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Aktuell Asien

Indien legt Grenzstreit mit Bangladesch bei

Der Grenzstreit belastete das Verhältnis der Nachbarn seit der Unabhängigkeit: Mit einem umfangreichen Landtausch beendet Indien nun diesen Konflikt mit Bangladesch. Der Streit mit China und Pakistan schwelt weiter.

Konkret betroffen sind schätzungsweise mehr als 53.000 Menschen beiderseits der bisherigen Grenzen: 111 indische Enklaven sollen an Bangladesch gehen, 51 im Gegenzug in indisches Territorium integriert werden. Die jeweiligen Einwohner können nun ihre Nationalität frei wählen und ihren quasi staatenlosen Status beenden. Der indische Premierminister Narendra Modi bezeichnete dieses Abkommen über den großen Landaustausch als "historisch". Es wurde in Anwesenheit Modis und seiner Kollegin aus Bangladesch, Scheich Hasina (Artikelfoto), in Dhaka unterzeichnet.

Modi verglich den Vertrag mit dem Fall der Berliner Mauer. Man habe einen Konflikt gelöst, der zwischen den beiden Nationen seit der Erlangung der Unabhängigkeit geschwelt habe, sagte er bei seinem ersten Besuch in Bangladesch. Der indische Regierungschef kündigte dabei einen neuen Zwei-Milliarden-Dollar-Kredit für das Nachbarland an.

Das indische Parlament hatte den Landtausch kürzlich ratifiziert. Die Verhandlungen darüber gehen bis in die 70er Jahre zurück. Währenddessen waren die Beziehungen zu den Nachbarn China und Pakistan durch Grenzstreitigkeiten wie etwa um Kaschmir wiederholt massiv belastet.

Zum Auftakt des Modi-Besuchs in Dhaka wurden 21 weitere Abkommen unterzeichnet. Sie betreffen Energie, Handel, Sicherheit und verbesserte Verkehrsverbindungen zwischen den südasiatischen Ländern.

SC/sp (afp, rtr, APE)