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Aktuell Asien

Inder trauern um Thackeray

Hunderttausende Menschen haben in Mumbai dem Hindu-Nationalisten Bal Thackeray die letzte Ehre erwiesen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um Unruhen zu verhindern.

In der Hauptstadt des Bundesstaates Mararashta herrschte Ausnahmezustand, als der mit einer indischen Flagge bedeckte Leichnam auf einem mit Blumen geschmückten Lastwagen durch die Straßen gefahren wurde. Noch auf der Bahre trug der Politiker die für ihn typische Sonnenbrille. Der Straßenverkehr kam weitgehend zum Erliegen, viele Restaurants und Geschäfte blieben geschlossen.

Aus Angst vor Ausschreitungen gewaltbereiter Parteianhänger wurden rund 50.000 Polizisten eingesetzt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur IANS sicherten allein 20.000 von ihnen die Route der Trauerprozession.

Nationalistisch und polarisierend

Der umstrittene und mächtige Gründer der radikal-nationalistischen Hindu-Partei Shiv Sena war am Samstag im Alter von 86 Jahren in seinem Haus nach längerer Krankheit gestorben.

Thackeray hatte seine rechtsgerichtete Partei 1966 gegründet. Benannt wurde sie nach dem Hindu-Feldherren Shivaji, der einst gegen die muslimischen Mogulherrscher kämpfte. Seine Anhänger gehörten überwiegend der Arbeiterklasse an. Mit der "Kampftruppe Shivajis" hat er die indische Gesellschaft stark polarisiert. Er wandte sich gegen Muslime und machte auch gegen christliche Missionierungsversuche mobil. Immer wieder wurde ihm vorgeworfen, ethnische Unruhen zu provozieren.

Held der Massen

Bal Thackeray mit Sonnenbrille (Foto: AP)

Umstritten und bewundert: der indische Hindu-Nationalist Bal Thackeray

Shiv Sena wurde auch für Ausschreitungen zwischen Hindus und Muslimen verantwortlich gemacht, bei denen von Dezember 1992 bis Januar 1993 im Mumbai Hunderte Menschen ums Leben kamen. Thackery wurde dehalb auch angeklagt, aber nie verurteilt. Außerdem setzte die Partei die Umbenennung der Stadt von Bombay in Mumbai durch, um sich vom kolonialen Erbe Indiens zu distanzieren.

Indiens Regierungschef Manmohan Singh würdigte Thackeray in einer Mitteilung des Internetportals Twitter als "einen großartigen Kommunikator, dessen Statur in der Politik von (dem Bundesstaat) Maharashta einmalig war." Der Hindu-Politiker habe "die Sprache der Massen" gesprochen und ihnen "Hoffnung gegeben", sagte die Kolumnistin Shobhaa De dem Sender CNN-IBN. Wegen seiner Furcht- und Kompromisslosigkeit erhielt der den Beinamen "Der Tiger".

gmf/as (afp, ape, dpa)