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Politik

Indien warnt Nachbarländer

Der indische Premierminister Singh hat eine konsequente Reaktion auf die Anschläge von Bombay angekündigt. Weltweit herrschen Trauer und Empörung. Die deutsche Regierung hat Hilfe angeboten.

Indien Premierminister Manmohan Singh (Quelle: AP)

Singh: "Die Drahtzieher sitzen außerhalb Indiens"

Die Drahtzieher der Anschläge von Bombay sind nach den Worten von Indiens Premierminister Manmohan Singh im Ausland zu suchen. Die Hintermänner seien "außerhalb des Landes", sagte Singh am Donnerstag (28.11.2008) in einer Rede an die Nation. Die indischen Behörden hatten in der Vergangenheit wiederholt Fundamentalisten aus Pakistan für Anschläge verantwortlich gemacht, die in Indien verübt wurden. Seine Regierung werde den Nachbarstaaten "deutlich sagen", dass sie es nicht hinnehmen wird, wenn ihr Territorium als Ausgangsbasis für Angriffe auf uns" verwendet werde, fügte Singh hinzu, ohne ein bestimmtes Land beim Namen zu nennen.

Die pakistanische Regierung hat die Anschläge in der westindischen Finanzmetropole Bombay scharf verurteilt und eine Hotline zwischen den Geheimdienstchefs der beiden Atommächte vorgeschlagen. Der pakistanische Außenminister Shah Mehmood Qureshi sagte bei seinem Indien-Besuch, er sei schockiert über den "barbarischen Vorfall". Indien und Pakistan sollten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus ausbauen.

"Geißel des Terrorismus muss bekämpft werden"

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer (Quelle: AP)

Scharfe Worte von NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat die "sinnlosen und rücksichtlosen Terrorangriffe" in Bombay verurteilt. "Ein Angriff auf unschuldige Menschen, Touristen und Patienten in Krankenhäusern ist abscheulich und feige", heißt es in einer Erklärung De Hoop Scheffers in Brüssel. Der Generalsekretär bekundete seine Solidarität mit der Regierung und den Bürgern Indiens. "Die NATO wird als Teil der internationalen Gemeinschaft alles tun, um die Geißel des Terrorismus zu bekämpfen, für die es im 21. Jahrhundert keinen Platz geben sollte."

Hilfsangebot aus Washington

Karte Bombays mit den Anschlagsorten (Quelle: AP)

Karte Bombays mit den Anschlagsorten

US-Präsident George W. Bush hat Indien Unterstützung angeboten. Die USA verfolgten die Entwicklung sehr genau, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino. "Die Vereinigten Staaten verurteilen die Terroranschläge und werden weiterhin in dieser Zeit der Tragödie zum indischem Volk stehen." Wie US-Medien berichteten, ist Washington bereit, der indischen Regierung mit Geheimdienstwissen und mit Spezialagenten zu helfen, sobald die Regierung in Neu-Delhi dies wünsche.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sicherte dem indischen Volk und der Regierung seine Solidarität zu. Solche Gewalttaten gegen Zivilisten seien völlig inakzeptabel. Der afghanische Präsident Hamid Karsai rief beim Kampf gegen den Terror zu einer engeren regionalen Zusammenarbeit auf. "Die Anschläge zeigen uns die schlimme Bedrohung der Menschheit durch den Terrorismus. Südasien ist besonders davon betroffen", betonte Karsai. Der japanische Ministerpräsident Taro Aso sprach in einer Erklärung von "unverzeihlichen, äußerst niederträchtigen und heimtükischen" Terroranschlägen.

"Beileid für die Angehörigen"

Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana hat die "feigen Terroranschläge in Bombay" auf das Schärfste verurteilt. "Diese Taten zeigen erneut, dass die internationale Gemeinschaft den Terrorismus entschlossen bekämpfen muss", erklärte der EU-Chefdiplomat in einer Pressemitteilung. "Ich spreche den Angehörigen der Opfer mein Beileid aus. Den Verletzten wünsche ich eine rasche Genesung."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Anschlagsserie ebenfalls scharf verurteilt. In einem vom Bundespresseamt veröffentlichten Schreiben an den indischen Regierungschef Singh drückte sie ihr Mitgefühl aus. "Die erschreckende Nachricht von den Terroranschlägen in Ihrem Land habe ich mit Bestürzung aufgenommen", schrieb die Kanzlerin. "Neben dem traurigen Schicksal der vielen Getöteten bewegt mich dabei die furchtbare Situation derer, die von den Terroristen als Geiseln genommen wurden." Zugleich bot Merkel deutsche Hilfe an, wenn die indische Regierung dies wünsche. (kas)