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Wirtschaft

Industrie verzeichnet Auftragsschwund

Deutet man die weltweiten Auftragseingänge für die deutsche Industrie als geografischen Konjunkturindikator, lassen die nur einen Schluss zu: Die globale Wirtschaft lahmt, Europa holt auf.

Die deutsche Industrie hat im April wegen der sinkenden Nachfrage aus dem Ausland einen überraschend kräftigen Auftragsschwund erlitten. Die Bestellungen schrumpften um 2,0 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Juli 2015. Er fiel zudem vier mal so deutlich aus wie von Ökonomen erwartet. Im März hatte es noch ein Plus von 2,6 Prozent gegeben.

"Die gute Inlandsentwicklung kann die Exportschwäche nur schwer übertünchen", sagte der Konjunkturexperte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Dirk Schlotböller. Die Aufträge aus der Heimat legten den dritten Monat in Folge zu, und zwar um 1,3 Prozent. Dagegen fielen die Bestellungen aus dem Ausland um 4,3 Prozent.

Europa holt auf

"Ausschlaggebend für das Ergebnis war der Rückgang der Aufträge aus dem Nicht-Euroraum", erläuterte das Ministerium. Diese gaben um 8,3 Prozent nach. "Das zeigt die Schwäche in China und bei anderen globalen Exportpartnern", sagte Carsten Brzeski von ING Diba. Dagegen zog die Nachfrage aus der Euro-Zone, die sich nach jahrelanger Krise allmählich erholt, um 2,5 Prozent an. Der Anteil der Großaufträge war diesmal leicht überdurchschnittlich.

"In den kommenden Monaten dürfte es aufwärtsgehen, wenn auch flach", sagte Schlotböller. Allerdings dürfte die deutsche Wirtschaft ihre kräftiges Wachstum vom Jahresbeginn nicht halten können, erwarten Ökonomen. "Bereits für das zweite Quartal ist wieder mit einem deutlich geringeren Zuwachs zu rechnen", sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. Im ersten Quartal hatte es mit 0,7 Prozent das kräftigste Wachstum seit zwei Jahren gegeben.

Die Hersteller von Maschinen und anderen Investitionsgütern erhielten im April 6,1 Prozent weniger Aufträge. Die Bestellungen für Vorleistungsgüter nahmen dagegen um 4,8 Prozent zu. Bei Konsumgütern gab es einen Rückgang von 1,0 Prozent.

wen/iw (dpa, rtrd)