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Politik

Indien und Pakistan schließen Abkommen gegen Atomwaffenunfälle

Die Atommächte Indien und Pakistan haben einen Vertrag zur Minderung nuklearer Risiken geschlossen. Die Erzrivalen wollen zudem in der Terrorismusbekämpfung zusammenarbeiten.

Der pakistanische Außenminister Khursheed Kasuri und sein Amtskollege Pranab Mukherjee in Neu Delhi, Foto: AP

Der pakistanische Außenminister Khursheed Kasuri und sein Amtskollege Pranab Mukherjee in Neu Delhi

Zwei Tage nach einem blutigen Anschlag auf den gemeinsamen "Zug der Freundschaft" haben Indien und Pakistan ihren Willen zu einer Fortsetzung des Friedensprozesses unterstrichen. Nach knapp zweistündigen Gesprächen zwischen dem indischen Außenminister Pranab Mukherjee und seinem pakistanischen Kollegen Khurshid Kasuri unterzeichneten beide Seiten am Mittwoch (21.2.07) in Neu Delhi ein Abkommen, welches das Risiko eines durch die Atomwaffenarsenale auf beiden Seiten ausgelösten Unfalls mindern soll. Einzelheiten des Abkommens wurden nicht bekannt.

Gemeinsame Expertengruppe

Auch bei der Terrorismusbekämpfung wollen die beiden südasiatischen Nachbarländer künftig zusammenarbeiten. Eine gemeinsame Anti-Terror-Expertengruppe werde erstmals in knapp zwei Wochen in Islamabad zusammenkommen, sagten der indische Außenminister Pranab Mukherjee und sein pakistanischer Amtskollege Khurshid Mahmud Kasuri am Mittwoch nach einem Treffen in Neu Delhi. Kasuri betonte mit Blick auf den Anschlag: "Keine Worte sind stark genug, um diesen abscheulichen kriminellen Akt zu verurteilen."

Ein Ermittler untersucht nach dem Anschlag den Freundschaftszug, Quelle: AP

Ein Ermittler untersucht nach dem Anschlag den "Freundschaftszug"

Mukherjee sagte, Ziel des neuen Anti-Terror-Gremiums sei, Informationen zu teilen und auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse zu handeln. Der Anschlag in der Nacht zu Montag in Nordindien mit 68 Toten werde weit oben auf der Tagesordnung bei dem Treffen in Islamabad am 6. März stehen. Die meisten der Opfer waren Pakistaner auf dem Rückweg in ihre Heimat. Mukherjee wollte sich wegen laufender Ermittlungen nicht zu möglichen Hintergründen und Verantwortlichen der Tat äußern. Eine gemeinsame pakistanisch-indische Untersuchung lehnte er ab. Er betonte aber, die indische Regierung werde alle Anstrengungen unternehmen, die Schuldigen der Justiz zuzuführen. Indische Ermittler verdächtigen die radikalislamische Gruppe Lashkar-e-Taiba hinter dem Attentat, die von Pakistan aus für die Unabhängigkeit des indischen Kaschmir-Teils kämpft; diese weist die Vorwürfe zurück.

Dialog über 60 Jahre Streit

Beide Länder hatten bereits am 1. Januar Listen mit ihren atomaren Einrichtungen ausgetauscht und sich verpflichtet, diese im Falle eines Krieges nicht anzugreifen. Beide Minister leiteten zudem die Sitzung einer gemeinsamen Kommission, welche die seit 60 Jahren bestehenden Streitpunkte zwischen beiden Staaten klären soll. Diese Beratungen unterstrichen den Willen Pakistans und Indiens, ihren Weg des Dialogs fortzusetzen, sagte der indische Außenminister Mukherjee anschließend vor Journalisten. Er kündigte weitere Gespräche speziell zum Kaschmir-Streit an. Indien und Pakistan haben seit ihrer Unabhängigkeit 1947 drei Kriege gegeneinander geführt, davon zwei um die zwischen beiden Staaten geteilte Kaschmir-Region. (stu)

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