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Aktuell Asien

Indische Frauen kämpfen um Gebetsrecht

In Indien streiten Frauen erbittert um den Zugang zu Heiligtümern in hinduistischen Tempeln. Ein Gericht in Mumbai gewährte dieses Recht nun. Doch in der Praxis werden den Inderinnen noch einige Steine in den Weg gelegt.

Etwa 30 indische Frauen haben versucht, den Schrein des Tempels Shani Shingnapur im Bezirk Ahmednagar im Westen Indiens zu betreten. Doch hunderte Dorfbewohner - darunter auch etliche Frauen - hinderten sie mit einer Menschenkette daran, wie TV-Bilder zeigten.

Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof von Mumbai Frauen das fundamentale Recht zugebilligt, alle Gebetsräume betreten zu dürfen. Die Richter forderten die Behörden auf, den Zugang im ganzen Staat Maharashtra zu gewähren. Gemäß des Urteils droht jedem, der Frauen davon abhält einen Tempel zu betreten, eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten.

Frauenrechte vs. Tradition

"Das Gericht hat unser Gebetsrecht anerkannt", sagte eine der Aktivistinnen vor dem Shani Shingnapur Tempel. "Jetzt muss uns die Polizei schützen und den Zugang zum Schrein ermöglichen. Vorher werden wir nicht abziehen." Ein Dorfbewohner entgegnete einem Nachrichtensender: "Unsere jahrhundertealte Tradition darf nicht verletzt werden. Unser Dorf hat entschieden, dass Frauen an diesem heiligen Ort nicht erlaubt sind." Als die Dorfbewohner drohten, jede Frau anzugreifen, die versuche, den Tempel zu betreten, brachte die Polizei die Aktivistinnen an einen sicheren Ort.

Indische Aktivisten demonstrieren in Ahmednagar für Recht zu beten (Foto: Getty Images/AFP/STR)

Gegenstand des Konflikts: Der Shani Shingnapur Tempel in Ahmednagar

In einigen hinduistischen Tempeln bleibt Frauen der Zugang zu den Heiligtümern weiterhin verwehrt. Im berühmten Sabarimala-Tempel im indischen Bundesstaat Keralaist ist allen weiblichen Gläubigen im Alter von zehn bis 50 Jahren der Zutritt verboten.

nin/uh (dpa, afp)