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Politik

Indische Fregatte zerstört Piratenschiff vor Somalia

Die Piraterie am Horn von Afrika weitet sich immer mehr aus. Nach der spektakulären Entführung eines saudische Supertankers gelang der indischen Marine nun ein Schlag gegen die Seeräuber.

INS Tabar im Vordergrund, dahinter ein Frachtschiff (ap)

Die "INS Tabar" eskortiert ein Frachtschiff im Golf von Aden, um es vor Seeräubern zu schützen

Nach einem schweren Feuergefecht versenkte die indische Fregatte "INS Tabar" am Dienstag (18.11.2008) im Golf von Aden ein Piratenschiff. Wie die Regierung in Neu Delhi mitteilte, habe es sich um einen Akt der Selbstverteidigung gehandelt.

Die "INS Tabar" habe sich dem sogenannten Mutterschiff, von dem aus die Versorgung kleinerer Piratenboote organisiert wird, zunächst genähert. Ein indischer Marinesprecher sagte, man habe die Besatzung aufgefordert, für eine Untersuchung zu stoppen.

Die Piraten drohten mit Angriff

Daraufhin hätten die Piraten gedroht, die Fregatte in die Luft sprengen zu wollen, wenn sie sich weiter nähere. Nach Angaben des Marinesprechers waren die Seeräuber mit Maschinengewehren und Panzerabwehrraketen bewaffnet. Anschließend sei es zum Schusswechsel gekommen.

An Bord des getroffenen Piraten-Mutterschiffs sei ein Feuer ausgebrochen. Anschließend seien Explosionen zu hören gewesen, die vermutlich von Munition ausgelöst wurden, hieß es weiter. Zwei Schnellboote seien von dem brennenden Piratenschiff weggefahren. Eines davon sei entkommen, ein zweites sei später leer aufgefunden worden.

Überfälle auf offener See

Wie das Internationale Schifffahrtsbüro IMB in London mitteilte, wurden seit Jahresbeginn bereits 95 Schiffe vor der Küste Somalias angegriffen. Demnach spielt sich im Golf von Aden fast ein Drittel der weltweit gemeldeten Überfälle auf See ab. Nach einer Einschätzung des IMB geht der Trend hin zu Angriffen weit auf offener See.

Somalische Piraten in einem Schnellboot (ap)

Mit Schnellbooten greifen die somalischen Piraten auf offener See an

Die Piraten setzen dazu die sogenannten Mutterschiffe als strategische Waffe ein. Diese schleppen zunächst Schnellboote weit auf das offene Meer hinaus. Mit diesen pfeilschnellen Booten, die vom Radar kaum geortet werden können, überfallen sie blitzartig Frachter oder Tanker.

Mit Blick auf das immer dreister werdende Vorgehen der somalischen Seeräuber äußerte der Direktor des IMB in London, Kapitän Pottengal Mukundan, die Befürchtung, das Vorgehen gerate zunehmend außer Kontrolle.

Reedereien weichen auf Alternativ-Routen aus

Um dem entgegen zu wirken, beschlossen die Europäische Union und die NATO, ihre Militärpräsenz am Horn von Afrika zu verstärken. Beginnen soll die Marine-Mission im Dezember. Bis es so weit ist, haben sich die ersten Reedereien bereits eine Alternative ausgedacht.

Weil die Fahrt durch das Rote Meer zum Suez Kanal so gefährlich geworden ist, schicken sie ihre Schiffe auf die Route um das Kap der Guten Hoffnung. Zwar ist diese Strecke viel länger und damit teurer. Doch wenn Versicherungsprämien angesichts des Risikos der Piraterie erheblich steigen, könnte sich der Umweg als gute Alternative erweisen.

Lösegeldforderung für saudischen Supertanker

Dass diese nicht unbedingt sicherer ist, zeigt die Entführung des Supertankers "Sirius Star" aus Saudi-Arabien. Das Frachtschiff war am Samstag im Indischen Ozean verschleppt worden. Es hat rund zwei Millionen Barrel Rohöl im Wert von 100 Millionen Dollar geladen. An Bord befinden sich 25 Besatzungsmitglieder, die sich nun in der Hand der Kidnapper befinden.

Das Schiff ist so lang wie drei Fußballfelder und nach Einschätzung der US-Marine das größte jemals gekapert Schiff. Wie der arabisch Sender El Dschasira meldet, verlangen die Seeräuber jetzt ein Lösegeld, über dessen Höhe sie allerdings nichts mitteilten. (uh)

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