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Medienentwicklung

Indien: Korruption mit Crowdsourcing bekämpfen

Digitale Technolgien machen es möglich, dass Mütter in Indien ihr Recht auf kostenlose Gesundheitsversorgung einfordern können. Dank des Projekts Mera Swasthya Meri Aawaz haben sie die Möglichkeit, Korruption zu melden.

Indien Organisation Mera Swasthya Meri Aawa

Über eine kostenlose Hotline können Betroffene anrufen und Fälle von Korruption melden

In vielen indischen Krankenhäusern werden Mütter abgezockt. Zwar wird ihre Gesundheitsversorgung offiziell vom Staat bezahlt, in der Praxis aber sehen sich viele Frauen mit illegalen Gebühren konfrontiert. Sie zahlen dann, weil sie die Behandlung dringend benötigen und weil sie Angst vor Repressalien haben. Das Projekt Mera Swasthya Meri Aawaz (MSMA) geht gegen diese Art der Erpressung an, indem es solche Fälle offen legt. Genutzt wird eine Ushahidi-Plattform, auf der Informationen zu Korruptionsfällen im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh gesammelt und auf einer Karte visualisiert werden können.

Übersetzt heißt das das Projekt "Meine Gesundheit, meine Stimme", das erste seiner Art in Indien. Es ist Teil von SAHAYOG, einem Verband aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, die sich für Gleichberechtigung und Gesundheit von Frauen aus menschenrechtlicher Perspektive einsetzen. MSMA wurde kürzlich als digitales Vorzeigeprojekt in der Digital Innovation Library der DW Akademie vorgestellt.

Indien Organisation Mera Swasthya Meri Aawa

Müttersterblichkeitsrate ist im nördlichen Bundesstaat Uttar Pradesh immer noch hoch

Die Managerin von MSMA, Yatirajula Kanaka Sandhya, ist eine unermüdliche Verfechterin von Frauenrechten. "Mit unserem Projekt bieten wir benachteiligten Frauen in den ländlichen Gebieten eine Technologie, die leicht zu bedienen ist und die sie über ihr Mobiltelefon nutzen können," so Sandhya. "MSMA ermächtigt Frauen, denn es gibt ihnen die Möglichkeit, Beschwerden einzureichen und direkt zu melden, wenn Ihnen Behandlungen in Rechnung gestellt werden, die eigentlich kostenlos sein sollten."

Missstände übers Handy melden

Die Müttersterblichkeitsrate in Indien ist in den letzten 26 Jahren gesunken: während im Jahr 1990 noch 560 Todesfälle pro 100 000 Geburten auftraten, waren es im Jahr 2013 nur noch 190. Im Bundesstaat Uttar Pradesh bleibt die Sterblichkeit von Müttern mit 517 pro 100 000 Geburten jedoch hoch.

Anbieter von Gesundheitsleistungen üben unrechtmäßigen Druck auf werdende Mütter aus – und aus Angst, dass ihnen die Fürsorge verwehrt wird oder sie gar misshandelt werden, geben die Frauen nach und leisten die Zahlungen.

Für die Organisation SAYAHOG ist Gesundheitsversorgung von Müttern ein Menschenrecht. Die Transparenz-Initiative MSMA legt offen, wenn staatliche Einrichtungen Gelder bei den ärmsten und schutzbedürftigsten Bevölkerungsgruppen erpressen.

Anonyme Daten für Gerechtigkeit

Porträt von Yatirajula Kanaka Sandhya

Sandhya arbeitet seit der Gründung von MSMA im Jahr 2011 für die Initiative

Sandhya und ihre Kollegen sind überzeugt, dass Transparenz und Verantwortlichkeit Frauen ermächtigen. Wenn Frauen über ihre Rechte Bescheid wissen, so Sandhya, könnten sie diese einfordern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Dabei spielen die gesammelten Daten eine Schlüsselrolle: "Information ist Macht", erklärt sie. "Ohne die Daten sind die Frauen nicht in einer Position, aus der heraus sie ihre Rechte ohne weiteres einfordern könnten."

MSMA ist eine daten-basierte Plattform, die eine kostenlose Telefonhotline mit einem interaktiven Sprachdialogsystem und einer Webseite kombiniert. Frauen können sich per Telefon oder Webseite einschalten und anonym Informationen und Beschwerden einreichen. Auf der Webseite sind alle Berichte abrufbar und visuell aufbereitet. Die Daten werden außerdem von der NGO und auch von der Regierung genutzt, um die Situation für Mütter in Indien zu verbessern.

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01_02_2012 Themenbild für Newsletter Ansprechpartner für weitere Verwendungszwecke: Sabrina.Tost@dw-world.de

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