehr kontaktfreudig. Also nicht verzagen und einfach drauflos sprechen wie einem der Schnabel gewachsen ist, denn auch wer von außerhalb kommt, wird schnell eingemeindet.

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