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Aktuell Asien

Indien: Fünf mutmaßliche Vergewaltiger gefasst

Nach dem neuen erschütternden Fall einer Gruppenvergewaltigung in Indien hat die Polizei fünf Tatverdächtige festgenommen. Besonders schockierend: Auch zwei Polizisten stehen in Verdacht.

Neben den beiden Polizeibeamten seien drei junge Männer im Zusammenhang mit der Gruppenvergewaltigung von zwei Mädchen in einem Dorf im nordindischen Unionsstaat Uttar Pradesh festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Ihnen wird vorgeworfen, die Mädchen missbraucht und in einem Baum erhängt zu haben, teilten die Behörden mit. Die beiden festgenommenen Polizisten müssen sich wegen Pflichtverletzung und einer möglichen Verschwörung mit den Tätern verantworten.

Erhängt in einem Baum

Die 14 und 16 Jahre alten Cousinen waren am Mittwoch nach ihrer mehrfachen Vergewaltigung erhängt in einem Baum gefunden worden. Das Verbrechen löste in Indien Empörung und Entsetzen aus (das Artikelbild zeigt eine Studentendemonstration). Ein Regionalpolitiker sprach von einem kompletten Zusammenbruch von Recht und Gesetz in Uttar Pradesh. Frauenrechtlerinnen warfen der Polizei vor, die Täter geschützt und die Einleitung von Ermittlungen verzögert zu haben.

Diesen Vorwurf erheben auch die Opfer-Familien, die den Dalits angehören, der ehemals untersten Kaste der indischen Gesellschaft. Die Dalits sind auch heute noch Opfer von Diskriminierungen. Als Reaktion auf diese Kritik wurden mehrere Beamte vom Dienst suspendiert.

Angriff auf Mutter

Wie der Sender NDTV berichtete, wurde die Mutter eines der Mädchen bei der Feldarbeit vom Vater eines der mutmaßlichen Täter angegriffen und schwer verletzt. Der Schläger sei festgenommen worden. Er soll zuvor zusammen mit anderen Männern von der Familie des Mädchens verlangt haben, ihre Vorwürfe in dem Vergewaltigungsfall zurückzuziehen.

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Letzte Ehre für die "Tochter Indiens" (30.12.2012)

Sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen steht in Indien seit eineinhalb Jahren besonders im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Im Dezember 2012 war in der Hauptstadt Neu Delhi eine Studentin von mehreren Männern in einem Bus vergewaltigt und brutal misshandelt worden. Die 23-Jährige erlag später in einem Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Der Fall hatte weltweit Schlagzeilen gemacht und in Indien Massenproteste gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen ausgelöst. Vier der Täter wurden zum Tode verurteilt.

wl/wa (dpa, afp, rtr, ape)

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