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Politik

Indien schließt Militäreinsatz nicht aus

Die Spannungen zwischen den Atommächten Indien und Pakistan nach dem Terroranschlag auf das indische Parlament in der vergangenen Woche haben sich weiter erhöht.

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Anschlag auf das Parlament in Neu Delhi am 13. Dezember 2001

Indien warf dem Nachbarland erneut die Duldung von Terroristen auf seinem Gebiet vor. Der indische Ministerpräsident Atal Behari Vajpayee sprach sich für eine diplomatische Lösung des Problems aus, schloss aber auch militärische Maßnahmen nicht aus.

Pakistan weist Anschuldigung zurück

Pakistan wies die Vorwürfe, an dem Anschlag beteiligt zu sein, abermals zurück und schlug gemeinsame Ermittlungen zur Aufklärung des Vorfalls vor. Bei dem Anschlag auf das indische Parlament in Neu Delhi waren in der vergangenen Woche 13 Menschen, darunter auch die fünf Attentäter, ums Leben gekommen. Indien bezichtigt von Pakistan aus operierende kaschmirische Separatisten des Attentats.

Indien hält alle Optionen offen

"Wir versuchen das Problem über diplomatische Kanäle zu lösen", sagte Regierungschef Atal Behari Vajpayee am Mittwoch im indischen Parlament. "Andere Optionen stehen uns noch offen," fügte er hinzu. Zuvor hatte Innenminister Lal Krishna Advani die pakistanische Regierung bereits am Dienstag offen beschuldigt, hinter dem Selbstmordüberfall der vergangenen Woche zu stehen. Internationale Aufrufe zur Zurückhaltung, unter anderem von den USA und China, wies Vajpayee zurück. Indien habe den "Gipfel der Toleranz" bereits erreicht. Jetzt müsse der Terrorismus bekämpft werden. Er habe US-Präsident George W. Bush gesagt, dass die Terroristen Verbindungen nach Pakistan hätten, unter Kontrolle der pakistanischen Regierung stünden und auf deren Geheiß agieren würden. Das Angebot aus Islamabad, die Ermittlungen zu dem Parlamentsanschlag in einer gemeinsamen Kommission zu führen, schlug Vajpayee aus.

Neue Gefechte in Kaschmir

Nach indischen Militärangaben kam es an der Grenze der umstrittenen Grenzregion Kaschmir zu Feuergefechten. Ein Militärsprecher sagte, pakistanische Soldaten hätten 420 Kilometer südwestlich der Stadt Srinagar mit Maschinengewehren und Mörsergranaten das Feuer eröffnet.

Die Himalaya-Region Kaschmir misst rund 222.000 Quadratkilometer - das sind fast zwei Drittel der Größe Deutschlands. Das Gebiet hat zehn Millionen Einwohner. Der indische Bundesstaat Jammu und Kaschmir macht zwei Drittel der Fläche aus und hat sieben Millionen Einwohner. Pakistan beherrscht ein Drittel des Territoriums, das es "Azad (freies) Kaschmir" nennt. Dort leben drei Millionen Menschen. 1963 hat Pakistan einen kleinen Teil der Region an China abgetreten, was von Indien aber nicht anerkannt wird.

Krisenherd seit 1947

Seit ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien 1947 haben die Nachbarstaaten drei Kriege gegeneinander geführt, zwei davon um Kaschmir. Moslemische Rebellen im indisch verwalteten Teil der Gebirgsregion kämpfen seit 1989 für eine Unabhängigkeit des Gebiets. Dabei wurden bislang mehr als 35.000 Menschen getötet. Neu Delhi warf Islamabad in der Vergangenheit wiederholt vor, den "grenzüberschreitenden Terrorismus" der Moslemrebellen zu fördern. (mk)

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